Prognose möglich

Neuartiger Corona-Urintest zugelassen: Testverfahren zeigt an, wie hoch das Risiko schwerer Krankheitsverläufe ist

Eine Krankenschwester hält ein Röhrchen mit dem Stäbchen für einen PCR-Test in der Hand: Bei positivem PCR-Test gibt es die Möglichkeit, durch einen Urintest den Krankheitsverlauf zu ermitteln.
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Eine Krankenschwester hält ein Röhrchen mit dem Stäbchen für einen PCR-Test in der Hand: Bei positivem PCR-Test gibt es die Möglichkeit, durch einen Urintest den Krankheitsverlauf zu ermitteln.

Es ist schwer abzuschätzen, ob ein Corona-Infizierter nur leichte Symptome zeigen wird oder schwer erkrankt – ein neuartiger Urintest soll das ändern.

Eine neue Studie kommt zu der Schlussfolgerung, dass nur rund 13 bis 18 Prozent der Menschen mit Corona-Infektion überhaupt Symptome zeigen. Mediziner haben zwar bereits eine Reihe an Risikofaktoren – etwa Übergewicht und hohes Alter – ausgemacht, welche schwere Covid-Verläufe fördern. Doch auch bei jungen Menschen kann es zu lebensbedrohlichen Verläufen kommen, die eine Behandlung auf der Intensivstation mit sich bringen. Ein neuartiger Test soll bereits kurz nach der Infektion in der Lage sein, den Krankheitsverlauf vorherzusagen.

Wie das Ärzteblatt informiert, hatte das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) einem Urintest, der Auskunft darüber gibt, ob eine mit Sars-CoV-2 infizierte Person leicht oder schwer an Covid-19 erkranken wird, eine befristete Sonderzulassung bis Ende Februar erteilt. In dem Zeitraum wurde das Urintest-Testverfahren im Rahmen einer klinischen Studie unter Beteiligung der sieben STAKOB-Behandlungszentren in Deutschland erprobt, darunter die Klinik Schwabing in München, wie das Robert Koch-Institut (RKI) informiert. Diese Sonderzulassung wurde jetzt aufgehoben: Der Urintest DiaPat-CoV-50 wurde am 22.01.2021 regulär zugelassen und darf seitdem von jedem Arzt in Deutschland vorgenommen werden, heißt es vonseiten des Herstellers.

Corona-Früherkennung: „Schwere Krankheitsverläufe schon ab dem ersten Tag der Covid-19-Diagnose prognostizierbar“

Der Urintest mit der Bezeichnung DiaPat-CoV-50 hatte in einer vom Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium geförderten Studie mit 330 Patienten vielversprechende Ergebnisse erzielt, so das Ärzteblatt. So konnte der Test mit einer zu etwa 90-prozentigen Sicherheit vorhersagen, ob eine Corona-Infektion einen schweren oder leichten Verlauf nimmt.

Ein Abstrich für einen PCR-Test wird von einem Mitarbeiter im Corona-Testzentrum genommen: Menschen mit einem positiven PCR-Test können den neuartigen Corona-Urintest, der den Krankheitsverlauf vorhersagen soll, bei jedem Arzt machen lassen.

Mit dem auf einer Proteomanalyse basierenden Test könnten schwere Verläufe früher und gezielter behan­delt und damit abgemildert werden, schreibt das Ärzteblatt weiter. Vor allem in Hinblick auf bestimmte Medikamente sei der Test sehr sinnvoll: „(...) Zudem wirken spezifische Medikamente, wie neutralisierende Anti­körper, nur in der frühen Phase der Erkrankung“, zitiert das Ärzteblatt Christoph Lübbert, Chefarzt der Klinik für Infektiologie und Tropenmedizin am Klinikum St. Georg in Leipzig. Zeigt der Urintest an, dass das Risiko eines schweren Corona-Verlaufs gegeben ist, könnten derartige Therapien frühzeitig einsetzen. „Durch den DiaPat-CoV-50-Urintest sind schwere Krankheitsverläufe schon ab dem ersten Tag der Covid-19-Diagnose prognostizierbar und ermöglichen beispielsweise einen effizienten Einsatz der vorhandenen Medikamente gegen Sars-CoV-2“, bestätigt Studienleiter Joachim Beige, Chefarzt der Klinik für Nephrologie am Klinikum St. Georg Leipzig.

Mit der regulären Zulassung des DiaPat-CoV-50 Tests am 22.01.2021. können Patienten mit einer durch PCR-Test bestätigten Covid-19-Erkrankung den Urintest bei jedem Arzt in Deutschland machen. Dazu müsse man sich bei DiaPat (Telefon +49 (0)511 55 47 44 44) melden und angeben, wohin das Testset versandt werden soll, informiert der Hersteller DiaPat. Im Anschluss solle mit dem behandelnden Arzt die Urinabgabe und die Versendung abgestimmt werden. „Damit ist jeder Arzt in Deutschland berechtigt, den DiaPat-CoV-50 Test zur frühen molekularen Erkennung des Komplikationsverlaufs durchzuführen, um einen schweren Covid-19 Verlauf rechtzeitig zu verhindern“, heißt es vonseiten des Herstellers. (jg)

Weiterlesen: „Corona-Spucktest“: Neuartige Tests versprechen schnelle Ergebnisse – so funktionieren sie.

Alltagsmasken und die Materialfrage

Wer sich eine Maske nähen will, muss sich zwischen einer Vielzahl von Stoffen entscheiden. Foto: Mascha Brichta/dpa-tmn
Wer sich eine Maske nähen will, muss sich zwischen einer Vielzahl von Stoffen entscheiden. Foto: Mascha Brichta/dpa-tmn © Mascha Brichta
Die Maske des Bekleidungsherstellers Maloja ist auf der Außenseite mit einer Behandlung auf Basis von natürlichen Silbersalzen überzogen - diese soll das Wachstum von Viren reduzieren. Foto: Zacharie Scheurer/dpa-tmn
Die Maske des Bekleidungsherstellers Maloja ist auf der Außenseite mit einer Behandlung auf Basis von natürlichen Silbersalzen überzogen - diese soll das Wachstum von Viren reduzieren. Foto: Zacharie Scheurer/dpa-tmn © Zacharie Scheurer
Partikelfiltrierende Masken (FFP) müssen bestimmte Normen erfüllen. Foto: Friso Gentsch/dpa/dpa-tmn
Partikelfiltrierende Masken (FFP) müssen bestimmte Normen erfüllen. Foto: Friso Gentsch/dpa/dpa-tmn © Friso Gentsch
In medizinischen Mund-Nasen-Schutzmasken sind Vliese verarbeitet, die aufgrund ihrer Faserstruktur besonders gut filtern. Foto: Zacharie Scheurer/dpa-tmn
In medizinischen Mund-Nasen-Schutzmasken sind Vliese verarbeitet, die aufgrund ihrer Faserstruktur besonders gut filtern. Foto: Zacharie Scheurer/dpa-tmn © Zacharie Scheurer
Zur Eindämmung der Corona-Pandemie gilt an vielen Orten eine Maskenpflicht. Foto: Christoph Soeder/dpa/dpa-tmn
Zur Eindämmung der Corona-Pandemie gilt an vielen Orten eine Maskenpflicht. Foto: Christoph Soeder/dpa/dpa-tmn © Christoph Soeder
Manche nutzen Alltagsmasken auch als modisches Accessoire - an entsprechenden Angeboten mangelt es nicht. Foto: Kirsten Neumann/dpa-tmn
Manche nutzen Alltagsmasken auch als modisches Accessoire - an entsprechenden Angeboten mangelt es nicht. Foto: Kirsten Neumann/dpa-tmn © Kirsten Neumann

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