UV-Strahlung gefährdet besonders die Kleinen

Die ersten warmen Sonnenstrahlen im  Jahr verheißen nichts Gutes – besonders für die Kinderhaut. Die UV-Strahlung nimmt zu und erhöht die Gefahr von Hautkrebs. 

Die Haut ist nachtragend

In Hessen sterben jährlich über 200 Menschen an Hautkrebs. In den letzten zehn Jahren ist die Zahl der Erkrankten um über 50 Prozent gestiegen, darunter sind immer öfter junge Menschen. Auslöser von Hautkrebs sind die ultravioletten Anteile des Sonnenlichts, die die Erbsubstanz in unseren Zellen schädigen. Dr. Dr. med. Mostafa Ghahremani, Chefarzt der Klinik für Plastische und Ästhetische Chirurgie / Gesichtschirurgie in Groß-Umstadt und Experte für den Fachbereich Dermato-Chirurgie, sorgt sich besonders um junge Sonnenanbeter: „Sonnenbrände in der Kindheit sind fatal. Der Säureschutzmantel und die Aktivität der Talgdrüsen sind noch sehr schwach ausgeprägt, ebenso die Produktion von Melanin, dem schützenden Farbstoff unserer Haut. Die UV-Strahlung dringt deshalb noch tiefer in die Hautschichten vor.“ Auch wenn der Sonnenbrand verflogen ist, hat sich die Haut nur oberflächlich erholt. Jahre bis Jahrzehnte später zahlt man die Rechnung: Falten, Pigmentflecken und nicht selten Hautkrebs.

Schattenspiel statt Sonnenbrand

Niemand muss seine Kinder deshalb in den Sommermonaten einsperren. Kinder sollten stattdessen von klein auf den richtigen Umgang mit der Sonne lernen:

  • Während der Mittagssonne von 11 bis 15 Uhr ersetzt am besten ein Ballspiel im Schatten oder ein Hörspiel im Haus die Wasserrutsche
  • In der Sonne sollte man sich anziehen, anstatt ausziehen: Lange, weite Kleidung aus leichten Baumwollstoffen mit einem UV-Protektions-Faktor (UPF) von mindestens 40, den man beim Kauf an dem gelben Logo erkennt
  • Ein Sonnenhut ist Pflicht. Hierbei sollte der Schirm groß genug sein, um Gesicht und Nacken vollständig zu schützen
  • Eine Sonnenbrille erfüllt ihren Zweck nur mit UV-Filter
  • Sonnencreme filtert die UV-Strahlung aus dem Licht und sollte in unparfümierter Form stets griffbereit sein

UV-Strahlen abblitzen lassen

Bei Kindern liegt die Eigenschutzzeit der Haut bei lediglich fünf bis zehn Minuten. Der Lichtschutzfaktor einer Sonnencreme gibt an, um wie viel Mal sie diese Zeit erweitern kann. Regelmäßiges Nachcremen ist unerlässlich, verlängert den Schutz aber nicht. Babys unter einem Jahr ist auch nicht mit Sonnencreme geholfen: Sie gehören gänzlich aus der Sonne.

Vorsicht und Kontrolle

„Generell empfehle ich Eltern mit ihren Kindern ab dem 6. Lebensjahr zur Haut-Screening Untersuchung zu gehen, egal wie vorsichtig man davor war.

Ein Melanom, die gefährlichste Art von Hautkrebs, kann man im Anfangsstadium noch gut behandeln, danach sinken die Heilungschancen drastisch. Helle Kinderhaut mit Leber- und Pigmentflecken ist besonders empfindlich gegen Sonne und bedarf doppelter Aufmerksamkeit“, sagt Dr. Ghahremani.

Sonnenschäden warten übrigens nicht bis Sommeranfang: Schon ab Anfang März kann die UV-Strahlung hierzulande für die Kinderhaut gefährlich werden. (nh)

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