Vegetarier: Weiblich, jung, gebildet

Vor allem Frauen werden Vegetarier: "Weiblich, jung, gebildet, städtisch und im Westen lebend - das ist die Spitze der vegetarischen Bewegung", sagte der Vorsitzende des Vegetarierbundes Deutschland (VEBU), Thomas Schönberger. Das sei zwar nur eine grobe Tendenz. Frauen seien am Thema Ernährung aber näher dran als Männer.

Vegetarier seien von einer Position am Rande der Gesellschaft zudem auf dem Weg, Trendsetter zu sein. "Zumindest gibt es die deutliche Tendenz, dass es in der Gesellschaft immer mehr akzeptiert ist, dass man weniger Fleisch essen sollte und dass die Art, wie wir mit Tieren umgehen, unwürdig ist", sagte Schönberger.

Verzögert habe eine noch schnellere Akzeptanz von Vegetarismus in der Gesellschaft, dass Teile der Bewegung "zu absolut, zu ideologisch, zu kategorisch und dogmatisch" aufgetreten seien. "Es entstand oft der Eindruck, dass der vegetarisch oder vegan lebende Mensch etwas latent Unmenschliches hat, weil er die Aura ausstrahlt, er würde permanent immer nur richtig und vernünftig handeln und sich auch immer richtig ernähren", betonte Schönberger. Das sei eher abschreckend als einladend gewesen.

Der Vegetarierbund zeigt sich optimistisch, dass Fleisch zunehmend als Beilage begriffen werde. Am Beispiel Rauchen könne man sehen, wie sich nach einer gewissen Vorlaufzeit die Einstellung verändert habe, sagte Schönberger. "Rauchen hat heute eher ein Negativimage - davor galt Rauchen eher als cool, international und elegant."  (dpad)

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