Italien: Verbot von Brust-OPs bei Jugendlichen

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Minderjährige Mädchen in Italien kommen nicht mehr unters Messer, wenn sie einen größeren Busen wollen.

Rom - Was in Deutschland bisher nicht möglich ist, setzt Italien jetzt durch: Ästhetisch motivierte Brustvergrößerungen bei Minderjährigen werden unter Strafe gestellt.

Chirurgen, die unter 18-Jährigen ohne medizinische Notwendigkeit ein Implantat einsetzen, riskieren nach einem neuen Gesetz eine Strafe von bis zu 20.000 Euro und ein dreimonatiges Berufsverbot.

Die Vizepräsidentin der Bundesärztekammer, Martina Wenker, begrüßte die Entwicklung in Italien. „Wir würden uns freuen, wenn es so eine konsequente Gesetzgebung auch in Deutschland geben würde“, sagte sie.

Bei Jugendlichen gebe es überhaupt nur sehr selten die Notwendigkeit für einen operativen Eingriff aus ästhetischen Gründen. „Das sind ganz seltene Extremfälle.“ Gerade bei der Brust sollte unbedingt gewartet werden, bis die Entwicklung abgeschlossen sei. „Es ist wichtig, dass möglichst viele europäische Staaten sich der konsequenten Gesetzgebung anschließen“, sagte Wenker. Sonst bestehe die Gefahr, dass Jugendliche zu derartigen Operationen ins Ausland fahren.

Brustkrebs - Anleitung zur Selbstuntersuchung

Brustkrebs - Anleitung zur Selbstuntersuchung
Einmal im Monat sollte jede Frau ihre Brüste aufmerksam im Spiegel anschauen und in aller Ruhe abtasten. Vor den Wechseljahren liegt der beste Zeitpunkt dafür eine Woche nach dem Beginn der letzten Regel, denn dann ist die Brust besonders weich. Gegen Ende des Zyklus kann das Drüsengewebe unter dem Einfluss von Hormonen anschwellen und fühlt sich härter, oft auch etwas knotig an. © Deutsche Krebsgesellschaft e.V.
Brustkrebs - Anleitung zur Selbstuntersuchung
Betrachen Sie ihre Brüst im Spiegel: Einseitige Veränderungen in der Form oder Größe, Einziehungen, Vorwölbungen oder Hautveränderungen sind ein Grund, zur Frauenärztin oder zum Frauenarzt zu gehen. © Deutsche Krebsgesellschaft e.V.
Brustkrebs - Anleitung zur Selbstuntersuchung
Wenn Sie die Arme über den Kopf heben, sollten die Brüste ganz natürlich mit nach oben wandern. Achten Sie darauf, ob die Brust sich an einer Stelle verzieht, wenn Sie die Arme heben. Auch das ist ein Grund für einen Kontrolltermin bei der Ärztin oder dem Arzt. © Deutsche Krebsgesellschaft e.V.
Brustkrebs - Anleitung zur Selbstuntersuchung
Heben Sie den linken Arm hinter den Kopf und tasten Sie mit der rechten Hand ihre linke Brust ab. Wenn Sie Ihre Brüste zum ersten Mal bewusst abtasten, erschrecken Sie vielleicht, weil Ihnen das äußerlich so glatte Gewebe ziemlich knubbelig vorkommt. Besonders bei jungen Frauen mit sehr ausgeprägtem Drüsengewebe kann das der Fall sein. © Deutsche Krebsgesellschaft e.V.
Brustkrebs - Anleitung zur Selbstuntersuchung
Tasten Sie auch den Rand des Brustmuskels in Richtung Achselhöhle und die Achselhöhle ab. © Deutsche Krebsgesellschaft e.V.
Brustkrebs - Anleitung zur Selbstuntersuchung
Zum Schluss sollten Sie noch Ihre Brustwarze zusammendrücken und darauf achten, ob sie Flüssigkeit absondert. Wenn Sie irgendeine Veränderung bemerken, die Sie beunruhigt, sollten Sie möglichst bald zur Ärztin oder zum Arzt gehen. © Deutsche Krebsgesellschaft e.V.

Die Deutsche Gesellschaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie (DGÄPC) hält hingegen ein Verbot in Deutschland nicht für notwendig. Die Zahl der Eingriffe bei unter 18-Jährigen sei sehr gering. „Sie liegt weit unter einem Prozent“, sagte Sprecher Martin Spiering. „Seriöse Fachärzte nehmen keine rein ästhetisch motivierten Eingriffe bei Minderjährigen vor.“ Außerdem sei die Abgrenzung zwischen medizinisch notwendig und ästhetisch motiviert sehr schwierig.

Der italienische Gesetzentwurf hatte 2010 in erster Lesung die Abgeordnetenkammer passiert. Dann kam der Skandal um unzureichende Brustimplantate der französischen Firma PIP auf. Zehntausende Frauen müssen wieder unters Messer, um die gesundheitsgefährdenden und aus billigem Silikon gefertigten Kissen ersetzen zu lassen. Deshalb wurde das italienische Gesetz noch einmal nachgebessert.

Vor einer knappen Woche hatte das Gesundheitsministerium in Berlin erklärt, in Deutschland gebe es verfassungsrechtliche Einwände gegen ein solches Verbot. Unter anderem das Recht auf Selbstbestimmung der Betroffenen, das Recht auf elterliche Sorge und die Berufsfreiheit für Mediziner stünden einer Neuregelung im Wege.

dpa

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