Smartphonesüchtig?

Verformtes Skelett: Diese fatale Auswirkung kann das Smartphone auf unseren Hals haben

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Ständig in Versuchung: Das Smartphone bleibt selten länger ungenutzt auf dem Tisch liegen - mit Folgen für unser Skelett.

Dass häufiges Starren auf Bildschirme der Haltung schadet, ist nicht neu. Doch Forscher zeichnen jetzt das Bild einer drastischen Veränderung - die Verformung des Skeletts!

Schreibtischtäter wissen oft ganz genau, wie schlecht ihre Haltung vor dem PC ist. Schlimmer noch ist für unsere Nackenmuskulatur das Smartphone: Stehend oder sitzend bedient, müssen wir den Kopf weit nach unten beugen - das Gewicht des Kopfes muss von den Schultern getragen werden, die dieses im Normalfall nur Balancieren müssen. Infolge leidet unsere Haltung.

Auswuchs am Hinterkopf: Diese ungeahnte Folge hat Smartphonenutzung

Australische Forscher haben sich nun mit der Frage beschäftigt, welche Auswirkungen Smartphone-Nutzung auf das menschliche Skelett hat. Und diese sind enorm: So gehen die Wissenschaftler davon aus, dass eine Art Stachel am unteren Schädel, den einige junge Erwachsene vorweisen, auf Smartphone- und Tabletnutzung zurückzuführen ist, wie das Portal Express berichtete. Der Auswuchs am Nacken wird von Medizinern auch als Hinterhauptbein-Protuberanz bezeichnet. Sie vermuten, dass er entsteht, um dem stärkeren Zug der Muskeln stand zu halten.

Für ihre Studie werteten die Wissenschaftler die Röntgenbilder von 1.200 Personen aus. Dabei fiel auf, dass vor allem 18- bis 30-Jährige von dieser Verformung betroffen sind - die Altersgruppe, die häufig den Kopf gesenkt hält, um aufs Tablet oder aufs Smartphone zu schauen.

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Handynacken und Dorn: Nackenmuskulatur ist dem Smartphone-Zeitalter nicht gewachsen

Bis zu 20 Kilogramm Belastung entsteht, wenn wir den Kopf um 45 Grad nach vorne beugen. Um dieses Gewicht dauerhaft halten zu können, ist unsere Nackenmuskulatur zu schwach. Deshalb passt sich der Körper an und bildet zusätzliche Knochenschichten aus, die sich in Form des Stachels am Hinterkopf bemerkbar machen, wie Forscher im Fachblatt Nature veröffentlichten.

Seit der Einführung des Smartphones beschäftigen sich Wissenschaftler mit den Folgen auf unseren Körper. Seit Längerem ist das Beschwerdebild "Handynacken" ein geläufiger Begriff, den Mediziner verwenden. Und es stimmt: Wer mehrere Stunden täglich das Smartphone bedient, wird durch die ungewohnte Belastung des Nackens Verspannungen und Schmerzen bemerken. Dann können gezielte Übungen Linderung verschaffen.

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jg

Was man selbst gegen Verspannungen tun kann

Drübergreifen und ziehen: Diese Übung dehnt die seitliche Nackenmuskulatur. Foto: Christin Klose
Drübergreifen und ziehen: Diese Übung dehnt die seitliche Nackenmuskulatur. Foto: Christin Klose © Christin Klose
Für zwischendurch: Übungen wie diese Drehmobilisation lassen sich gut in kleinen Alltagspausen erledigen. Foto: Nils Schwarz/riva Verlag
Für zwischendurch: Übungen wie diese Drehmobilisation lassen sich gut in kleinen Alltagspausen erledigen. Foto: Nils Schwarz/riva Verlag © Nils Schwarz
Gabriele Kiesling ist Physiotherapeutin und Ratgeber-Autorin aus Berlin. Foto: Roswitha Kaster/riva Verlag
Gabriele Kiesling ist Physiotherapeutin und Ratgeber-Autorin aus Berlin. Foto: Roswitha Kaster/riva Verlag © Roswitha Kaster
Gabriele Kiesling: Physiotherapie für zu Hause: Häufige Beschwerden selbst behandeln. riva Verlag 2018, 176 Seiten, 19,99 Euro. ISBN: 978-3742306159. Foto: riva Verlag
Gabriele Kiesling: Physiotherapie für zu Hause: Häufige Beschwerden selbst behandeln. riva Verlag 2018, 176 Seiten, 19,99 Euro. ISBN: 978-3742306159. Foto: riva Verlag © riva Verlag
Allzweckwaffe Oberschenkel: Je dehnfähiger die Muskulatur hier ist, desto besser können Becken- und Rückenmuskeln die Wirbelsäule einstellen. Foto: Christin Klose
Allzweckwaffe Oberschenkel: Je dehnfähiger die Muskulatur hier ist, desto besser können Becken- und Rückenmuskeln die Wirbelsäule einstellen. Foto: Christin Klose © Christin Klose
Der seitliche Unterarmstütz kräftigt unter anderem die Beckenregion, aber auch Bauch und Rumpf. Foto: Christin Klose
Der seitliche Unterarmstütz kräftigt unter anderem die Beckenregion, aber auch Bauch und Rumpf. Foto: Christin Klose © Christin Klose

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