Was verrät der CRP-Wert im Blut?

Dr. Sebastian Brechenmacher ist Facharzt für Innere Medizin und Hausarzt in eigener Praxis in Krailling.

Leser: „Bei mir wurden Polypen im Darm entfernt, nach dem Eingriff war der CRP-Wert erhöht, er lag bei 75. Woran kann das liegen und was ist zu tun?“ Was verrät der CRP-Wert im Blut?

Das C-reaktive Protein (CRP) ist ein in der Leber gebildeter Eiweißstoff. Er ist Teil des unspezifischen Abwehrsystems des Körpers und wird bei Entzündungen unterschiedlichster Art vermehrt gebildet und in das Blut freigesetzt. Dabei kann es sich um infektiöse Ursachen (Bakterien, Viren, Pilze etc.), aber auch um nicht infektiöse Ursachen wie zum Beispiel bösartige Tumore sowie Gewebeverletzungen durch medizinische Eingriffe handeln. Je nach Art und Schwere der Entzündung können die Werte im Blut unterschiedlich hoch sein. Die Normwerte variieren je nach Labor (meist <5 mg/l).

Die Entfernung der Polypen im Darm geht je nach Ausmaß auch mit einer mehr oder weniger großen „gewollten“ Gewebeverletzung einher und kann somit zu einem CRP-Anstieg führen. Sollten Sie sonst keinerlei Beschwerden haben wie zum Beispiel Bauchschmerzen, Fieber, Veränderungen des Stuhlgangs, dann würde ich Ihnen raten, den Wert nach ein bis zwei Woche bei Ihrem Arzt kontrollieren zu lassen. Ist er deutlich abgefallen bzw. normal und geht es Ihnen gut, ist vorerst nichts weiter zu unternehmen. Sollte der Wert nicht abfallen oder sollten Beschwerden bestehen oder neu auftreten, muss unbedingt eine weitere Diagnostik bezüglich der Ursache durch Ihren behandelnden Arzt erfolgen.

Blut - Saft des Lebens

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