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Verstopfung bei Kindern im Urlaub: Auch Reisen kann Ursache für Leiden sein

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Von: Judith Braun

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Kleinkinder leiden oftmals unter Verstopfung. Diese kann verschiedene Ursachen haben und fordert von Eltern Geduld und Gelassenheit.

München – Im Alter von zwei bis dreieinhalb Jahren lernen Kinder normalerweise auf‘s Töpfchen zu gehen. Allerdings haben die Kleinen oft in diesem Stadium bereits Probleme mit der Verdauung und leiden unter Verstopfung. Dabei handelt es sich um ein relativ häufiges Phänomen, das unter anderem auch durch eine Reise ausgelöst werden kann – und das für Kinder meist ziemlich schmerzhaft ist.

Verstopfung bei Kindern im Urlaub: Auch Reisen kann Ursache für Leiden sein

Wenn ein Kind sich den Drang, auf‘s Töpfchen zu gehen, zurückhält, kann dies zu Verstopfung führen und ziemlich schmerzhaft sein.
Wenn ein Kind sich den Drang, aufs Töpfchen zu gehen, zurückhält, kann dies zu Verstopfung führen und ziemlich schmerzhaft sein. (Symbolbild) © Westend61/IMAGO

Es gibt unterschiedliche Ursachen und Auslöser, die für eine Verstopfung bei Kindern verantwortlich sein können. Erziehungsfehler, wie sie laut Experten oftmals von Rasenmäher- oder Helikopter-Eltern gemacht werden, oder Verhaltensstörungen spielen dabei weniger eine Rolle. Vielmehr kann ein neuer Tagesablauf – wenn ein Kind beispielsweise in die Kita kommt – dazu führen, dass es das große Geschäft verdrückt oder der Stuhlgang härter wird. Sollten Sie mit Ihrem Kind in den Urlaub fahren und eine Reise machen, auf der es ungewohnte Speisen zu sich nimmt, kann dies auch ein Grund für harten Stuhlgang sein.

Manche der Kleinen bekommen auch während der Phase des Sauberwerdens plötzlich Angst vor der Toilette und verhalten sich dann den Stuhl. Andererseits kann es auch vorkommen, dass ein Kind das große Geschäft als schmerzhaft empfindet. Beim nächsten Mal erinnert es sich daran und will diese als unangenehm abgespeicherte Erfahrung vermeiden. Dadurch kann jedoch ein Teufelskreis entstehen: Das Kind verkneift sich den Drang, wodurch der Kot zurückgehalten wird und sich schließlich verhärtet. Beim nächsten Mal schmerzt das große Geschäft dann noch mehr. Dr. Martin Claßen, Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin am Eltern-Kind-Zentrum Prof. Hess in Bremen warnt gegenüber der „Apotheken Umschau“ sogar vor der Gefahr einer chronischen Verstopfung.

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Anzeichen für Verstopfung können Bauchschmerzen und weniger Appetit sein

Es gibt mehrere Warnzeichen, die darauf hindeuten, dass Ihr Kind unter Verstopfung leiden könnte. Dabei kommt es nicht darauf an, wie oft das Kind zur Toilette geht, sondern auf die Begleiterscheinungen. Bei Babys wird der Stuhlgang beispielsweise zum ersten Mal fester, sobald sie nicht mehr nur Milch trinken, sondern auch Brei essen. Davor gibt es keine Verstopfung bei Säuglingen. Ein harter Stuhlgang, der Schmerzen verursacht, Bauchschmerzen oder häufiger braune Streifen in der Unterhose können Anzeichen für Verstopfung sein. Hält das Leiden länger an, verspüren Kinder oftmals auch weniger Appetit. Außerdem kann es sein, dass sie bewusst den Drang, auf die Toilette gehen zu müssen, zurückhalten.

Was können Eltern gegen Verstopfung bei Kindern tun?

Leidet Ihr Kleinkind unter Verstopfung, können Sie dem Leiden mit einer angepassten Ernährung entgegenwirken. Statt Bananen, Kakao, Schokolade und Fast-Food sollten Sie bei Verstopfung auf Trockenobst, Birnen und Kürbis setzen. Erstere Lebensmittel stopfen, während letztere den Stuhl eher locker machen. Zudem beeinflussen Vollkornprodukte wie Müsli die Verdauung positiv. Die Kleinen sollten außerdem genug Möglichkeit zur Bewegung haben, denn auch Rennen und Toben ist für die Verdauung förderlich. Beim Toilettengang sollten Sie darauf achten, dass Ihr Kind genug Ruhe hat und ihm eine entspannte und angenehme Atmosphäre schaffen. Achten Sie außerdem auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr bei ihrem Kind.

Wenn ein Kind unter Verstopfung leidet, sollte man allerdings nicht lange selbst herumdoktern, sondern möglichst bald einen Arzt aufsuchen. Maximal zwei Wochen sollten Eltern abwarten und sich dann von ihrem Kinderarzt Unterstützung holen. „Man darf eine Verstopfung nur ohne zusätzliche Schmerzen lösen, der Vorgang darf nicht traumatisch sein“, so Claßen. Oftmals wird den Kindern zunächst ein Stuhlweichmacher gegeben. Um den Stuhlgang zu entfernen, bekommen sie dann ein Abführzäpfchen oder ein kleines Klistier. Dieser Prozess kann meist mehrere Monate lang dauern, der Geduld und Gelassenheit von den Eltern fordert.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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