Vertrauen schaffen und Zahnarztangst besiegen

In Deutschland empfinden 60 bis 80 Prozent der Bevölkerung eine Zahnbehandlung als unangenehm. Bei 20 Prozent tritt sogar eine derartige Angst auf, dass sie nur unter starker Anstrengung oder gar nicht zum Zahnarzt gehen.

„Da mit der sogenannten Dentalphobie meist schwere gesundheitliche Folgen wie Zahnverlust einhergehen, besteht ein Großteil unserer täglichen Arbeit darin, Patienten ihre Ängste zu nehmen, um eine Behandlung zu ermöglichen“, betont Dr. med. dent. Christian Juncu, Fachzahnarzt für Oralchirurgie mit den Schwerpunkten Implantologie und chirurgische Parodontologie.

„Mithilfe von Gesprächen, vorsichtiger Aufklärungsarbeit und dem langsamen Heranführen an die Behandlungssituation lassen sich sehr schnell Erfolge erzielen.“ Grundsätzlich gilt: Betroffene werden mit ihren Problemen nicht allein gelassen und niemand muss sich für seine Ängste schämen.

Problem erkennen

Wer nicht regelmäßig zum Zahnarzt geht und seine Mundgesundheit kontrollieren lässt, leidet sehr schnell unter Kariesbefall und Zahnsteinablagerungen. In der Folge treten dann auch Beschwerden wie Parodontitis und letztendlich Zahnausfall hinzu. „Dadurch entstehen Schmerzen, die meist zu einem mangelhaften Putzverhalten führen. So verschlechtert sich die Situation im Mund und die Angst vorm Zahnarzt steigt weiter“, beschreibt Dr. Juncu die Problematik. Gleichzeitig sinkt die Lebensqualität, da Essen, Lachen und Sprechen mit einem Unwohlsein einhergehen. Viele Betroffene ziehen sich also auch aus ihrem sozialen Leben zurück.

Ängste nehmen

Zahnarztphobiker fürchten sich meist aus Unwissenheit darüber, was auf dem Zahnarztstuhl passiert. Meistens denken Patienten, dass gleich beim ersten Termin eine mehrstündige Behandlung erfolgt. Tatsächlich gilt es bei der Erstuntersuchung jedoch, die vorliegenden Probleme zunächst zu diagnostizieren. „Erst im darauf folgenden Schritt erklären wir dann ganz genau, was wir vorhaben, besprechen mit Betroffenen den aktuellen Zustand und schaffen Vertrauen durch intensive Gespräche“, betont Dr. Juncu. „Dabei geben wir unseren Patienten auch Tipps für den nächsten Besuch mit an die Hand. So erleichtern Entspannungsübungen oder das Hören der Lieblingsmusik das Gemüt. Viele bringen auch einen Freund oder einen Familienangehörigen mit.“

Lösungswege aufzeigen

Um Angstpatienten die Behandlung so angenehm wie möglich zu gestalten, gibt es unterschiedliche Hilfsmittel. „Neben der Vollnarkose stellt heutzutage der Einsatz von Lachgas eine Möglichkeit dar, Patienten in einen Wohlfühlzustand zu versetzen und angstfrei zu therapieren“, weiß Dr. Juncu. „Durch eine Nasenmaske strömt dabei ein Sauerstoff-Lachgas-Gemisch, welches bereits nach wenigen Atemzügen ein Gefühl der Leichtigkeit auslöst.

Ängste werden ausgeblendet, das Zeitgefühl geht verloren und die zahnärztliche Maßnahme verläuft schmerzfrei und risikoarm.“ Betroffene bleiben ansprechbar und der für Angstpatienten typische Würgereiz bleibt aus. Nach abgeschlossener Behandlung atmet der Patient für circa fünf Minuten nur reinen Sauerstoff ein, wodurch die Wirkung umgehend nachlässt und dann vollständig verschwindet. (Zahnklinik Rhein-Ruhr/nh)

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