Spender sein als Nebenjob

Wie viel Geld lässt sich mit Blut, Sperma oder Muttermilch verdienen?

+
Blutspenden werden dringend gebraucht. Manchmal gibt es dafür auch eine Aufwandsentschädigung.

Wer hat, was andere brauchen, gibt doch gerne. Manch einer spendet aber auch, um ein bisschen Geld nebenher zu verdienen. Doch lohnt sich das überhaupt?

Im Sommer 2016 beunruhigte eine Nachrichtenmeldung die Gemüter der Deutschen: Das Deutsche Rote Kreuz warnte vor Engpässen bei der Versorgung mit Blutkonserven. Nie war die Zahl der Spender so niedrig gewesen wie in jenen Sommermonaten. Zwar konnten Notfälle noch versorgt werden, doch mussten Operationen, die weniger akut waren, aus Mangel an verfügbarem Blut verschoben werden. 

Tatsache ist: Da viele Produkte, die aus Blut gewonnen werden, wie etwa Konzentrate aus roten Blutkörperchen, Blutplättchen oder Plasmapräparate, nur kurze Zeit haltbar sind, sind die Blutspendedienste auf kontinuierliche Spenden angewiesen. Wieso also nicht Gutes tun und dabei ganz nebenbei auch noch ein bisschen das Taschengeld aufmöbeln? Aber abgesehen davon, dass das Spenden von Blut eine wichtige gemeinnützige Sache ist – was bringt so ein Nebenjob als Spender eigentlich? Wir haben recherchiert und auch andere interessante Nebenerwerbsquellen für Spende-Freudige beleuchtet.

Nebenjob: Blutspender/in 

Von den 4,5 bis sechs Liter Blut, die jeder gesunde Erwachsene besitzt, kann man ruhig hin und wieder etwas abgeben. Schließlich kommt der rote Lebenssaft Krebspatienten zugute und wird dringend zur Rettung von Unfallopfern benötigt. 

Was Sie wissen sollten: Jeder Erwachsene zwischen 18 und 68 Jahren, der mindestens 50 kg wiegt und einen gültigen Personalausweis vorweisen kann, ist berechtigt, Blut zu spenden - sofern er gesund ist. Dies wird vor der Blutentnahme über einen Fragebogen abgeklärt. Männer dürfen alle zehn Wochen und Frauen alle zwölf Wochen Blut spenden. Der ganze Vorgang, bei dem dem Spender 500 Milliliter Blut abgenommen werden, dauert nur wenige Minuten. 

Das gibt es dafür: Das Deutsche Rote Kreuz vertritt die Meinung, dass Blutspenden ein Akt der Nächstenliebe und Hilfsbereitschaft ist und der Spender aus diesem Grund nicht bezahlt werden sollte.

Andere, meist private Organisationen oder Unikliniken zahlen eine Aufwandsentschädigung von 20 bis 25 Euro, zum Teil auch in Form von Gutscheinen, die dann in verschiedenen Geschäften eingelöst werden können. 

Plasmaspende 

Beim Plasma handelt es sich um den gelblichen Anteil des Blutes, der zum größten Teil aus Wasser besteht und unter anderem für die Dialyse gebraucht wird. Bei der Plasmaspende wird Blut aus einer Vene in der Armbeuge entnommen und anschließend maschinell zentrifugiert. Dabei wird das Plasma von den festen Blutbestandteilen getrennt und in einem Beutel gesammelt. Die verbleibenden Blutbestandteile werden dem Körper zurückgegeben. Dieser Zyklus wiederholt sich zwei- bis dreimal während einer Spende. Zusätzlich erhält der Spender eine Kochsalzlösung, um den Flüssigkeitsverlust wieder auszugleichen. 

Was Sie wissen sollten: Weil die Plasmaspende für den Spender sehr schonend ist, kann sie auch häufiger durchgeführt werden als die Blutspende – bis zu 45 Spenden innerhalb eines Jahres sind erlaubt. Da das Verfahren aufwändiger ist, dauert es auch länger: Planen Sie zwischen 45 und 60 Minuten ein. 

Das gibt es dafür: Haema, der größte unabhängige Blutspendedienst in Deutschland, wirbt mit einem leckeren Eis sowie einer Aufwandsentschädigung als Dankeschön. Bei anderen Diensten können zwischen 15 und 25 Euro drin sein.

Thrombozytenspende

Die Thrombozyten sind mit einem Durchmesser von rund 4,5 Mikrometer die kleinsten Blutkörperchen und unter anderem für die Blutgerinnung von großer Bedeutung. Bei Verletzungen sorgen sie dafür, dass die Blutung zum Stillstand kommt. Bei der Spende werden die Blutplättchen aus dem Blut gefiltert, die restlichen Blutbestandteile werden dem Körper zurückgeführt. Dieser Zyklus wiederholt sich mehrere Male während einer Spende. 

Was Sie wissen sollten: Thrombozyten zu spenden ist generell alle 2 Wochen erlaubt. Maximal dürfen sich Erwachsene bis zu 26 Mal im Jahr anzapfen lassen. Manchmal ist aber auch ein Nachweis über den eigenen Thrombozyten-Haushalt nötig: Bei Haema beispielsweise darf man nur spenden, wenn man mehr als 220.000 bis 260.000 Mikroliter an Thrombozyten im Blut hat. 

Das gibt es dafür: zwischen 25 und 40 Euro als Aufwandsentschädigung

Nebenjob: Samenspender 

Viele Paare, die sich ein Kind wünschen, sind froh und dankbar über eine Samenspende. Doch die Kriterien, um Spender zu werden, sind streng. 

Was Sie wissen sollten: Männer im Alter zwischen 20 und 38 Jahren, die gesund sind und keine erblichen Krankheiten haben, keine Drogen konsumieren oder alkoholabhängig sind, sind grundsätzlich erst einmal als Spender zugelassen. Blut- und Spermatests sowie eine ausführliche Befragung gehen der Spende voran. In einem Vertrag zwischen Spender und Samenbank werden alle Verpflichtungen festgehalten. Diese können zum Beispiel sein, dass sich der Spender bereit erklärt, alle drei bis vier Wochen zu spenden, und das über ein halbes oder ganzes Jahr hinweg. 

Das gibt es dafür: Pro Samenspende werden üblicherweise zwischen 50 und 100 Euro bezahlt.

Nebenjob: Muttermilchspenderin

Was von Mutter Natur kommt, ist das Beste fürs Kind, heißt es. Leider kann nicht jede Mutter ihr Baby selbst stillen und würde gerne auf die Milch einer anderen Mutter zurückgreifen, die mehr Milch hat, als sie für ihr eigenes Kind benötigt. 

Was Sie wissen sollten: Nur gesunde Mütter, deren Kind nicht älter als vier Monate ist, dürfen ihre Milch spenden. Eine Übersicht über Kliniken, die Milchspenden entgegennehmen, gibt es beispielsweise hier

Das gibt es dafür: für 100 ml Muttermilch gibt es zwischen 3 und 7,50 Euro.

Nebenjob: Haarverkäufer/in 

Haare wachsen langsam, deshalb ist dieser Nebenjob wohl wenig lukrativ. Denn für Perücken, Extensions und Toupets sollte es schon ein stattlicher Zopf sein, den man abzugeben hat. 

Was Sie wissen sollten: Die Länge des Zopfes sollte mindestens 25 Zentimeter betragen, und das Haar muss auf jeden Fall unbehandelt sein – keine Farbe, keine Strähnchen, keine Dauerwelle. Nach dem Waschen das Haar zum Zopf binden und oberhalb des Gummis abschneiden. 

Das gibt es dafür: bis zu 250 Euro je nach Haarqualität

Von Franziska Grosswald

Blut - Saft des Lebens

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.