Viele Menschen holen sich ihre Rückenbeschwerden im Schlaf

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Von den Belastungen des Tages erholen: Im Schlaf können sich unsere Bandscheiben regenerieren und die Muskeln entspannen.

Wer sich morgens verspannt und unausgeruht fühlt, sollte sein Bett überprüfen. Nach Aussage der Aktion Gesunder Rücken sind nämlich oft Matratze oder Lattenrost schuld an den Beschwerden.

Bei modernen Bettsystemen ist es vor allem wichtig, dass sich das Bett dem Schläfer, seiner Statur und seinen Schlafgewohnheiten anpasst und nicht umgekehrt.

Durchschnittlich ein Drittel unseres Lebens verbringen wir schlafend – unser Bett sollte daher einen so hohen Stellenwert haben, wie kein anderer Gegenstand in unserem Zuhause. Oft genug ist dies jedoch nicht der Fall: Viele Menschen kaufen das nächstbeste oder das günstigste Bett und -zubehör oder einfach nur eine neue Matratze. Diese kann ihre wohltuende Wirkung jedoch oftmals nicht entfalten, da der darunterliegende Lattenrost den nächtlichen Anforderungen nicht mehr gerecht wird. Die Bandscheiben, die Tag für Tag natürlicherweise erheblichen Belastungen ausgesetzt sind, können sich nachts dann nicht mehr ausreichend regenerieren, die Muskeln sich nicht entspannen.

Das Tückische dabei ist, dass die Folgen meist nicht direkt spürbar werden, sondern sich erst im Verlauf der Zeit manifestieren. Dabei ist es ein deutliches Alarmzeichen für ein unpassendes Bett, wenn man sich morgens verspannt und unausgeruht fühlt oder sogar im Bett nie das Gefühl hat, wirklich bequem zu liegen. Experten sind sich einig: Die klassische Kombination aus Bettgestell, Holzlattenrost und Matratze ist überholt! Doch was ist das Wichtigste bei einem modernen und vor allem rückenfreundlichen Bett? Die Aktion Gesunder Rücken (AGR) e. V. nennt einige wichtige Grundvoraussetzungen:

  • Das Bettsystem muss als Ganzes betrachtet werden, sodass die einzelnen Komponenten (Unterfederung, Matratze, Kopfkissen) auch zueinander passen.
  • Das Bettsystem muss individuell auf den Schläfer abgestimmt sein. Eine Anpassung an Gewicht und Körperform ist erforderlich.
  • Der Mensch braucht Bewegung, auch im Schlaf. Das Bettsystem soll die nächtlichen Drehbewegungen fördern. Das richtige Bettmaß: Einzelbetten sollten mindestens 100 Zentimeter breit sein, für die Länge gilt die Körpergröße + 20 Zentimeter.
  • Die Matratze muss auch das subjektive Liege- und Komfortempfinden des Schläfers zufriedenstellen.
  • Bei Doppelbetten gibt es eine goldene Regel: Jeder Schläfer braucht sein eigenes Bettsystem. Nur so wird man beiden Rücken gerecht.

Dazu sollte das Bett über eine einstellbare Unterfederung verfügen. Auf dieser Unterfederung liegt eine anpassungsfähige Matratze, die die Bedürfnisse des Schläfers berücksichtigt und die zusammen mit der Unterfederung eine perfekte Einheit bildet. Das ist wichtig, damit sich unsere Bandscheiben bestens regenerieren und „ernähren“ können.

So schlafen Sie gut! 

  1. Sorgen Sie für ein gesundes Schlafklima. Das bedeutet vor allem, dass die Temperatur im Schlafzimmer nicht zu warm sein sollte; als optimal gelten 16 bis 18 Grad. Die Luftfeuchtigkeit sollte dabei nicht unter 40 und nicht über 60 Prozent liegen. Für die Luftzirkulation ist Stoßlüften vor dem Zubettgehen die beste Maßnahme.
  2. Schalten Sie Handys, Tablets und Smartphones aus, bevor Sie schlafen gehen. Elektrische Geräte sind im Schlafzimmer fehl am Platz. Der Grund: Wer vor dem Schlafengehen noch im Internet surft, ist abgelenkt und schläft dadurch schwerer ein. Auch die Displaybeleuchtung hat auf viele Menschen einen beunruhigenden Effekt.
  3. Wer direkt vor dem Schlafen reichhaltig zu Abend isst, hat eine höhere Wahrscheinlichkeit für Einschlafschwierigkeiten. Deswegen ist es besser, abends nur etwas Leichtes zu essen oder zumindest ausreichend Zeit zwischen Essen und Schlafen verstreichen zu lassen.
  4. Auch Alkohol kann die Schlafqualität erheblich beeinträchtigen. Zwar sorgen alkoholische Getränke oft dafür, dass wir schneller einschlafen, doch meist schlafen wir dann unruhiger und wachen nachts öfter auf.
  5. Abendliche Bewegung hilft beim Ein- und Durchschlafen. Damit ist aber keine intensive Trainingseinheit gemeint. Stattdessen können ein Spaziergang oder eine kleine Runde mit dem Fahrrad förderlich sein. Die frische Luft entspannt  zusätzlich. (nh)

Weiterführendes Informationsmaterial und einen Überblick über aktuelle Broschüren und Bücher finden Sie online unter: www.agr-ev.de/patientenmedien.

Kurze Videos und Experteninterviews zu rückengerechten Alltagsgegenständen, unter anderem auch zu ergonomischen Bettsystemen, bietet der Video-Infoservice „AGR TV“ unter folgendem Link: www.youtube.com/dieagr

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