Oft keine Genehmigung

Vitamin-D-Zusatz in Lebensmitteln als Gefahr für die Gesundheit - Verbraucherzentrale warnt

Vorsicht beim nächsten Einkauf: Vitamin-D-Werte sind in vielen Lebensmitteln zu hoch, deckt die Verbraucherzentrale auf. Das kann der Gesundheit schaden.

Kassel – Vitamine, Ballaststoffe oder Eiweiß: Immer mehr Menschen achten bewusst darauf, was in den Lebensmitteln enthalten ist, die sie zu sich nehmen. Doch nicht immer sind viele Vitamine ratsam.

Ein Marktcheck der Verbraucherzentrale ergab: Viele der Lebensmittel die wir bei Edeka, Rewe, Aldi und Co. kaufen können sind mit Vitamin D angereichert und das häufig ohne Genehmigung. Zwar kann auch ein Mangel, wie beim Vitamin B12, eine Gefahr darstellen, doch eine Überdosierung kann ebenso schädlich sein.

Vitamin D in Lebensmitteln: Zuviel schadet der Gesundheit

Eine zusätzliche Anreicherung mit Vitamin D klingt auf den ersten Blick positiv. Doch tatsächlich kann die Aufnahme von zu viel Vitamin D zu Schäden an Nieren und anderen gesundheitlichen Problemen führen. Das Bundesamt für Risikobewertung (BfR) warnt bei Überdosierung vor Nierensteinen oder Nierenverkalkung. Deshalb dürfen Lebensmittel in Deutschland nur mit Vitamin D angereichert werden, wenn hierfür eine Genehmigung vorliegt. BfR empfiehlt zudem folgende Höchstmengen für Vitamin D in Lebensmitteln:

Produktgruppe:Empfohlene Menge an Vitamin D im Lebensmittel:
Milch, Milchprodukt1,5 µg je 100 g
Brot und Getreideprodukte 5,0 µg je 100 g
Streichfette und Speiseöle7,5 µg je 100 g
UV-bestrahlte Speisepilze10,0 µg je 100 g
UV-bestrahlte Milch3,2 µg je 100 g
Andere Lebensmittelkein Zusatz
Quelle: Verbraucherzentrale

Lediglich bei Margarine und Streichfetten ist die Anreicherung mit Vitamin D ohne gesonderte Erlaubnis zulässig, wie die Verbaucherzentrale berichtet. In der durchgeführten Untersuchung lag bei 61 Prozent der überprüften Lebensmittel keine Genehmigung für die Anreicherung mit Vitamin D vor.

Die künstliche Zufuhr von Vitamin D kann der Gesundheit enorm schaden. (Symbolfoto)

Vitamin D in Lebensmitteln: 13 Produkte im Test überschreiten den Grenzwert

Die vom Bundesamt für Risikobewertung empfohlenen Höchstmengen an Vitamin D wurden bei 13 Lebensmitteln im Test überschritten. Insgesamt haben die Experten der Verbraucherzentrale 112 Lebensmittel genauer unter die Lupe genommen. Gravierend ist nicht nur, dass 68 Lebensmittel ohne Genehmigung mit Vitamin D angereichert wurden. Es waren auch 48 Lebensmittel unter den getesteten, die nach BfR-Richtlinien gar nicht mit Vitamin D hätten angereichert werden sollen. Der Marktcheck auf einen Blick:

  • Milchersatzprodukte: 30
  • Streichfette und flüssige Pflanzenfettzubereitungen: 28
  • Getränke: 16
  • Süßigkeiten: 3
  • UV-Behandelte Lebensmittel: 3
  • Cerealien: 13
  • Milchprodukte: 19

Darunter fanden sich unter anderem Getränke und Süßigkeiten, wie die Verbraucherzentrale berichtet. Ob die Allgemeinverfügung gilt, war bei zehn Lebensmitteln unklar. Diese wurden nicht mit in die 61 Prozent einbezogen.

Gesundheit: Auch der Körper kann Vitamin D herstellen

Die Verbaucherzentrale empfiehlt bereits beim Kauf darauf zu achten, wie viel Vitamin D in Lebensmitteln enthalten ist. Zusätzlich wird empfohlen calziumhaltige Lebensmittel zu sich zu nehmen. Zusammen mit dem Vitamin D stärkt das sowohl die Muskeln als auch die Knochen.

Bewegung ist hierfür natürlich auch ratsam. Vitamin D und Calcium kann durch verschiedene Lebensmittel natürlich aufgenommen werden. So enthält Seefisch wie Lachs besonders viel Vitamin D. Auch Eier und Pilze sind natürliche Viamin-D-Lieferanten. Calcium ist besonders reichhaltig in Milchprodukten und in dunkelgrünem Gemüse enthalten, berichtet die Verbraucherzentrale.

Vitamin D: Auch bei Pilzen wird der Stoff zusätzlich über UV-Bestrahlung angereichert. (Symbolbild)

Der eigene Körper kann auch selbst Vitamin D produzieren. Diese Produktion wird durch Spaziergänge in der Sonne in Fahrt gebracht. Besonders im Frühling und Sommer sind diese wichtig, um die körpereigenen Speicher für die Wintermonate aufzufüllen. (Lucas Maier)

Rubriklistenbild: © Antonio Guillen Fernández/Imago Images

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.