Was wirklich hilft

Wenn Mückenstiche immer wieder jucken: Kasseler Hautarzt gibt Tipps

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Nach dem Stich dauert es in der Regel 60 Minuten bis vier Stunden, dann beginnt die betroffene Hautstelle zu jucken.

Gerade hatte man den Mückenstich fast vergessen – und dann juckt er schon wieder. Warum uns Stiche so lange nerven und was dagegen hilft.

Manche Mückenstiche jucken immer wieder. Schuld sind wir selbst, sagt der Kasseler Hautarzt Dr. Thomas Meyer. Uns hat er die wichtigsten Fragen rund um Mückenstiche beantwortet.

Warum jucken Mückenstiche überhaupt?

Das Insekt spritzt ein Speichelsekret in die Haut hinein, um die Blutgerinnung zu verhindern und in Ruhe trinken zu können. Im Körper werden dadurch Stoffe freigesetzt, die eine Entzündungsreaktion einleiten – so entsteht der Juckreiz. „Außerdem gibt es noch einen zweiten Mechanismus“, sagt Meyer. Der Mensch kann allergisch auf den Stich reagieren – und zwar dann, wenn er schon einmal mit der gleichen Substanz in Berührung gekommen ist. „Bei Mücken passiert das aber kaum“, sagt der Dermatologe. Allergische Reaktionen kommen beispielsweise bei Wespenstichen sehr viel häufiger vor.

Warum schwellen manche Mückenstiche so stark an?

Schwellungen sind häufig die Folge einer bakteriellen Entzündung: Durch den Stich kommen Bakterien in die Wunde und sie entzündet sich.

Wie lange dauert es vom Stich bis zum Juckreiz?

„Das geht schnell“, sagt Meyer. Nachdem man gestochen wurde, dauert es meistens ein bis vier Stunden, bis es juckt.

Wer Stiche aufkratzt, läuft Gefahr, sich eine Blutvergiftung einzufangen. Im Interview erklärt ein Experte, wie man sich davor schützt.

Warum fangen ältere Stiche manchmal nach Tagen wieder an zu jucken?

Daran sind wir meistens selbst schuld, sagt der Hautarzt. Sobald der Stich erneut gereizt wird – durch Kratzen oder die Reibung von Kleidung beispielsweise – werden wieder Histamine freigesetzt und der Juckreiz beginnt von Neuem.

Wann können Mückenstiche gefährlich werden?

Mückenstiche sind in der Regel unbedenklich. Gefährlich können sie werden, wenn sie im Gesichts-, Hals- und Mundbereich auftreten oder sich bakteriell entzünden. „Wenn die Höfe größer als zwei bis fünf Zentimeter werden, sollte man einen Arzt aufsuchen“, sagt Meyer. Möglicherweise müssen die Stiche dann mit Antibiotika behandelt werden.

Mückenstich behandeln: Was kann man gegen Mückenstiche tun?

Einer bakteriellen Entzündung kann man schlecht vorbeugen, aber man kann dem Juckreiz entgegenwirken. „Wichtig ist, sich nicht zu kratzen“, sagt der Dermatologe. Kühlung beruhigt die Haut, hilfreich sind Gele, die das Freisetzen von Histamin verzögern. Stichheiler helfen ebenfalls gut: In der Apotheke gibt es Geräte, die mithilfe von Hitze Eiweißstrukturen zerstören und so dem Juckreiz entgegenwirken. „Sie sind unheimlich effektiv“, sagt Meyer.

Hausmittel: Was hilft gegen Mückenstiche?

Das effektivste Mittel gegen Mückenstiche ist Kühlung. Ganz egal, ob sie durch Gele, Wasser oder Kühlkompressen hervorgerufen wird.

Hier haben wir eine Liste von effektiven Hausmitteln zusammengestellt.

Hilft auch Speichel gegen Mückenstiche?

Ja, Speichel kühlt und kann dadurch helfen. Der Nachteil: Im Speichel sind möglicherweise Bakterien enthalten, die zu einer Entzündung führen können. Der Dermatologe würde trotzdem nicht davon abraten, Spucke auf einen Mückenstich zu reiben. „Wenn eine Mutter damit den Stich des Kindes behandelt, ist das eine intime Handlung, die psychosomatisch wirken und die Heilung begünstigen kann“, sagt Meyer.

Dieses Video ist Teil der Plattform Glomex und wurde nicht von der HNA erstellt.

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