Weihnachten in der „Mitte“ bleiben

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Ob Gänsebraten, Raclette oder Lebkuchen – Festtagsmahl und Naschereien aller Art gehören zu Weihnachten dazu. Leider aber auch die unangenehmen Seiten üppiger Mahlzeiten wie Völlegefühl, Sodbrennen oder Magen-Darm-Beschwerden. Wer unter Problemen des Magen-Darm-Traktes leidet, dem bietet die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) eine sinnvolle Alternative zu Medikamenten.

Sie setzt zur Unterstützung der Verdauungsfunktion auf die natürliche Kraft chinesischer Arznei-Pflanzen und misst der Bauchregion als Vitalitätszentrum generell eine entscheidende Rolle für das allgemeine Wohlbefinden bei.

„Der Bauch gilt in der chinesischen Medizin als Mitte-Organ und stellt nicht nur den Ort der Verdauung von Nahrung dar, sondern zugleich eine Art Umschlagplatz für Informationen und Gefühle“, erklärt Dr. Christian Schmincke, TCM-Experte und Leiter der Klinik am Steigerwald. Er muss alles, was der Mensch von außen aufnimmt, verarbeiten, sortieren, verteilen, speichern oder ausscheiden.

In Zeiten ständiger Überforderung durch die Fülle des Angebots reagiert die Mitte daher immer häufiger mit Verstopfung, Durchfall oder schmerzhaften Blähungen. Umgekehrt gilt gesunde Ernährung nach den Maßstäben der chinesischen Medizin als wesentlicher Faktor für ein harmonisches Gleichgewicht im Körper. Um energetische Entgleisungen zu korrigieren, greifen TCM-Experten auf die Wirkung pflanzlicher Bestandteile wie Wurzeln, Rinden oder Knollen zurück, welche die natürlichen Klärungsfunktionen des Organismus stärken. Diese werden je nach körperlicher Verfassung auf Basis einer individuellen Rezeptur zu sogenannten Dekokten abgekocht, die Betroffene in kleinen Schlucken trinken. So tragen getrocknete Mandarinenschalen dazu bei, die Verdauungskraft anzuregen, führen bei Sodbrennen aber eher zur Verschlimmerung.

Zur Vermeidung von Magen-Darm-Beschwerden raten TCM-Experten, bestimmte Grundsätze der Ernährung nach chinesischer Medizin zu berücksichtigen. „Menschen mit empfindlichem Magen sollten frische, saisonale Lebensmittel bevorzugen und diese vollständig garen, ohne sie zu zerkochen“, empfiehlt Dr. Schmincke. Vielen bekommt zudem die viel empfohlene obst- und gemüsereiche Kost nicht, da Rohkost den Organismus oft zu sehr kühlt und überfordert. Das Gleiche gilt für Vollkornprodukte. Daher isst der Chinese schon zum Frühstück immer warm. Mit Suppe oder Reisbrei lässt sich der Magen zu Beginn des Tages optimal auf die vor ihm stehenden, harten Stunden vorbereiten.

Nach der chinesischen Medizin begründen bestimmte Nahrungsmittel sogar verschiedene Krankheitsbilder. Viele Neurodermitis-Betroffene erfahren beispielsweise eine Linderung ihrer Beschwerden, wenn sie Alkohol, Käse und Zucker meiden. Aus Sicht der chinesischen Medizin lässt sich so die „trübe Hitze“ im Blut, also die Ansammlung von Entzündungsprodukten, eindämmen. „Überhaupt steht der Bauch in ursächlichem Zusammenhang mit vielen Blockaden im Körper und stellt daher einen wesentlichen Ansatzpunkt für die umfassende chinesische Diagnose und ganzheitliche Therapie dar“, betont Dr. Schmincke.

Ihre volle Wirkung entfaltet die chinesische Medizin aber erst durch das Ineinandergreifen der 5 Säulen, zu der neben Diätetik auch Akupunktur, chinesische Arzneitherapie, Tuina-Massagen und Qi Gong zählen. (nh)

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