Tipps zum Umgang mit Demenz

Die Hirnleistung eines jede Menschen läßt im Alter nach. Das ist laut der Leiterin des Gesundheitsamtes Region Kassel, Dr. Karin Müller, ganz natürlich.

Angehörige fragen sich jedoch, wie sie diesen natürlichen Abbauprozess von einer demenziellen Veränderung unterscheiden können. „Eine Demenz ist ein langsam fortschreitender Prozess, der sich nicht mehr rückgängig machen lässt und im Verlauf der Krankheit immer deutlicher zu Tage tritt“, führte Dr. Müller aus.

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Mit zunehmendem Alter steige die Häufigkeit demenzieller Erkrankungen sehr stark an. Von weniger als 2 Prozent bei den 65- bis 69-Jährigen steigt sie auf über 30 Prozent bei den 90-Jährigen und Älteren.

Risiko von Frauen ist höher

Über zwei Drittel aller Demenzkranken sind Frauen. Dies ist hauptsächlich darauf zurückzuführen, dass Frauen im Vergleich zu Männern ein höheres Erkrankungsrisiko und eine längere Lebenserwartung haben.

Fast die Hälfte der Pflegebedürftigen in Privathaushalten hat eine Demenz. Gleichzeitig ist die Demenz der mit Abstand wichtigste Grund für eine Heimaufnahme, so die Leiterin des Gesundheitsamtes.

Daran erkennt man eine Demenz

Klassische Anzeichen einer Demenz sind:
• Zunehmende zeitliche, örtliche, situative und / oder personelle Desorientierung
• Häufigere Wortfindungsschwierigkeiten
• Unfähigkeit, Dinge und Gegenstände richtig zu benennen bzw. deren Verwendungszweck zu erkennen
• Verlust des Kurzzeitgedächtnisses, im fortgeschrittenen Krankheitsverlauf auch des Langzeitgedächtnisses
• Im fortgeschrittenen Krankheitsverlauf können auch Veränderungen der Affekte wie Wutausbrüche, vermehrte Ängstlichkeit und depressive Symptome auftreten

Wie sich Kranke in der Anfangsphase verhalten

In der Anfangsphase der Erkrankung versuchen Demenzkranke ihre Defizite vor der Umgebung zu verbergen und entwickeln Kompensationsmechanismen.

Sie versuchen ihre Defizite auszugleichen, in dem sie beispielsweise ihren Bewegungsradius auf die vertraute Umgebung einschränken und soziale Kontakte vermeiden Dann sollte ein Arzt bzw. Facharzt zu Rate gezogen werden, der eine Demenz mit Hilfe von neurologischen Tests und Untersuchungen nachweisen und entsprechende Hilfsmaßnahmen einleiten kann.

Was man als Angehöriger tun kann

Ganz besonders wichtig ist, dass dem Demenzkranken ein Leben in einer vertrauten Umgebung mit geregelten Tagesablaufen und konstanten Bezugspersonen ermöglicht wird. Man sollt Ruhe bewahren - auch bei aggressivem Verhalten - und das Verhalten des Patienten nie persönlich nehmen.

Beruhigen Sie den Patienten und schlagen Sie ihm vor etwas zu tun, was er normalerweise gerne tut. Bei Halluzinationen und Sinnestäuschungen bleiben Sie ruhig und erklären Sie dem Patienten, dass alles in Ordnung ist. Vermitteln Sie ihm Geborgenheit, indem Sie beruhigend mit ihm sprechen und ihn - wenn er es zulässt- sanft berühren. Versuchen Sie den Kranken abzulenken.

Gespräch mit einem Arzt hilft

Suchen Sie einen Arzt auf und sprechen mit ihm über diese Probleme. Auch  können die richtigen Medikamente die Lage verbessern. Versuchen Sie zu klären, was die Halluzinationen oder den Wahn ausgelöst haben könnte. Manchmal hilft es schon, Spiegel abzudecken, Tierfiguren oder Bilder zu entfernen und dunkle Ecken im Wohnbereich besser auszuleuchten.

Bei Schlafstörungen und Ruhelosigkeit achten Sie auf ausreichende Tages-Aktivitäten des Patienten, z.B. durch Spaziergänge an der frischen Luft, körperliche Beschäftigungen oder den Besuch einer Tagesstätte. Wenn sich das nächtliche Herumlaufen nicht ganz verhindern lässt, machen Sie zumindest die Wege sicher. Bauen Sie an gefährlichen Stellen wie Treppen Sicherheitsgitter ein. Schließen Sie alle Türen ab, vor allem die Küche, denn sie ist meist der gefährlichste Ort für einen Demenz-Kranken.

Klären Sie mit Ihrem Arzt, ob der Patient Medikamente erhält, die ihn tagsüber schlafen lassen und er deshalb nachts wach ist. Eventuell kann der Arzt diese Medikamente durch solche ersetzen, die den Schlaf-Wach-Rhythmus normalisieren. (Stadt Kassel)

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