Wenn die Angst die Lebensqualität einschränkt

Ein Beispiel: Angsterkrankungen bei älteren Mitmenschen. Dabei leidet altersunabhängig jeder vierte Patient in Allgemeinarztpraxen unter Angstsymptomen, jeder fünfte davon unter einer generalisierten Angststörung.

Hierbei finden sich neben der erdrückenden unbegründeten Sorge um mögliche zukünftige Ereignisse Symptome wie Nervosität oder Ruhelosigkeit, Gereiztheit und Konzentrationsstörungen, aber auch körperliche Beschwerden wie Mundtrockenheit, Luftnot, Herzrasen, Schwindel und Schwitzen.

Gerade bei Älteren stehen die körperlichen Beschwerden und Erkrankungen meist im Vordergrund, so dass die geäußerten Symptome oft allein hierauf zurückgeführt werden. Bei den über 65-Jährigen wird eine Angststörung nur bei etwa der Hälfte der Betroffenen als solche erkannt und behandelt. Auch die mit zunehmenden Alter weniger werdenden sozialen Kontakte und die damit weniger auffallende Vermeidung von angstbesetzten Situationen trägt zu einer Verschleierung der Häufigkeit von Angsterkrankungen im Alter bei.

Nicht gefährlich

Die Angst selbst ist nicht gefährlich, vielmehr führt die Angst vor der Angst zu einer erheblichen Einschränkung der Lebensqualität, da viele Dinge, die körperlich noch machbar wären, vermieden werden. Behandelbar sind Angststörungen mit regelmäßiger körperlicher Aktivität oder Entspannungsverfahren. Sofern dies nicht ausreichend ist, stehen auch Medikamente zur Verfügung. Das Studienzentrum Wilhelmshöhe bietet hierzu eine spezifische Therapie für über 65-Jährige mit Medikamenten an.

Das Restless Legs Syndrom (RLS) ist dagegen eine neurologische Erkrankung, die in jedem Alter auftreten kann. Das Hauptsymptom ist abendliche oder nächtlichen Bewegungsunruhe vor allem in den Beinen. Dies verbessert sich sofort, wenn sich die Patienten bewegen. Bei 80 Prozent der Betroffenen geht das Ganze auch mit periodischen Gliedmaßenbewegungen im Schlaf einher, die oft nicht als solche wahrgenommen werden, sondern sich vielmehr in einem unerholsamen Schlaf äußern.

Beide Störungen sind bei einem nicht unerheblichen Teil der Betroffenen schwierig im Krankheitsverlauf behandelbar. Oft kommt es zu einem Wirkungsverlust der Medikation oder aber die Symptome treten zu anderen Zeiten in der Nacht auf. Hier kann die Verabreichung eines spezifischen Medikaments in Pflasterform statt als Tablette hilfreich sein. Auch zu dieser Erkrankung bietet das Studienzentrum eine Therapiemöglichkeit für unter 65-Jährige an, bei der die Auswirkung eines bereits zur RLS-Behandlung zugelassenen Medikaments auf den nächtlichen Blutdruck mehrfach im Schlaflabor überprüft wird. (nh)

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