Auch Tinnitus macht auf das Burn-out-Syndrom aufmerksam: Warnsignale erkennen und gegensteuern

Wenn es im Ohr lärmt und pfeift

Folge des Burn-out-Syndroms: Tinnitus Foto: Fotolia

Immer mehr Menschen leiden unter Burn-out. Besonders gefährdet sind Berufe wie Lehrer oder Pflegekräfte, aber es kann prinzipiell jeden treffen: Manager genauso wie Hausfrauen. Erschöpfung ist das zentrale Symptom des Burnouts. Betroffene fühlen sich schon beim Gedanken an die Arbeit müde. Hinzu kommen Unlust oder Angst, zur Arbeit zu gehen.

Warnsignale werden von den Betroffenen oft übersehen

Ein reduziertes Engagement oder zynische Einstellungen sowie Unzufriedenheit mit der eigenen Leistung gehören zum voll ausgeprägten Burn-out-Syndrom. Häufig treten Reizbarkeit, Schlafstörungen, erhöhte Infektanfälligkeit, Schmerzen oder andere körperliche Beschwerden auf.

Die Warnsignale werden von Betroffenen in vielen Fällen übersehen. Manchmal ist ein störendes Ohrgeräusch das erste Anzeichen dafür, dass Menschen unter einem tiefergehenden Problem leiden. Burnout ist ein schleichender Prozess, bei dem die Symptome und ihre Stärke im Laufe der Jahre zunehmen. Die Diagnose Burnout-Syndrom wird oft erst dann gestellt, wenn bereits manifeste psychische beziehungsweise psychosomatische Erkrankungen auftreten.

Verantwortlich für ein Burn-out sind einerseits ungünstige Arbeitsbedingungen wie Überlastung, wenig Einfluss, geringe Wertschätzung und Anerkennung, sowie geringe Übereinstimmung zwischen Wertvorstellungen und der Arbeitswelt. Andererseits spielen auch individuelle Faktoren eine entscheidende Rolle. Betroffen sind vor allem Menschen, die bestimmte Merkmale aufweisen.

Typisch sind Perfektionismus, ein hohes Anerkennungsbedürfnis, eine große subjektive Bedeutung der Arbeit und die Bereitschaft, sich für den Beruf zu verausgaben. Vor allem aber mangelt es an der Fähigkeit, Abstand zu beruflichen Problemen zu gewinnen.

Mit dem Ohrgeräusch souverän umgehen

Der Erschöpfungszustand wird dann durch begleitende Depressionen oder Tinnitus zu einem ernsthaften gesundheitlichen Problem für die Betroffenen. Behandelt werden nicht nur das Burn-out, sondern vor allem die Folgeerkrankung. So setzt man beispielsweise in der Schön Klinik Bad Arolsen bei der Tinnitus-Therapie auf Aufklärung, Information und Erreichen einer Kompetenz im Umgang mit dem Ohrgeräusch zur Verbesserung der Kompensation. Hierzu gehören Psychotherapie, die in Bad Arolsen entwickelte Hörtherapie und gegebenenfalls eine Hörgeräteversorgung.

Die Erkenntnis, dass nicht ausschließlich das ungünstige Arbeitsumfeld, sondern auch individuelle Faktoren eine entscheidende Rolle spielen, hat sowohl für die Prävention als auch für die Therapie große Bedeutung.

Um Burn-out vorzubeugen, haben sich ein besseres Zeitmanagement, kollegiale Unterstützung, Strategien zur Konfliktbewältigung, Entspannungstrainings, Sport und Bewegung sowie Hobbys bewährt. Wichtig ist es, realistische Ziele und Ansprüche an sich selbst und andere zu entwickeln. Um den Beruf anhaltend als Berufung zu erleben, ist ein ausgewogenes Verhältnis von Belastung und Erholung notwendig. Hier sind vor allem das familiäre Umfeld, private soziale Kontakte und Freizeitaktivitäten von großer Relevanz.

Im Falle eines voll ausgebildeten Burn-out-Syndroms ist es wichtig, professionelle Unterstützung durch eine ambulante Einzel- oder Gruppentherapie zu bekommen. Das Ziel: Individuelle Faktoren, welche die Beschwerden ausgelöst haben und aufrechterhalten, zu identifizieren und zu verändern.

Dazu gehört, die eigenen Ansprüche an sich und Andere, die individuelle Bedeutung der Arbeit und andere problematische Einstellungen anzupassen.

Außerdem werden Entspannung, Stressbewältigung und der konstruktive Umgang mit belastenden Gefühlen gefördert. Haben sich bereits Depressionen, Angsterkrankungen, andere psychosomatische Störungen oder Suchtkrankheiten manifestiert, ist oft eine stationäre Behandlung in einer spezialisierten Einrichtung erforderlich. (nh)

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