Mythos und Wahrheit

Wespenstich? Was Sie im Notfall wissen sollten

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Honig und Marmelade machen die Wespen aggressiv. Doch eigentlich sind die Insekten sehr nützliche Tiere.

Erdbeerkuchen, Limo oder ein schönes Steak vom Grill - wer draußen isst, hat lästige Gesellschaft: die Wespen haben Hochsaison. Das sollten Sie über die Insekten wissen. 

Elf Wespenarten gibt es in Mitteleuropa. Doch nur zwei Wespenarten sind für uns besonders lästig: Die Gemeine (Vespula vulgaris) und die Deutsche Wespe (Vespula germanica).

Diese gelb-schwarzen Insekten können uns im Sommer gewaltig nerven. Kaum steht das Essen draußen auf dem Tisch, stürzen sich die ungebetenen Gäste auf Eis, Kuchen oder Fleisch.

Dieses Jahr gibt es zudem ungewöhnlich viele Wespen. Grund dafür waren die guten Nestbau-Bedingungen im Mai, sagt Stefan Berg, Leiter des Fachzentrum Bienen beim Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau.

Normalerweise ernähren Wespen ihre Brut mit Blattläusen oder Fliegen und stürzen sich deswegen erst bei Nahrungsmangel auf Grillwürste oder Schinken.

Viele Menschen haben panische Angst vor einem Wespenstich. Doch ein paar Tipps können für ein friedliches miteinander helfen.

Wespen: Die wichtigsten Tipps und Infos

  • Wespen stechen sobald sie sich bedroht fühlen! Vermeiden Sie hektische Bewegungen, bewahren Sie Ruhe. Schlagen macht die Wespen besonders aggressiv und sie stechen schnell zu.
  • Nicht Wegpusten: Kohlendioxid im Atem gilt für sie als Alarmsignal.
  • Wespen mögen Süßes und Fleisch. Deswegen Nahrungsmittel unter freien Himmel abdecken oder sofort wegräumen.
  • Süße Getränke nur mit Strohhalm trinken.
  • Nach dem Essen Kindern den Mund abwischen, um die Wespen nicht anzulocken.
  • Umkreist eine Wespe ein Kind, können Eltern sie sanft wegschieben oder mit Kind auf dem Arm Zickzack laufen.
  • Ablenkungsfütterung in fünf bis zehn Metern mit überreifen Weintrauben kann helfen. Vor einer Gartenparty lohnt es sich schon zwei Tage vorher mit dem Füttern anzufangen.
  • Angstschweiß kann Wespen-Angriffe auslösen.
  • Bunte Kleidung lockt Wespen an.

Die Gemeine (Vespula vulgaris) und die Deutsche Wespe (Vespula germanica) sind bis in den Oktober hinein aktiv. Nach den ersten Frostnächten gehen die Wespenvölker jedoch ein. Nur die Königin überwintert. Im Frühjahr bauen die Wespen dann ein neues Nest.

Die größte Wespe ist übrigens die Hornisse, die als ausgesprochen friedlich gilt. Wespen stehen unter Naturschutz und sind sehr nützliche Tiere. Auch ist die Biologie der Wespe sehr interessant.

Was tun bei einem Wespenstich?

Wenn eine Wespe einen Menschen sticht, fühlt sie sich bedroht und wehrt sich. Bei einem Wespen - oder Bienenstich in Rachen, Hals und Zunge sofort den Notarzt rufen und den Notruf unter 112 wählen. Auch wenn starke Reaktionen wie allergische Symptome zu sehen sind, Atemnot oder Kreislaufprobleme, wie Schwindel auftreten. 

Notruf 112

Bis der Arzt eintrifft den Betroffenen mit kalten Umschlägen kühlen. Falls er noch schlucken kann, Speiseeis und Eiswürfel lutschen lassen.

Das Gift von Bienen, Wespen, Hornissen und Hummeln kann insbesondere im Rachenraum die Schleimhäute heftig anschwellen lassen. Dadurch verengen sich die Atemwege oder können im schlimmsten Fall ganz verschlossen werden. Das geschieht im Mund besonders schnell und noch rascher bei Allergikern.

Mehr Tipps und Infos zum Umgang mit Wespen, Hornissen und Co. hat der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) auf seiner Webseite zusammengestellt.

Blutrünstige Plagegeister: Kleine Mückenkunde

Je feuchter und wärmer der Sommer, desto besser vermehren sich Mücken. Eine Pfütze reicht ihnen schon. Doch nur die Weibchen stechen zu. Eine kleine Mückenkunde: © dpa
Warum stechen Mücken? Stechmücken ernähren sich von zuckerhaltigen Pflanzensäften. Für die Reifung der Eier bei der Vermehrung braucht das Weibchen allerdings eiweißreiche Nahrung. Nur darum saugt es Blut - bei Tier und Mensch. © dpa
Ein Mückenweibchen kann nach einer Blutmahlzeit bis zu 300 Eier legen. Die Vermehrung von Mücken ist temperaturabhängig und dauert im Sommer nur wenige Tage. © dpa
Mückenweibchen besitzen für das Blutsaugen einen hochspezialisierten Rüssel. Beim Blutsaugen wird Speichelflüssigkeit abgegeben, die unter anderem die Stichstelle betäubt. Das Speichelsekret wird in der Regel erst nach dem Stich vom Immunsystem des Gestochenen erkannt. Es löst den Juckreiz und kleine Schwellungen aus. © dpa
Können Mücken Krankheiten übertragen? Für unsere Breiten ist das nicht bekannt. Vor allem in den Tropen gelten Mücken aber als Überträger zahlreicher Krankheitserreger wie Viren, Einzeller und Fadenwürmer. © dpa
Gefährliche Krankheiten, die mit Stechmücken in Zusammenhang stehen, sind die Malaria oder das Gelbfieber. Doch nicht jede Mückenart kann jeden Erreger übertragen. © dpa
Wie schützt man sich am besten vor Mücken?Wer keine Plagegeister mag, sollte auf dünne Kleidung und nackte Haut verzichten. Da viele Mückenarten die Schwüle und die Dämmerung lieben, empfiehlt es sich, im Haus zu bleiben. Dort können Fenstergitter Mücken fernhalten. Haut mit natürlichen und synthetischen Abwehrstoffe einschmieren oder auch damit die Kleidung imprägnieren.  © dpa
Oberstes Gebot ist beim Mückenstich: nicht kratzen! Durch das Kratzen verlängert sich nicht nur der Heilungsprozess, sondern es kann auch zu bakteriellen Sekundärinfektionen kommen, die sich zu bösen Entzündungen entwickeln können. Durch Einreiben mit alkoholischen Lösungen kann man die Stichwunde desinfizieren. Kühlung hilft, den Juckreiz zu unterdrücken. Nach einigen Tagen sollten Juckreiz und Quaddel verschwunden sein.   © dpa

ml

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