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Wie gesund ist Frühsport wirklich? Studie schafft Klarheit

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Von: Yannick Hanke

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Laut einer großen Studie ist vor allem der Zeitpunkt bei körperlichen Aktivitäten wichtig. Sollte das etwa alle Morgenmuffel zum Frühsport treiben?

Berlin – Morgenstund hat Gold im Mund, heißt es gemeinhin. Den Tag früh nutzen, ob arbeitsbedingt oder durch andere Dinge. Hierzu zählt für viele Menschen in Deutschland auch der alltägliche Frühsport. Noch vor dem ersten Kaffee das Haus verlassen und eine Runde joggen. Für Menschen, die gerne etwas länger schlafen und sich dies auch leisten können, mag die reine Vorstellung von Frühsport schon der reinste Horror sein.

Doch aufgepasst: Eine groß angelegte Studie „wirbt“ nun für Sport in den frühen Morgenstunden. Wer sich in der Früh sportlich betätigt, könnte besser vor Herzkreislaufbeschwerden und Schlaganfällen geschützt sein, wie kreiszeitung.de berichtet. Die Fakten im Überblick.

Hat Frühsport einen positiven Einfluss auf die Gesundheit? Studie klärt nun auf

Eine Arbeitsgruppe der Section of Gerontology and Geriatrics der Universität Leiden in den Niederlanden hat ermittelt, dass der sogenannte Präventionseffekt körperlicher Bewegung stärker vom Tageszeitpunkt abhängen könnte als bislang bekannt. Hierfür wurden die Daten von mehr als 86.600 Menschen aus der UK Biobank, einer großen medizinischen Datenbank mit Lebensstil- und Gesundheitsinformationen von rund 500.000 Menschen aus dem gesamten Vereinigten Königreich, analysiert.

Ein Mann fährt mit einem von seinem Hund gezogenen Dogscooter im von der Sonne gelb gefärbten Morgennebel über eine Wiese.
Eine Studie klärt darüber auf, wie gesund Frühsport tatsächlich ist. © Thomas Warnack/dpa

Die Ergebnisse der Studie wurden letztlich im European Journal of Preventive Cardiology veröffentlicht. Die Altersspanne der Teilnehmer reichte von 42 bis zu 78 Jahren, das Durchschnittsalter lag bei 62 Jahren. Der Frauenanteil belief sich auf 58 Prozent, 42 Prozent fielen demnach auf die Männer. Im Mittel betrug der Body-Mass-Index (BMI) 26,6. Diese Kennzahl gibt das Verhältnis von Körpergewicht zu Körpergröße an. Zur Einordnung: Ab einem BMI von 25 gilt man als übergewichtig. Und: Etwa 57 Prozent der Teilnehmer bezeichneten sich selbst als „Morgenperson“.

Laut Studie: „Körperliche Aktivität am Morgen mit einem geringeren Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen verbunden“

Über einen Zeitraum von einer Woche wurden die körperlichen Aktivitäten der Teilnehmer erfasst. Daraus zogen die Wissenschaftler Rückschlüsse auf das langfristige Aktivitätsniveau. Insgesamt wurden die Teilnehmer über sechs Jahre beobachtet. In diesem Zeitraum wurden 3707 Herz-Kreislauf-Ereignisse erfasst. Die Feststellung der Forscher: Die Teilnehmer, die am Morgen Sport trieben, wiesen ein um 16 Prozent geringeres Risiko für koronare Herzkrankheiten und ein um 17 Prozent niedrigeres Schlaganfallrisiko auf als jene, die sich eher am Mittag bewegten.

„Unabhängig von der körperlichen Gesamtaktivität war die körperliche Aktivität am Morgen mit einem geringeren Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen verbunden, was die potenzielle Bedeutung der Chrono­aktivität bei der Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen unterstreicht“, folgert die Arbeitsgruppe. Chronoaktivität meint dabei die Auswahl des Zeitpunkts für körperliche Aktivitäten.

Frühsport schädlich für den Blutzuckerspiegel – laut Studie aus Schweden

Doch gibt es wohlgemerkt auch Studien, die zu anderen Resultaten kommen – das betonen die Forscher selbst. Beispielsweise ergab eine Untersuchung von 2021, dass abendliche Bewegung mit einer besseren Erholung der Herzfrequenz und einer Senkung des Blutdrucks einhergeht. Bereits 2019 zeigte wiederum eine Studie aus Schweden, dass Bewegung am Nachmittag letztlich wirksamer zur Verbesserung des Blutzuckerspiegels beiträgt als eben jene Bewegung am Morgen. Laut dieser Studie soll sich Bewegung am Morgen gar schädlich auf den Blutzuckerspiegel auswirken.

Laut den Autoren der aktuellen Studie könnten die widersprüchlichen Ergebnisse auf unterschiedliche Messmethoden und Definitionen von körperlicher Aktivität zurückgehen. Oder aber sie hängen mit einer deutlich geringeren Stichprobengröße zusammen. Dementsprechend sei es wichtig, das neue Konzept der Chronoaktivität durch weitere Forschung zu untersuchen.

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