Ab wann es gefährlich wird

Wie man Cholesterinwerte richtig deutet

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Zu Medikamenten sollten Betroffene erst greifen, wenn Sport und eine Ernährungsumstellung nicht helfen. Foto: Franziska Gabbert/dpa-tmn

Cholesterin ist wichtig für den Körper. Doch zu viel davon ist auch nicht gut. Denn dann können die Blutgefäße verstopfen und sich die Zufuhr von Stauerstoff und Nährstoffen verschlechtern. Jeder sollte deshalb seine Werte prüfen lassen - und seine Risikogruppe kennen.

Bornheim (dpa/tmn) - Hohe Cholesterinwerte können auf ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten hindeuten. Doch welchen Wert der Einzelne anstreben sollte, hängt von verschiedenen Faktoren ab.

Der richtige Cholesterinwert hängt unter anderem vom Alter ab, dem Geschlecht und davon, ob jemand Vorerkrankungen hat, raucht oder eine familiäre Vorbelastung vorliegt. "Es gibt nicht einen Wert, an dem sich Betroffene orientieren können. Vielmehr sollte man prüfen, zu welcher Risikogruppe man gehört", rät Reinhold Lunow, Leiter der Praxisklinik für Diagnostik und Präventivmedizin in Bornheim. Eine Prüfung der Risikogruppe ist online über sogenannte Risikorechner möglich.

Wer bereits einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall hatte, gehört in die Gruppe mit sehr hohem Risiko. Das gilt auch für Patienten, die zum Beispiel Diabetes mit Organschäden haben. "Dann sollte der sogenannte LDL-Wert bei 70 liegen, während der Wert für eine Person ohne Risiko bei 135 liegen darf", erklärt Lunow. Das wäre zum Beispiel bei einem jungen, gesunden Nichtraucher der Fall, dessen Verwandte keinen Herzinfarkt oder Schlaganfall hatten.

Ist der Wert zu hoch, kann man versuchen, ihn durch ausgewogene Ernährung und Sport zu senken. "Nehmen Sie mehr pflanzliche und weniger tierische Fette zu sich", empfiehlt Lunow - es heißt also, viel frisches Gemüse, Fisch und Olivenöl zu essen. Auch Bewegung regt den Stoffwechsel an. "Pro Woche sollte man mindestens 150 Minuten mäßige körperliche Aktivitäten einplanen", rät der Experte. Bleibt der Wert über längere Zeit dennoch im kritischen Bereich, sollten Betroffene mit ihrem Arzt über die Einnahme von Medikamenten reden.

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