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Winter-Phänomen: Gründe, warum mehr Menschen zwischen Dezember und März sterben

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Von: Natalie Hull-Deichsel

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In Deutschland steigen für gewöhnlich die Todesfälle in den Wintermonaten an. Die höchste Sterberate zeigt sich im Durchschnitt im Februar. Woran liegt das?

Im Winter gibt es überdurchschnittlich viele Menschen, die in Deutschland sterben. Zwischen Dezember und März zeigt sich jedes Jahr ein Anstieg der Todesfälle – im Februar wird jährlich in der Regel die höchste Sterberate vermeldet. Die deutsche Bestattungswirtschaft nimmt diese als Richtwert und stellt sich jedes Jahr auf zehn Prozent mehr Todesfälle ein als in anderen Monaten. Woran liegt es, dass die Menschen in den kalten Monaten eher beispielsweise an Herzinfarkt sterben?

Winter-Phänomen: Warum vermehrt Menschen zwischen Dezember und März sterben

Mensch, der gestorben ist
In Winter zeigt sich im Durchschnitt eine Häufung der Sterbefälle in Deutschland aufgrund von Herzinfarkt, Influenza und Corona. (Symbolbild) © Edma/Imago

Bei den meisten Todesfällen in Deutschland spielt die Jahreszeit keine Rolle, wie Südwest Rundfunk Wissen berichtet. Betrachtet man das ganze Jahr, ist der Durchschnittswert in der Regel gleichbleibend. Doch was sich zeigt: im Winter kommen regelmäßig Sterbefälle hinzu, wie das Statistische Bundesamt vermeldet. Ein entscheidender Umstand ist, dass der menschliche Körper in den Wintermonaten durch Kälte und weniger Licht anfälliger zu sein scheint. Kälte hat Einfluss auf die Blutzirkulation. Betroffene sind besonders Menschen, deren Immunabwehr eingeschränkt ist oder die unter Grunderkrankungen wie hohem Blutdruck, Demenz und Diabetes leiden.

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Es gibt eine Häufung von Herzinfarkt-Patienten, wie eine US-Studie zeigt, und Infektionskrankheiten beispielsweise Influenza und Corona mit Langzeitfolgen Long Covid sowie mehr Fälle von Lungenentzündungen. Das belegen verschiedene Untersuchungen. Im Vergleich zu den warmen Monaten im Jahr zeigt sich, dass im Spätsommer – insbesondere im August und September – die Todesrate aufgrund dieser Erkrankungen mit nur sieben Prozent durchschnittlich eher niedrig ist.

Auch wenn die kalten, tristen Tage vermuten lassen, dass Fälle von Suizid durch Depression im Winter zunehmen. So zeigt sich in der Praxis in der Regel das Gegenteil. Die Selbstmordrate steigt tatsächlich im Frühjahr und Sommer stärker an. „Depressive neigen dazu, sich mit anderen zu vergleichen, deren gehobene Frühjahrsstimmung ihre eigene noch dunkler aussehen lässt, und fühlen sich tiefer im Keller“, wie die Welt Dr. Christina Koppe, Medizinmeteorologin beim Deutschen Wetterdienst, zitiert. Mehr Sonne wirke zwar antriebssteigernd, doch die Stimmungsaufhellung macht sich meistens erst nach ca. zwei Wochen bemerkbar. Bis dieser Effekt für Betroffene spürbar wäre, könne der gesteigerte Antrieb dazu führen, dass Selbstmordgedanken und -absichten tatsächlich in die Tat umgesetzt würden.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren RedakteurInnen leider nicht beantwortet werden.

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