Nasenbohrer leben gesünder

Wissenschaftlich erwiesen: Popel essen stärkt das Immunsystem

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Popel essen ist gesund - das wollen Wissenschaftler jetzt herausgefunden haben.

In der Nase bohren gehört nicht zum guten Ton. Doch Popel enthalten viele gesunde Inhaltsstoffe. Forscher fordern deshalb zum Popelessen auf.

Popeln ist verpönt und in der Öffentlichkeit ist das Bohren in der Nase erst recht nicht gern gesehen. Wer in Bus oder Bahn mit dem Finger in der Nase herumwerkelt, löst bei seinen Mitmenschen in der Regel Ekelgefühle aus und erntet abschätzige Blicke.

Doch es geht noch schlimmer: Manche Nasenbohrer stecken sich den Popel auch noch in den Mund und essen ihn. Eine Vorstellung, bei denen sich vielen der Magen umdreht. 

Popelessen ausdrücklich erwünscht

Doch nun fallen Mediziner der Harvard-Universität und dem Massachusetts Institute of Technology (MIT) allen, die Popeln für ein absolutes Tabu halten, mit einer neuen These in den Rücken: Sie ermutigen Eltern sogar, ihre Kinder Popel essen zu lassen! Denn: Das Nasensekret tue angeblich der Gesundheit gut. Was steckt nun also in so einem Popel? 

Der Nase bei der Reinigung helfen

Zunächst einmal ist festzuhalten, dass ein Popel einAbfallprodukt des Körpers ist. Dieses setzt sich aus getrocknetem Nasenschleim, Härchen und Staubpartikeln zusammen.

Und so entsteht der Popel: Drüsen in der Nase erzeugen einen Schleim, der dafür sorgt, dass die Atemluft befeuchtet und von Staub befreit wird. Normalerweise reinigt sich die Nase von selbst, wenn man niest, und der größte Teil fließt auch permanent über den Rachenraum ab. Doch gerade im vorderen Teil der Nase trocknet der Schleim schnell aus und verklumpt.

Um wieder frei atmen zu können, muss das angetrocknete Sekret also raus. Die meisten Menschen verwenden hierfür ein Taschentuch. Aber wie gesagt – andere erledigen das auf einem weit unkomplizierteren Weg mit dem Finger – und verspeisen das Ding auch noch genüsslich. 

Gesunde Bakterien im Kampf gegen schädliche Keime

Was die Forscher dazu brachte, den Popel genauer zu untersuchen, bleibt dahingestellt. Doch was sie über seine Zusammensetzung herausfanden, lässt das Popeln in einem ganz neuen Licht erscheinen: Die Forscher entdeckten darin nämlich jede Menge nützlicher Bakterien, die den Zähnen und den Schleimhäuten dabei behilflich sein könnten, einen natürlichen Schutz gegen schädliche Keime aufzubauen. So seien angeblich bereits erste Überlegungen getroffen worden, eine synthetische Zahnpasta und einen Kaugummi mit den guten Inhaltsstoffen des Popels herzustellen. 

Popelessen kann Allergien eindämmen

Fest stehe jedenfalls, so argumentiert es unter anderen der Biochemiker Prof. Scott Napper von der kanadischen Universität in Saskatchewan, dass Popelessen die Produktion von Antikörpern ankurbele, die das Immunsystem stärken und somit auch Allergien verhindern könnten.

Da die meisten Menschen aufgrund der hohen Hygiene-Standards heutzutage kaum noch mit Schmutz und Keimen in Berührung kommen, sind Allergien im Vormarsch. Popelessen unterstütze das Immunsystem, sich gegen Allergene zur Wehr zu setzen, so Napper.

Von Franziska Grosswald

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