Was Worte bewirken können

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Sprache bewusst einsetzen: Gerade in der Altenpflege können die richtigen Worte für eine angenehme Atmosphäre sorgen.

Eine kurze Begegnung im Flur einer Alteneinrichtung. Eine Angehörige wendet sich an eine Pflegerin: „Haben Sie meine Mutter heute schon gesehen?“ Die Antwort fällt knapp aus: „Nein, ich hatte Urlaub.“

Szenen wie diese sind typisch für den stressigen Arbeitsalltag in der Pflege. Die ideale Antwort aber wäre gewesen: „Bitte warten Sie einen Moment. Ich rufe jemanden, der heute schon Kontakt mit ihrer Mutter hatte.“

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Bei der AWO Nordhessen hat man die Bedeutung von Kommunikation längst erkannt. Seit dem Jahr 2012 werden dort Mitarbeiter zu Sprachbegleitern und Sprachmentoren ausgebildet – mit dem Ziel, in den Einrichtungen eine positive Sprache zu kultivieren. „Kommunikation spielt eine zentrale Rolle in der Altenpflege – sei es im Umgang mit Bewohnern, Angehörigen oder Kollegen“, weiß Sigrid Junge, Abteilungsleiterin der Altenhilfe. Im Arbeitsalltag komme die freundliche, deutliche Verständigung untereinander oft zu kurz. Das Projekt „Sprachkultur“ setzt genau dort an.

Lernen, richtig miteinander zu kommunizieren

Doch wie lernt man, richtig miteinander zu kommunizieren? Rollenspiele, in denen typische Szenen aus dem pflegerischen Alltag nachempfunden werden, gehören ebenso zu den Schulungsinhalten wie eine intensive Selbstreflexion. „Wichtig ist es, sich die eigene Sprache bewusst zu machen. Denn häufig benutzen wir Ausdrücke, die negativ auf andere wirken können“, erklärt Sigrid Junge.

Aber auch in schwierigen Situationen angemessen zu reagieren, wird bei den Seminaren trainiert. „Emotionsgeladene Gespräche mit Bewohnern oder Angehörigen gehören zum Alltag der Pflegekräfte. Die große Herausforderung ist es, in solchen Momenten ruhig und professionell zu agieren“, weiß Sigrid Junge.

Zudem sei ein Gespür für die Befindlichkeit des Gesprächspartners wichtig: Bemerkt man zum Beispiel, dass das Gegenüber emotional aufgewühlt ist, sollte man verständnisvoll reagieren. „Ich sehe, Sie sind aufgeregt, das kann ich verstehen“, sei dann beispielsweise ein Satz, der Vertrauen schafft.

Inzwischen haben sich 60 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der AWO Nordhessen zu sogenannten Sprachbegleitern und Sprachmentoren ausbilden lassen. Zurzeit durchlaufen weitere 25 Leitungskräfte das Schulungsprogramm.

Gefestigt wird das Wissen anschließend durch regelmäßige Praxistage. (pdf)

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