Zerknirscht durch den Alltag

Verspannungen des Kiefergelenks führen zu Beschwerden im gesamten Körper

Migräne, Nacken- und Rückenschmerzen, Ohrenpfeifen oder Sehstörungen, ohne zu wissen, woher es kommt? Vielleicht hilft ein Blick in den Mund. Denn häufig bewegt sich der Kiefer, ohne dass Betroffene es merken, in der Nacht hin und her.

Finden diese kleinen Kaubewegungen mit großem Druck statt, belastet das Kiefergelenke und Zähne stark. „Jeder Vierte in Deutschland leidet unter Zähneknirschen. Wie bei der Kettenreaktion von kleinen Dominosteinen wandern die Probleme mit der Zeit aus dem Kiefergelenk in den gesamten Körper“, erklärt Dr. Ingo Dantzer, Facharzt für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie.

Beschwerden von Kopf bis Fuß Direkt am Kopf sitzen viele Muskel- und Nervenbahnen, die sich durch den gesamten Körper ziehen und durch Knirschen verspannen oder lahmgelegt werden. Ständiges Knirschen wirkt sich direkt auf die Kaumuskulatur aus und führt dort sowohl an einzelnen Stellen als auch im gesamten Mund zu Schmerzen.

In besonders schweren Fällen verändert sich das Kiefergelenk und die Zähne nutzen regelrecht ab. Auch nebenan im Gehörgang entstehen Beschwerden, die von verstopften Gehörgängen bis zum Tinnitus reichen. Weil alle Bänder und Muskeln im Kopf- und Halsbereich stark angespannt oder überdehnt sind, leiden Knirsch-Patienten darüber hinaus häufig unter Migräneattacken und Nackenschmerzen. „Durch die verspannten Muskeln und Gelenke kommt es zu Fehlhaltungen, die sich bis in Rückenmuskulatur und Wirbelsäule fortsetzen und hier Beschwerden und sogar einen Beckenschiefstand hervorrufen können“, sagt der Experte und fügt hinzu: „Selbst ein Leiden im Fuß kann unter Umständen aus einem verspannten Kiefergelenk resultieren, da in unserem Köper alle Bereiche miteinander verbunden sind.“

Bei diesen Anzeichen wird es Zeit für einen Arztbesuch

  • Schmerzen im Kiefergelenk, die in die Ohren, zur Schläfe, in den Hinterkopf, den Hals oder die Schultern ausstrahlen
  • Schmerzen an der Halswirbelsäule, am Rücken und an der Schulter
  • Schmerzen beim Kauen und Sprechen
  • Schmerzhafte Behinderung der Mundöffnung oder des Mundschlusses, Abweichen des Kinns bei der Mundöffnung zur Seite
  • Schmerzhafte Schwellung der Kaumuskulatur
  • Rötung und Schwellung der Kiefergelenke

Schnelle Schmerzlinderung dank minimaler Behandlungen

Es stehen je nach Ursache unterschiedliche Therapiekonzepte zur Verfügung. Hierzu gehören physikalische sowie medikamentöse Therapien, Schienenbehandlungen, aber auch kieferorthopädische und -chirurgische Maßnahmen. „Mit passenden Therapien lassen sich Knirsch-Ursachen gut behandeln. Unsere Patienten finden dank abgestimmter Behandlungen wieder einen erholsamen Schlaf und genießen das Leben beschwerdefrei“, sagt Dr. Dantzer abschließend. (nh)

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