Große Ansteckungsgefahr

Zecken-Alarm: Lebensmittel mit FSME-Viren verseucht

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Zecken können schwere Krankheiten wie Hirnhautentzündung übertragen.

Sie sind lästig, fast überall und können der Gesundheit schaden: Zecken übertragen FSME. Die Viren können aber auch durch ein Lebensmittel übertragen werden.

Hunde, Katzen oder Menschen: Zecken kennen kein Pardon, wenn es um den Wirt geht. Doch während die kleinen Biester nicht nur lästig sind, können Sie bei manchen Betroffenen ernsthafte Erkrankungen auslösen. Darunter die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), auch bekannt als Hirnhautentzündung, die durch Zeckenstiche übertragen wird.

Zecken übertragen gesundheitsschädigende FSME-Viren

Der blutsaugende Parasit breitet sich bedingt durch den warmen Winter nun auch zunehmend früher und schneller aus. Doch dadurch entsteht das Problem, dass sich Mensch und Tier nun durch neue, ungewöhnliche Wege mit FSME-Viren anstecken können.

Während die Ansteckungsgefahr früher oftmals in Wald und Wiesen groß war, betrifft es nun sogar die unmittelbare Lebenswelt des Menschen. 2016 sollen sich bereits zwei Personen mit FSME-Erregern infiziert haben, nachdem sie Ziegen-Rohmilch getrunken haben.

Ziegen-Rohmilch mit FSME-Viren verseucht

Zuerst bekommen viele Betroffene grippeähnliche Symptome, bei rund 50 Prozent führt diese schließlich zu einer Entzündung der Hirnhaut. Mit der Folge, dass Sie schwere gesundheitliche Beeinträchtigungen wie langfristige Lähmungen, Sprechstörungen oder Atemschwäche erleiden müssen.

Wer frühzeitig reagiert und bereits im Kindesalter eine FSME-Impfung erhält, kann dafür sorgen, dass trotz Zeckenbiss die Erkrankung nicht ausbricht. Falls eine Hirnhautentzündung schon fortgeschritten ist, ist sie kaum mehr rückgängig zu machen.

Dann kann mittels Medikamente der Leidensdruck nur noch erträglicher gestaltet werden, so Priv. Doz. Dr. med. Gerhard Dobler, Facharzt für Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie, Leiter der Abteilung für Virologie und Rickettsiologie am Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr München.

Von Jasmin Pospiech

Das sind die häufigsten Irrtümer über Zecken

Zecken: Die häufigsten Irrtümer
Von April bis September lauern sie auf ihre Wirte: Holzbock, Schafzecke oder die braune Hundezecke. Doch über Zecken existieren etliche Mythen. Wir klären die häufigsten Irrtümer auf. © ap/dpa
Zecken: Die häufigsten Irrtümer
Mythos I: Zecken fallen nur von Baumkronen. © dpa
Zecken: Die häufigsten Irrtümer
Dass Zecken nur von Bäumen auf ihre Wirte fallen, ist ein weit verbreiteter Irrglaube. Die Blutsauger halten sich vielmehr in hohen Gräsern und im Unterholz in einer Höhe von bis zu 1,50 Meter auf. Entsprechend sollte bei Spaziergängen geschlossene Kleidung mit langen Ärmeln und langen Hosen getragen werden. © dpa
Zecken: Die häufigsten Irrtümer
Mythos II: Zecken mit Öl und Klebstoff entfernen. © dpa
Zecken: Die häufigsten Irrtümer
Ja keine Zeckenbeseitigung mit Hilfe von Öl und Klebstoff. Die Zecke wird dadurch zwar erstickt, gibt aber im Todeskampf vermehrt Viren (FSME) und Bakterien (Borreliose) in die Blutbahn ab. Die Zecke sollte nur mit einer Zeckenpinzette oder ärztlich entfernt werden. © dpa
Zecken: Die häufigsten Irrtümer
Mythos III: Ein weiterer Irrtum ist, dass Zecken sofort entfernt werden müssen. © ap
Zecken: Die häufigsten Irrtümer
Ruhe bewahren: Denn wenn Zecken zu abrupt von der Haut entfernt werden, können Teile ihres Körpers abreißen und zu Infektionen führen. © ap
Zecken: Die häufigsten Irrtümer
Mythos IV: Infektionen durch Zecken gibt es nur in Risikogebieten. © ap
Zecken: Die häufigsten Irrtümer
Infizierte Zecken gibt es überall in Deutschland. Es ist also auch überall von möglichen Infektionen auszugehen. © ap
Borreliose Bakterium
Überall in Deutschland gibt es Zecken, die die Krankheit Lyme-Borreliose übertragen können. © zecken.de
Zecken: Die häufigsten Irrtümer
Mythos V: Eine Zeckeninfektion ist kein Unfall. © ots
Zecken: Die häufigsten Irrtümer
Falsch ist die Annahme, dass Zeckenbissinfektionen nicht von der Unfallversicherung abgedeckt werden. Eine aus einer Infektion mit einem Erreger der Infektionskrankheiten Borreliose und Frühsommermeningitis resultierende Invalidität ist in der Unfallversicherung mitversichert. © ots
Zecken: Die häufigsten Irrtümer
Mythos VI: Mit richtiger Kleidung kann ich mich schützen. © dpa
Zecken: Die häufigsten Irrtümer
Im Prinzip halten Gummistiefel und lange Hosen Zecken ab oder zumindest auf. Sicheren Schutz kann Kleidung allein jedoch nicht gewähren. Zecken können auf der Suche nach einer geeigneten Stichstelle eine ganze Weile herumkrabbeln. © dpa
Mit ihrem Stechapparat ist die Zecke tief in der Haut verankert und saugt Blut.
Mythos VII: Zecken können verhungern. Mit einer einzigen Blutmahlzeit kann eine Zecke sehr lange überleben. Im Labor konnten Zecken, die vorher Blut gesaugt hatten, bis zu zehn Jahre lang ohne weitere Nahrung überleben. © zecken.de
Mit ihrem Stechapparat ist die Zecke tief in der Haut verankert und saugt Blut.
Mit einer einzigen Blutmahlzeit kann eine Zecke sehr lange überleben. Im Labor konnten Zecken, die vorher Blut gesaugt hatten, bis zu zehn Jahre lang ohne weitere Nahrung überleben. © zecken.de
FSME Virus Computer Grafik des FSME Virus
Mythos VIII: FSME Frühsommer-Menigoenzephalitis kommt nur im Frühsommer vor. © zecken.de
FSME Virus Computer Grafik des FSME Virus
Der Name der Krankheit täuscht. Die Zecken, die FSME übertragen, sind ab sieben Grad Celsius aktiv. Liegt im Winter über einen längeren Zeitraum die Temperatur darüber, bleiben die Zecken aktiv und können auch in dieser Jahreszeit zustechen und Menschen infizieren. © zecken.de

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