Zecken! Experten empfehlen Impfungen

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In Süddeutschland und vor Urlaubsreisen empfiehlt sich eine Impfung gegen Zecken.

Hannover/Stuttgart - Alle Jahre wieder! Das Zecken-Risiko ist vor allem in Süddeutschland nicht zu unterschätzen. Hier erfahren Sie, wie und wann man sich mit Blick auf den Sommerurlaub impfen sollte.

In Süddeutschland sind in diesem Jahr bereits die ersten Menschen an dem FSME-Virus erkrankt, das von Zecken übertragen wird. Im April und Mai zählte allein das Landesgesundheitsamt in Baden-Württemberg insgesamt sieben Erkrankte, hieß es in einer Mitteilung vom Dienstag. Die Infektion kann in einigen Fällen eine Hirnhautentzündung oder Lähmungen auslösen.

Das sind die häufigsten Irrtümer über Zecken

Zecken: Die häufigsten Irrtümer
Von April bis September lauern sie auf ihre Wirte: Holzbock, Schafzecke oder die braune Hundezecke. Doch über Zecken existieren etliche Mythen. Wir klären die häufigsten Irrtümer auf. © ap/dpa
Zecken: Die häufigsten Irrtümer
Mythos I: Zecken fallen nur von Baumkronen. © dpa
Zecken: Die häufigsten Irrtümer
Dass Zecken nur von Bäumen auf ihre Wirte fallen, ist ein weit verbreiteter Irrglaube. Die Blutsauger halten sich vielmehr in hohen Gräsern und im Unterholz in einer Höhe von bis zu 1,50 Meter auf. Entsprechend sollte bei Spaziergängen geschlossene Kleidung mit langen Ärmeln und langen Hosen getragen werden. © dpa
Zecken: Die häufigsten Irrtümer
Mythos II: Zecken mit Öl und Klebstoff entfernen. © dpa
Zecken: Die häufigsten Irrtümer
Ja keine Zeckenbeseitigung mit Hilfe von Öl und Klebstoff. Die Zecke wird dadurch zwar erstickt, gibt aber im Todeskampf vermehrt Viren (FSME) und Bakterien (Borreliose) in die Blutbahn ab. Die Zecke sollte nur mit einer Zeckenpinzette oder ärztlich entfernt werden. © dpa
Zecken: Die häufigsten Irrtümer
Mythos III: Ein weiterer Irrtum ist, dass Zecken sofort entfernt werden müssen. © ap
Zecken: Die häufigsten Irrtümer
Ruhe bewahren: Denn wenn Zecken zu abrupt von der Haut entfernt werden, können Teile ihres Körpers abreißen und zu Infektionen führen. © ap
Zecken: Die häufigsten Irrtümer
Mythos IV: Infektionen durch Zecken gibt es nur in Risikogebieten. © ap
Zecken: Die häufigsten Irrtümer
Infizierte Zecken gibt es überall in Deutschland. Es ist also auch überall von möglichen Infektionen auszugehen. © ap
Borreliose Bakterium
Überall in Deutschland gibt es Zecken, die die Krankheit Lyme-Borreliose übertragen können. © zecken.de
Zecken: Die häufigsten Irrtümer
Mythos V: Eine Zeckeninfektion ist kein Unfall. © ots
Zecken: Die häufigsten Irrtümer
Falsch ist die Annahme, dass Zeckenbissinfektionen nicht von der Unfallversicherung abgedeckt werden. Eine aus einer Infektion mit einem Erreger der Infektionskrankheiten Borreliose und Frühsommermeningitis resultierende Invalidität ist in der Unfallversicherung mitversichert. © ots
Zecken: Die häufigsten Irrtümer
Mythos VI: Mit richtiger Kleidung kann ich mich schützen. © dpa
Zecken: Die häufigsten Irrtümer
Im Prinzip halten Gummistiefel und lange Hosen Zecken ab oder zumindest auf. Sicheren Schutz kann Kleidung allein jedoch nicht gewähren. Zecken können auf der Suche nach einer geeigneten Stichstelle eine ganze Weile herumkrabbeln. © dpa
Mit ihrem Stechapparat ist die Zecke tief in der Haut verankert und saugt Blut.
Mythos VII: Zecken können verhungern. Mit einer einzigen Blutmahlzeit kann eine Zecke sehr lange überleben. Im Labor konnten Zecken, die vorher Blut gesaugt hatten, bis zu zehn Jahre lang ohne weitere Nahrung überleben. © zecken.de
Mit ihrem Stechapparat ist die Zecke tief in der Haut verankert und saugt Blut.
Mit einer einzigen Blutmahlzeit kann eine Zecke sehr lange überleben. Im Labor konnten Zecken, die vorher Blut gesaugt hatten, bis zu zehn Jahre lang ohne weitere Nahrung überleben. © zecken.de
FSME Virus Computer Grafik des FSME Virus
Mythos VIII: FSME Frühsommer-Menigoenzephalitis kommt nur im Frühsommer vor. © zecken.de
FSME Virus Computer Grafik des FSME Virus
Der Name der Krankheit täuscht. Die Zecken, die FSME übertragen, sind ab sieben Grad Celsius aktiv. Liegt im Winter über einen längeren Zeitraum die Temperatur darüber, bleiben die Zecken aktiv und können auch in dieser Jahreszeit zustechen und Menschen infizieren. © zecken.de

2010 registrierte das Robert Koch-Institut deutschlandweit 260 Patienten. Bislang verläuft die FSME-Grenze in etwa entlang einer Linie durch Südhessen und Südthüringen. Als einziger Kreis kam 2010 der Stadtkreis Offenbach zu den Risikogebieten hinzu. Doch auch in Niedersachsen lasse sich ein Infektionsrisiko nicht mit Sicherheit ausschließen, erläuterte der Virologe Masyar Monazahian vom Niedersächsischen Landesgesundheitsamt bei einem Expertengespräch am Dienstag in Hannover. Bisher seien aber nur einzelne Fälle bekannt.

Spätestens drei Wochen vor Reisen in Risikogebiete wie Süddeutschland, Österreich, aber auch Osteuropa sei eine Impfung unbedingt empfehlenswert, sagte der Facharzt für Innere Medizin, Ulf Werner, aus Hannover. Die häufigste durch Zecken verursachte Krankheit in Deutschland ist die Lyme-Borreliose, die erst seit Ende der 80er Jahre bekannt ist. Sie beginnt meist mit einer Rötung im Bereich der Stichstelle und ist in diesem Stadium noch gut mit Antibiotika zu behandeln.

Später kann sie zu Gelenkentzündungen und Erkrankungen des Nervensystems führen. Auch dann werden Antibiotika gegeben. Da die Bakterien erst nach einigen Stunden übertragen werden, sollte man Zecken möglichst schnell entfernen, erklärte Volker Fingerle, Borreliose-Experte im Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit. Das Deutsche Grüne Kreuz mit Sitz in Marburg hatte zu dem Expertengespräch im Landesgesundheitsamt Hannover eingeladen.

dpa

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