Zehn Minuten für die Brustgesundheit

Kleiner Aufwand, große Wirkung: Selbst sehr kleine Tumore in der Brust können bei einer Mammographie entdeckt werden. Foto: privat/nh

In Nordhessen werden Frauen zwischen 50 und 69 Jahren seit 2007 regelmäßig zur Teilnahme an der Brustkrebsvorsorgeuntersuchung eingeladen, die ersten unter ihnen nun bereits zum dritten Mal.

Ein Team aus 25 spezialisierten Ärzten der Region sowie speziell für Mammographien ausgebildete Mitarbeiterinnen, geleitet von den beiden programmverantwortlichen Radiologen, Dr. Hans-Ulrich Lawerenz und Dr. Ulrich Bernhard betreuen die rund 132 000 anspruchsberechtigten Frauen.

Das Besondere an diesem Programm: Trotz seiner Größe und den extrem hohen Qualitätsansprüchen ist es sehr persönlich. Dieses spiegelt sich auch in der guten Akzeptanz wieder. 90,8 Prozent aller nordhessischen Frauen, welche bereits mindestens ein Mal teilgenommen haben, nehmen auch in der zweiten und der dritten Runde wieder teil.

Die Untersuchung findet alle zwei Jahre statt. Genauer gesagt: Alle 22 bis 26 Monate erhalten die anspruchsberechtigten Frauen von der Zentralen Stelle Hessen per Post eine individuelle Einladung mit ihrem Termin zum nächst gelegenen Standort. Als zertifizierte Standorte werden angeboten: das Screening Zentrum in der Garde-du-Corps-Straße in Kassel, die Zweigstelle im Klinikum Bad Hersfeld oder eine der beiden mobilen Röntgenpraxen. Insgesamt 30 Standorte werden von diesen Mammobilen regelmäßig angefahren.

Wahlmöglichkeiten

Wichtig in diesem Zusammenhang ist, dass jede Frau den Einladungstermin und den Standort, an welchen sie eingeladen werden möchte, frei wählen kann, sodass jede Frau die Möglichkeit hat, am Programm teilzunehmen. Termine werden turnusmäßig durch die Zentrale Stelle Hessen vergeben. Für Termin- oder Standortänderungen genügt eine Mail oder ein Anruf,

Die eigentliche Untersuchung dauert höchstens zehn Minuten. Diese Minuten können für das weitere Leben entscheidend sein: „Wird ein Tumor frühzeitig erkannt, liegt die Heilungschance bei bis zu 95 Prozent,“ sagt Lawerenz. Und weiter: „Auch die Maßnahmen der Behandlung sind in der Regel im Frühstadium weitaus schonender.“

Erwartet wurde bei Einführung des Screenings eine Rate von vier Tumoren auf 1000 untersuchte Frauen. Tatsächlich war die Entdeckungsrate jedoch höher. „Bei uns in Nordhessen haben wir in der erste Runde sieben bis acht bösartige Neubildungen je 1000 untersuchter Frauen diagnostiziert, und auch jetzt sind es noch fünf bis sechs je 1000“, sagt Bernhard. „Internationale Langzeitstudien haben ergeben, dass die Brustkrebssterblichkeit durch das Mammographie Screening um 30 Prozent reduziert wurde.“

Die Mammographie erlaubt mit hoher Genauigkeit den Nachweis von Veränderungen in der Brust, bevor sie als Knoten oder Verhärtung tastbar sind. Zwar kann die Mammographie nicht alle Veränderungen aufdecken, doch bösartige Neubildung in der Größe von deutlich unter fünf Millimetern sind bereits im Röntgenbild zu sehen.

Der Besuch zur Vorsorge beim Gynäkologen sollte aber nicht entfallen, sondern zusätzlich erfolgen. Und auch die Selbstuntersuchung der Brust sollte unbedingt weiterhin durchgeführt werden.

Die wirksamste Methode, die Sterblichkeit an Brustkrebs zu senken, ist die Früherkennung. Denn: Je früher Brustkrebs entdeckt und behandelt wird, desto größer sind die Heilungschancen. (nh)

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