Zentrum für Mukoviszidose

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Enge Zusammenarbeit: Mukoviszidose-Patient Philipp Herwig mit (von links) Alfred Horwitz (Chefarzt Kinderradiologie), Friedrich-Karl Tegtmeyer und seiner behandelnden Ärztin Deborah Adelsberger bei der Besprechung eines Röntgenbildes.

Das Kinderkrankenhaus Park Schönfeld ist jetzt als einzige Einrichtung in Nordhessen als Mukoviszidose-Zentrum anerkannt. Unter der Leitung von Prof. Dr. Friedrich-Karl Tegtmeyer beteiligen sich unter anderem vier spezialisierte Ärzte sowie zehn Mitarbeiter anderer Berufsgruppen an der interdisziplinären Versorgung der Mukoviszidose-Patienten.

In Behandlung befinden sich derzeit 30 Kinder und Jugendliche.

Auch Philipp Herwig wird am Kinderkrankenhaus Park Schönfeld seit seiner frühesten Kindheit behandelt. Inzwischen ist er 21 Jahre alt und studiert an der Universität Kassel. Er ist einer von derzeit zehn erwachsenen Patienten, die ambulant und stationär im Kinderkrankenhaus Park Schönfeld behandelt werden. Denn ein gleichwertig aufgebautes Versorgungsangebot für erwachsene Mukoviszidose-Patienten in Nordhessen gibt es noch nicht, ist aber am Kasseler Klinikum im Aufbau. Das sei auch nötig, sagt der Architektur-Student: „Erwachsene haben oft völlig andere Probleme als Kinder-Patienten.“

Kampf gegen Infekte

Auch dank der engmaschigen medizinischen Versorgung sieht er sich durch die Mukoviszidose relativ wenig beeinträchtigt. Dennoch ist die Erkrankung sein täglicher Begleiter. Zu seinem Alltag gehören Medikamente, Inhalationen und eine spezielle Physiotherapie. Außerdem hat er öfter mit Infekten zu kämpfen und merkt beim Sport deutliche konditionelle Probleme.

Dass in Kassel ein anerkanntes Mukoviszidose-Zentrum besteht, in dem alle an Diagnose und Therapie beteiligten Disziplinen unter einem Dach zusammengefasst sind, sieht der in Warburg wohnende Student als großen Vorteil. „Ansonsten müsste ich bis Hannover fahren.“

Für die Anerkennung als Mukoviszidose-Zentrum müssen zahlreiche Anforderungen erfüllt werden. So braucht es eine interdisziplinäre Betreuung durch alle erforderlichen Bereiche wie pädiatrische Pneumologie, Gastroenterologie, Kardiologie, Psychosomatik, Kinderchirurgie und Kinderradiologie wie auch ein großes Team speziell qualifizierter Berufsgruppen der Pflege, Diabetologie, Ernährungsberatung, Physiotherapie, Psychotherapie und Sozialberatung.

Für die Versorgung der Patienten sind zudem aufwendige hygienische Maßnahmen zum Schutz vor Infektionen mit Problemkeimen nötig. Aufwendig ist auch die Diagnostik: Hierzu gehören Lungenfunktionsmessungen, Laufbandergometrie, Lungenspiegelung (Bronchoskopie), Allergiediagnostik, Laboruntersuchungen, Ultraschalluntersuchungen sowie das gesamte Spektrum der radiologischen Diagnostik.

Außerdem muss eine pädiatrische Intensivtherapie mit allen Formen der Atemunterstützung verfügbar sein. Dieser große Aufwand mache deutlich, dass es sich bei der Behandlung von Mukoviszidosepatienten um eine sehr komplexe Aufgabe handelt, die das gesamte Spektrum der modernen Medizin umfasst, sagt Tegtmeyer. (hei)

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