Zertifizierung der Wundambulanz

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Ausgezeichnete Wundambulanz: Die Patientin Sandra Isenberg lässt sich von Wundexpertin Ida Verheyen-Cronau ihre Wunde reinigen.

Frankenberg/Eder. Bei der Behandlung von chronischen Wunden leistet das Kreiskrankenhaus Frankenberg  überdurchschnittlich gute Arbeit. Nach einer qualitativen Überprüfung ist die Wundambulanz der Klinik mit dem entsprechende Zertifikat, dem ICW Wundsiegel, ausgezeichnet worden.

Als chronisch bezeichnet man eine Wunde, die trotz angemessener Behandlung nicht abheilen will. Solche Wunden erfordern eine spezielle Therapie, die auch die Wundursache berücksichtigt. Diese können vielfältig sein. Meist liegt eine chronische Erkrankung wie zum Beispiel eine Venenschwäche, Durchblutungsstörungen oder Diabetes vor.

Eine chronische Wunde wird mit der Zeit zu einer eigenen Erkrankung und kann im schlimmsten Fall zur Amputation oder Blutvergiftung führen. Menschen mit chronischen Wunden leiden vielfach unter Schmerzen, Wundgeruch und austretender Wundflüssigkeit. „Unsere Patienten behandeln wir in der Kreisklinik mit speziellen Therapieformen, die die Heilung der Wunde unterstützen und die Gesamtsituation der Betroffenen verbessern“, erklärt die Leiterin der Wundambulanz Ida Verheyen-Cronau. „Glücklicherweise können wir so in den meisten Fällen verhindern, dass Komplikationen entstehen, die längere stationäre Aufenthalte erfordern.“

Dazu wendet das Wundexperten-Team unter anderem spezielle Kompressionsbehandlungen an, bei denen der Blutrückfluss durch die Beinvenen beschleunigt wird. Ein spezielles Wundreinigungsverfahren mittels Ultraschall beseitigt unerwünschte Beläge und zerstört krankmachende Bakterien in der Wunde. Durch diese und andere Maßnahmen wird die Wundheilung unterstützt.

In manchen Fällen kommen auch kleine tierische Helfer wie sterile Fliegenlarven zum Einsatz. Diese tragen dazu bei, Wunden zu reinigen, indem sie abgestorbenes Gewebe mit ihren Verdauungsenzymen auflösen. „Die Behandlungsmethoden sind mittlerweile sehr vielfältig“, erklärt die Wundexpertin. „Daher entwickeln wir unsere Expertise auf dem Gebiet ständig weiter, um unseren Patienten die bestmögliche Versorgung zu bieten“, ergänzt Dr. Christoph Hüttich  als ärztlicher Leiter der Wundambulanz.

Diese hohe fachliche Kompetenz hat die wissenschaftlich medizinisch anerkannte Fachgesellschaft „Initiative Chronische Wunden  e. V.“ dem Kreiskrankenhaus nach einer eingehenden Überprüfung in einem Zertifizierungsverfahren, einem so genannten Audit, bescheinigt. Dies erfolgt stufenweise: in zeitlichen Abständen werden Qualitätsaspekte wiederholt überprüft. Dies sind unter anderem die Vernetzung mit Hausärzten und Pflegediensten, spezielle Schulungen für das Personal, Leitlinien zur standardgerechten Behandlung und die Dokumentation der Therapien.

Außerdem muss die Unterstützung des Selbstmanagements der Patienten und deren Schulung zum richtigen Umgang mit der Wunde nachgewiesen werden. Darüber hinaus wurde die Tätigkeit der Mitarbeiter vor Ort während der Wundsprechstunde bewertet. Bei der ersten Prüfung muss mindestens die Hälfte der abgefragten Qualitätskriterien erreicht werden, bei der zweiten 70 Prozent und bei der dritten nach drei Jahren schließlich 85 Prozent. „Unsere Wundambulanz hat sogar nach dem kürzlich stattgefundenen zweiten Audit bereits 95 Prozent aller Punkte erreicht“, sagt der Geschäftsführer der Kreisklinik Ralf Schulz. „Dass wir dabei ein so überragendes Ergebnis erreicht haben, darauf dürfen wir sehr stolz sein. Das ist keine Selbstverständlichkeit und eine klasse Leistung unserer Mitarbeiter.“

Viel wichtiger sei aber, dass die Patienten medizinisch optimal und qualitativ hochwertig versorgt werden. Die Wundambulanz des Kreiskrankenhauses Frankenberg steht allen Betroffenen mit chronischen Wunden nach Terminvereinbarung zur Verfügung. Telefonisch erreichbar ist diese zu den Sprechzeiten jeweils dienstags und freitags in der Zeit von 7.30 bis 13 Uhr unter der Telefonnummer 06451 – 55 261. (nh)

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