Ein Jahr nach dem Anschlag

„190220“: Angehörige der Opfer von Hanau sprechen im Podcast über die Tatnacht und quälende Fragen

Blumen liegen vor den Porträts der Opfer des Anschlags in Hanau an der Friedensbrücke in Frankfurt.
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Blumen liegen vor den Porträts der Opfer des Anschlags in Hanau an der Friedensbrücke in Frankfurt.

Am 19. Februar jährt sich erstmals der rassistisch motivierte Anschlag in Hanau. In einem Podcast-Projekt versuchen Angehörige der Opfer die Tat zu verarbeiten.

  • Der rassistisch motivierte Anschlag in Hanau jährt sich am 19. Februar.
  • Der Audiodienst Spotify startet dazu ein Podcast-Projekt.
  • Angehörige der Opfer versuchen die Tat zu rekonstruieren

Hanau - Ein Jahr nach dem rassistisch motivierten Anschlag mit neun Toten in Hanau veröffentlicht der Audiodienst Spotify dazu einen Podcast. Am Freitag kündigte die Plattform das Projekt in sechs Teilen an, das die Tat mit Hilfe von Angehörigen rekonstruieren soll. „190220 - Ein Jahr nach Hanau“ erscheint am 12. Februar.

Der Streaming-Anbieter Spotify hat bereits einen Trailer auf seiner Plattform zu „190220“ veröffentlicht. „Am 19. Februar 2020 tötet ein Rassist in Hanau neun Menschen“, sind die ersten Worte, die eine Frauenstimme spricht. Es folgen die bedrückenden Erzählungen von Menschen, die ihre Erlebnisse aus der Tatnacht schildern. Im Mittelpunkt steht die Frage: Wie konnte das passieren? „Die Angehörigen der Opfer kämpfen gemeinsam für eine lückenlose Aufklärung, für politische Konsequenzen - und gegen das Vergessen. Denn einen Prozess wird es nie geben, der Attentäter ist tot“,. heißt es in der Beschreibung zum Podcast auf Spotify.

„190220“: Plattform für Hinterbliebene der Opfer des Anschlags in Hanau

Verantwortlich für das Projekt sind die Journalistinnen Sham Jaff, Alena Jabarine und Viloa Funk. Funk produzierte bereits einen im Juli 2020 veröffentlichten Podcast über die Loveparade-Katastrophe in Duisburg 2010. Nun bietet sie gemeinsam mit ihren Kolleginnen den Hinterbliebenen der Opfer des rassistisch motivierten Anschlags von Hanau eine Plattform, ihre Sicht der Dinge zu erläutern, aber auch die Fragen zu stellen, die sie bewegen.

Am 19. Februar 2020 hatte ein 43 Jahre alter Deutscher in Hanau neun Menschen mit ausländischen Wurzeln erschossen. Zuvor hatte der Mann Pamphlete und Videos mit Verschwörungstheorien und rassistischen Ansichten im Internet veröffentlicht. Nach der Tat soll der 43-Jährige auch seine Mutter umgebracht haben, bevor er sich selbst tötete.

Anschlag in Hanau: Polizei wegen Notruf und verschlossenem Notausgang in der Kritik

Zuletzt sorgten Meldungen für Schlagzeilen, dass der Notruf der Polizei in Hanau in der Tatnacht unterbesetzt gewesen ist. Im veröffentlichten Trailer des Podcasts schildert ein Mann beispielsweise seine vergeblichen Versuche, in der Notruf-Leitung durchgestellt zu werden. Außerdem wird die Polizei beschuldigt, verantwortlich für verschlossene Notausgänge* in einem der Tatorte gewesen zu sein und damit mitverantwortlich für die Todesopfer zu sein. (Erik Scharf) *op-online.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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