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Verdacht auf Vogelgrippe: 8500 Tiere müssen getötet werden

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Im Landkreis Gießen besteht der Verdacht auf den Ausbruch der Vogelgrippe. Der Geflügelpest-Erreger H5 wurde bereits in fünf Proben nachgewiesen.

Hungen/Gießen - In einem Geflügelbetrieb in Utphe (Kreis Gießen) besteht der Verdacht auf eine Infektion mit der Geflügelpest. Das Veterinäramt musste die Tötung aller rund 8500 Tiere des Betriebes anordnen.

Nachdem in dem Betrieb in Hungen am Wochenende 50 Puten verendet waren, erfolgten umgehend eine tierärztliche Abklärung durch den Geflügelgesundheitsdienst des Landes sowie Untersuchungen durch das Hessische Landeslabor in Gießen. Der Betrieb reagierte nach der Feststellung der toten Tiere rasch und korrekt. Bis zum Montag sind mehrere Hundert Tiere verendet.

Verdacht auf Vogelgrippe im Landkreis Gießen - Erreger H5 in ersten Proben nachgewiesen

In ersten Proben wurde der Geflügelpest-Erreger H5 nachgewiesen. Weitere Proben werden nun im Labor des Friedrich-Löffler-Instituts für Tiergesundheit abgeklärt. Um eine Ausbreitung der hochansteckenden Krankheit zu verhindern, muss das Geflügel im Betrieb getötet werden. »Vor dem Hintergrund des erheblichen Ansteckungsrisikos, der Geschwindigkeit der Ausbreitung in dem Bestand und auch des Leids der erkrankten Tiere ist dieser Schritt nötig«, sagte Christian Zuckermann, Dezernent für Veterinärwesen im Landkreis Gießen. »Der Schutz der Tiere aller umliegenden Haltungen hat oberste Priorität.«

Im Kreis Gießen sind 50 Puten plötzlich verendet. Daraufhin wurde der Vogelgrippe-Erreger H5 nachgewiesen. (Symbolbild)
Im Kreis Gießen sind 50 Puten plötzlich verendet. Daraufhin wurde der Vogelgrippe-Erreger H5 nachgewiesen. (Symbolbild) © Carmen Jaspersen/dpa

Die getöteten Tiere werden anschließend für die Umgebung unschädlich entsorgt. Das Veterinäramt bereitet derzeit eine Schutzzone mit drei Kilometern Radius um den betroffenen Betrieb vor. Darüber hinaus wird eine Überwachungszone von zehn Kilometern Radius um den Betrieb installiert. Aus diesem Gebiet darf kein Geflügel hinaus- und hineingebracht werden. Für alle Haltungen besteht die Pflicht zur Aufstallung.

Drei-Kilometer-Schutzzone im Kreis Gießen: Vogelgrippe in Hungen

Das Veterinäramt wird in den kommenden Tagen alle Geflügelhaltungen im Bereich der Drei-Kilometer-Schutzzone kontaktieren, um Proben der Bestände zu entnehmen. Alle Geflügelhalter, die in Hungen Geflügel halten und sich bisher noch nicht bei der Hessischen Tierseuchenkasse oder beim Hessischen Verband für Leistungs- und Qualitätsprüfung gemeldet haben, sind dringend aufgefordert, die Geflügelhaltungen beim Veterinäramt anzuzeigen.

Die Geflügelpest, umgangssprachlich auch Vogelgrippe, ist eine hochansteckende Tierseuche und wird durch Viren übertragen. Insbesondere Hühner oder Puten erkranken schwer, was zu einem erheblichen Leiden der Tiere und hohen Todesraten führen kann. Die Geflügelpest kann nicht behandelt werden. (pm)

Bereits im Januar wurde der Vogelgrippe-Erreger H5N1 bei einer toten Wildgans in Hungen nachgewiesen.

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