Debatte um Öko-Terrorismus

Schwerer Unfall nach Blockade der A3: Jetzt gibt es Kritik an der Berichterstattung der Medien

Unfall A3 Blockade Aktivisten A49
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Nachdem die A3 von Aktivisten blockiert wurde, staute sich der Verkehr. Am Stauende ereignete sich ein schwerer Unfall.

Der schwere Unfall während der A3-Blockade durch Umweltaktivisten sorgt für hitzige Diskussionen. Nun wird Kritik an der Berichterstattung der Medien laut.

  • Aktivisten blockieren die A3 bei Idstein, die Autobahn muss voll gesperrt werden.
  • Die Aktivisten wurden am Dienstagabend festgenommen, die Staatsanwaltschaft ermittelt.
  • Jetzt entspinnt sich eine Diskussion um die Schuld der Aktivisten und die Schuldzuweisung.

Update vom Donnerstag, 15.10.2020, 09.50 Uhr: Die Stimmung im Netz nach der Abseilaktion auf der A3 am Dienstag (13.10.) ist weiter geladen. Besonders die Medienberichterstattung im Zuge der Blockade wird kontrovers diskutiert. „Autobahn-Hasser lösen Horror-Crash aus“, titelte die „Bild-Zeitung“, „A3-Blockade von Umweltschützern führt zu schwerem Unfall“, hieß es bei „hessenschau.de“, „Blockade der A3 löst schweren Unfall aus“ schreibt „fnp.de“. Unterschiedliche Organisationen, zum Beispiel Fridays for Future Frankfurt, üben im Bezug auf die Berichterstattung Kritik: Mit den Medienberichten und besonders ihren Überschriften werde ein Zusammenhang suggeriert, der nicht bestehe, wirft zum Beispiel „Fridays for Future Frankfurt“ der „Hessenschau“ auf Twitter vor.  

Die Reaktionen zum Unfall selbst gehen stark auseinander. Während einige sagen, der Unfall wäre bei jedem anderen, durch eine Baustelle, einen Unfall oder die Polizei ausgelösten Stau genauso passiert, andere sprechen von „Öko-Terrorismus“. Die Staatsanwaltschaft ermittelt nach der Aktion und sieht bei den Aktivisten zumindest eine Mitschuld. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft richten sich die Ermittlungen gegen fünf Frauen und zwei Männer, die zwischen 20 und 24 Jahre alt sind. Es bestehe der Verdacht der Nötigung in Tateinheit mit fahrlässiger Körperverletzung.

Nach schwerem Unfall und A3-Blockade: Ermittlungsverfahren eingeleitet

+++ 15.57 Uhr: Nach dem schweren Unfall auf der A3 infolge einer Blockade durch Demonstranten wurde auf Anordnung der Staatsanwaltschaft zur Klärung der Unfallursache ein Sachverständiger hinzugezogen. Gegen die Teilnehmer der Abseilaktion wird nach Rücksprache mit der zuständigen Staatsanwaltschaft Wiesbaden ein Ermittlungsverfahren eingeleitet.

+++ 13.57 Uhr: Nach dem schweren Unfall infolge der Blockade der A3 zwischen Idstein und Bad Camberg entspinnt sich eine Diskussion über die Schuld an dem Unfall. Die Polizei Mittelhessen twitterte eine Aufzählung, die bei einigen Nutzern in sozialen Netzwerken für Irritationen sorgt. Auf dem Twitter-Account der Polizei war zu lesen:

  • 1. Abseilaktion von Autobahnbrücke bei #Wörsdorf
  • 2. Stau
  • 3. Schwerer Unfall am Stauende
  • 4. Menschen wurden schwer verletzt

Kritiker sehen darin eine indirekte Schuldzuweisung, da ein Zusammenhang zwischen der Blockade und dem Unfall hergestellt werde. Damit würde die Polizei sich bereits vor möglichen weitergehenden Ermittlungen zu dem Thema bei der Schuldfrage festlegen. Die Polizei spricht von einer „numerischen Auflistung von Ereignissen“, anhand derer „keine Neutralitätsverletzung“ zu erkennen sei.

Eine Person nach Festnahmen nach Blockade der A3 in Gewahrsam

Derweil ist noch eine Person in Gewahrsam, nachdem bei der Blockade sieben Personen festgenommen worden waren, erklärte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. Im Laufe des Tages soll entschieden werden, ob die Person einem Haftrichter vorgeführt wird. Welche Vorwürfe den sieben Personen gemacht werden, ist derzeit noch unklar. Die Polizei hatte am Dienstag (13.10.2020) von insgesamt neun Festnahmen gesprochen.

Am Dienstag hatten sich zwei Personen von einer Brücke über die A3 abgeseilt, um gegen den Ausbau der A49 und die damit verbundenen Waldrodungen zu demonstrieren. Die Polizei hatte daraufhin die Autobahn voll gesperrt. Es bildete sich ein Stau, an dessen Ende sich ein schwerer Unfall ereignete. Eine Person fuhr auf das Stauende auf und wurde schwer verletzt.

Schwerer Unfall nach Blockade: Aktivisten festgenommen, Staatsanwaltschaft ermittelt

+++ Mittwoch, 14.10.2020, 09:31 Uhr: Durch die Blockade der A3 am Dienstag (13.10.2020) durch Umweltaktivisten kam es zu einem schweren Unfall an einem Stauende. Ein 29-Jähriger wurde dabei schwer verletzt. Der Mann hatte das Stauende übersehen und war in einen Lkw reingefahren. Er musste mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus gebracht werden.

Die Staatsanwaltschaft Wiesbaden hat gegen die zwei Teilnehmer der Abseilaktion ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Insgesamt seien neun Aktivisten festgenommen worden, wie die Polizei bereits via Twitter mitteilte.

Blockade auf der A3 für schweren Unfall mitverantwortlich

+++ 16.33 Uhr: Nachdem eine Blockade der A3 einen Stau und infolge dessen einen schweren Unfall ausgelöst hat, äußern sich die Blockierer. In einer Stellungnahme drücken die Aktivisten ihr Bedauern für den Vorfall aus: „Es ist schrecklich, dass es zu dieser Tragödie gekommen ist“, heißt es dort.

Die Verantwortung für den Unfall auf der A3, bei dem mindestens eine Person in ihrem Fahrzeug eingeklemmt schwer verletzt wurde, wollen die Blockierer vorerst nicht übernehmen. „Wir finden es geschmacklos, dass die Polizei schon innerhalb einer Viertelstunde nach dem Unfall über Twitter Anschuldigungen geäußert hat, während Auffahrunfälle bei Autobahnstaus ansonsten als trauriger Alltag akzeptiert werden“, heißt es in der Veröffentlichung. Und weiter: „Auf diese Anschuldigungen heute schon einzugehen, würde diesem schrecklichen Ereignis nicht gerecht werden.“ Man wolle den Angehörigen Ruhe lassen, um den Schock des Unfalls zu verarbeiten.

Eine Person bei Unfall auf der A3 nach Blockade schwer verletzt

Der Unfall auf der A3 hatte sich ereignet, nachdem sich am Dienstagvormittag (13.10.2020) zwei Personen von einer Brücke über die Autobahn abgeseilt hatten. Mit der Aktion sollte gegen die Rodung des Danneröder Forstes und den Ausbau der A49 protestiert werden. Infolge des Protestes sperrte die Polizei die A3 in beide Richtung und es entstand ein Stau. Am Stauende fuhr in Fahrtrichtung Köln eine Person auf einen Lastwagen auf und wurde in ihrem Fahrzeug eingeklemmt. Die Person wurde schwer verletzt und musste mit einem Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus gebracht werden.

Bad Camberg: Aktivisten blockieren die A3 - Folge ist schwerer Unfall an Stauende

+++ 14.20 Uhr: Nach aktuellen Erkenntnissen der Polizei wurde bei dem Unfall auf der A3 infolge der Blockade der Autobahn eine Person schwer verletzt. Ob es weitere Verletzte gab, war am frühen Nachmittag noch unklar. Ein Auto war in einen LKW am Stauende gefahren. Ein Rettungshubschrauber wurde angefordert, um die schwerverletzte Person abzutransportieren.

Gegen 13.50 Uhr hatte die Polizei die Unfallstelle nach rund zwei Stunden Sperrung wieder freigegeben. Die Aufräumarbeiten auf der A3 waren zu diesem Zeitpunkt noch im Gange, der Verkehrsfluss daher eingeschränkt.

Blockade der A3 löst schweren Unfall aus - Rettungshubschrauber im Einsatz

Update vom 13.10.2020, 12.29 Uhr: Am Ende des Staus, der sich infolge der Blockade der A3 gebildet hat, soll sich ein schwerer Unfall ereignet haben. Die Polizei Mittelhessen meldet, dass es schwerverletzte Personen gegeben hat. Auch ein Rettungshubschrauber ist im Einsatz. Wie halten Sie diesbezüglich auf dem Laufenden.

Am Vormittag hatten sich rund zehn Personen von einer Brücke auf der A3 abgeseilt. Hierdurch war ein Stau von rund sechs Kilometern Länge entstanden. Die Polizei sperrte die Autobahn in beide Richtungen vollständig. Nach Angaben der Polizei steht die Blockade im Zusammenhang mit dem Rodungsarbeiten im Danneröder Forst und den geplanten Ausbau der A49.

Schwerer Unfall im Stau hinter der A3 Blockade - Ein Rettungshubschrauber ist im Einsatz.

Polizei muss Autobahn sperren: Aktivisten blockieren die A3

Erstmeldung vom 13.10.2020, 11.10 Uhr: Bad Cambger – Aktivisten haben am Dienstagmorgen die A3 zwischen Bad Camberg und Idstein blockiert. Mehrere Personen seilten sich von einer Brücke ab. Die Polizei sperrte die Autobahn daraufhin vollständig für den Verkehr.

Nach Angaben des ADAC kam es durch die Sperrung der A3 zu einer Verzögerung von rund 30 Minuten, es bildete sich ein Stau von etwa 6 Kilometern Länge. Ortskundigen wird empfohlen, die Sperrung weiträumig zu umfahren. Laut ADAC eigenen sich die B275 über Idstein und die B8 bei Bad Camberg als Umfahrung.

In sozialen Netzwerken bezogen sich die Aktivisten bei der Aktion auf die Rodungen im Danneröder Forst und den Ausbau der A49.

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