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Affenpocken im Kreis Gießen: Überraschung nach erneuter Laboruntersuchung

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Von: Helena Gries, Alexander Gottschalk, Fee Halberstadt

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Drei Männer aus dem Kreis Gießen seien an Affenpocken erkrankt, hieß es jüngst noch. Das hat sich als falsch herausgestellt.

Update vom Donnerstag, 28. Juli, 16.37 Uhr: Überraschung im Fall der am Mittwoch (27. Juli) gemeldeten, vermeintlichen Affenpocken-Fälle aus dem Kreis Gießen. Die Infektionen seien durch neue Laboruntersuchungen am Donnerstag (28. Juli) widerlegt worden, teilte das Gesundheitsamt mit. Das zuständige Labor hatte die zunächst positiv getesteten Proben des betroffenen 67-Jährigen sowie des 26-Jährigen erneut untersucht. Das Ergebnis fiel negativ aus, beide sind doch nicht mit Affenpocken infiziert. Sie durften ihre Quarantäne laut Gesundheitsamt sofort beenden. Damit bleibt es zunächst bei einem bestätigten Affenpocken-Fall im Kreis Gießen. In Hessen insgesamt sind es inzwischen mehrere Dutzend.

Zwei weitere Affenpocken-Fälle im Kreis Gießen – Erste Impfungen verabreicht

Update vom Mittwoch, 27. Juli, 09.40 Uhr: Die Zahl der mit Affenpocken infizierten Menschen im Landkreis Gießen ist auf drei gestiegen. Dem Gesundheitsamt sind zwei neue Fälle gemeldet worden, ein 67 Jahre alter Mann sowie ein 26 Jahre alter Mann. Der 26-Jährige war Kontaktperson des zweiten Falls und infizierte sich offenbar während dessen medizinischer Versorgung. Wie der Landkreis Gießen am Mittwoch (27. Juli) mitteilt, sind beide Fälle durch Laborbefunde bestätigt worden. Die Infizierten befinden sich in Absonderung und werden ärztlich betreut.

Affenpocken
Elektronenmikroskopische Aufnahme von Affenpocken-Viren, koloriert. © Andrea Männel/Andrea Schnartendorff/RKI/dpa

Mittlerweile wurden drei Kontaktpersonen im Landkreis gegen Affenpocken geimpft. Eine Impfung innerhalb von vier Tagen nach einer Ansteckungssituation kann mit guten Chancen den Ausbruch der Erkrankung verhindern, eine spätere Impfung einen schweren Verlauf der Erkrankung, heißt es aus der Kreisverwaltung. Impfungen kämen demnach für enge Kontaktpersonen infrage, die mit Infizierten zum Beispiel direkten Hautkontakt hatten.

Erster Affenpocken-Fall im Kreis Gießen: Gesundheitsamt meldet Symptome bei 39-jährigem Mann

Erstmeldung vom Montag, 18. Juli 2022: Gießen – Seit im Mai der erste Fall von Affenpocken in Deutschland aufgetreten ist, sind bundesweit mehr als 1800 Infektionen nachgewiesen worden. In Hessen waren es bislang über 70 bestätigte Fälle, der Kreis Gießen blieb zunächst jedoch verschont. Nun gibt es aber auch hier die erste Affenpocken-Infektion, wie das Gesundheitsamt am Montagmittag (18. Juli) mitteilte.

Ein 39-jähriger Mann aus einer Gemeinde im Kreis Gießen habe Symptome gezeigt, hieß es. Den Namen der Kommune nannte die Behörde vorerst nicht. Der Verdacht habe sich durch einen Laborbefund bestätigt. Der Mann befindet sich nun in ärztlicher Behandlung und wird vom Gesundheitsamt betreut. Die 21 Tage andauernde Quarantäne läuft bereits.

Erster Affenpocken-Fall im Kreis Gießen: Impfstoff ist auf Lager

Der 39-Jährige soll sich bei einer Person aus einem anderen Bundesland angesteckt haben. Nach derzeitigem Kenntnisstand „gab es danach keine weiteren Kontakte, die ein Infektionsrisiko für andere Personen bedeuten“, teilte das Gesundheitsamt des Landkreises Gießen weiter mit. Es hat eigenen Angaben nach Impfstoff gegen das Affenpocken-Virus auf Vorrat. Weil das Vakzin aber nur in geringen Mengen vorhanden sei, würden aktuell nur Kontaktpersonen von Erkrankten geimpft.

Eine kolorierte transmissionselektronenmikroskopische Aufnahme von Partikeln des Affenpockenvirus (Gold).
Eine kolorierte transmissionselektronenmikroskopische Aufnahme von Partikeln des Affenpockenvirus (Gold). Die Zahl der Affenpocken-Infektionen im Landkreis Gießen steigt. © Niaid/dpa

„Wer innerhalb von vier Tagen nach einer Ansteckungssituation geimpft wird, hat gute Chancen, dass die Erkrankung gar nicht erst ausbricht“, sagte dazu Dr. Sophie Ruhrmann vom Gesundheitsamt. „Wer später, aber in einem Zeitraum bis zu 14 Tagen geimpft wird, hat immerhin die Aussicht, weniger schwer zu erkranken.“ Vor allem „heftige Schmerzen im Bereich der Hauterscheinungen“ könnten eine Infektion mit Affenpocken „sehr unangenehm machen“. (fh/hg)

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