Vergiftung

Fall Nawalny: Offenbacher Unternehmen unter Verdacht – Hat die Firma Putin geholfen? 

Kreml-Kritiker Alexej Nawalny während seiner Verhandlung in Moskau. Haben Unternehmen aus Deutschland bei seiner Vergiftung geholfen?
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Kreml-Kritiker Alexej Nawalny während seiner Verhandlung in Moskau. Haben Unternehmen aus Deutschland bei seiner Vergiftung geholfen?

Alexej Nawalny sitzt im Straflager. Auf der Suche nach Verantwortlichen für seine Vergiftung gerät eine Firma aus Offenbach ins Visier.

  • Wegen der Vergiftung des Kremlkritikers Alexej Nawalny haben die USA Sanktionen gegen Russland verhängt.
  • Auch drei in Deutschland ansässige Firmen stehen nun im Zentrum der Ermittlungen.
  • Eine von ihnen stammt aus Offenbach. Haben die Unternehmen Wladimir Putin geholfen?

Offenbach – Mit kahl rasiertem Kopf ist der Kremlgegner Alexej Nawalny auf Videos in sozialen Netzwerken zu sehen. „Ich hätte mir nicht vorstellen können, dass man 100 Kilometer von Moskau ein echtes Konzentrationslager errichten kann“, sagte er bei Instagram mit Blick auf die Architektur des Straflagers mit ihren barackenähnlichen Gebäuden. Die Mitgefangenen sind angespannt. Es kursieren Geschichten, dass im Lager in Pokrow bis vor kurzem „Menschen halb totgeschlagen wurden“. Alexej Nawalny hatte Präsident Wladimir Putin für den Giftanschlag auf ihn im August 2020 verantwortlich gemacht. Als der 44-Jährige nach seiner Behandlung in Deutschland nach Russland zurückkehrte, kam er noch am Flughafen in Moskau in Haft.

Alexej Nawalny: Hat eine Firma aus Offenbach bei der Verbreitung von Kampfstoffen geholfen?

Nun stehen drei in Deutschland ansässige Unternehmen im Verdacht, dem Regime von Wladimir Putin geholfen zu haben, wie die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ berichtet. Eines davon ist aus Offenbach. Das amerikanische Handelsministerium reagierte auf die Vergiftung von Kremlkritiker Nawalny mit Sanktionen gegen russische Funktionäre. Auf der Liste der Exportrestriktionen stehen auch drei Unternehmen aus Deutschland. Konkret geht es um die Unternehmen Riol Chemie, Chimconnect und Pharmacontragt. Die Firmen stehen im Verdacht, in die Verbreitung von biologischen oder chemischen Stoffen verwickelt zu sein, die Russland für die Herstellung von Kampfstoffen genutzt haben könnte. 

Die Firma Pharmacontract hat ihren Sitz in Offenbach. Das Unternehmen ist in Moskau beheimatet und laut eigenen Angaben die führende russische Chemie- und Pharma-Holding. Doch es ist fraglich, ob das in Offenbach ansässige Unternehmen überhaupt noch existiert. Links zur Website des Unternehmens gibt es nicht. Auf der Website „Online-Handelsregister.de“ wird das Unternehmen sogar als „gelöscht“ bezeichnet.

Offenbach: Unternehmen bezieht keine Stellung zu Nawalny-Vorwürfen

Riol Chemie, ansässig in Lilienthal bei Bremen, betreibt Exporte mit Reagenzien und Chemikalien. Das Unternehmen Chimconnect hat seinen Sitz in Konstanz und handeltg mit Laborchemikalien, Laborgeräten und Laboranlagen.

Auf Nachfrage der „FAZ“, ob das Unternehmen Pharmacontract in Offenbach zu den Vorwürfen seitens der USA Stellung beziehen könnten, kam keine Reaktion. Auch die anderen beiden Firmen ließen die Fragen der „FAZ“ unbeantwortet. Daher bleiben die Vermutungen, ob und wie die Unternehmen eine Rolle bei der Vergiftung des Kremlkritikers Alexej Nawalny eine Rolle gespielt haben, zunächst nur Spekulation. (Marvin Ziegele)

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