Hoher Schaden

AWO-Skandal: Schwere Untreue - Frankfurter Staatsanwaltschaft erhebt Anklage gegen CDU-Politiker

Anklage der Frankfurter Staatsanwaltschaft
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Die Staatsanwaltschaft in Frankfurt erhebt Anklage gegen den CDU-Stadtverordneten Wolfgang Gores im AWO-Skandal. (Archivfoto)

Im Zusammenhang mit der AWO-Affäre erhebt die Frankfurter Staatsanwaltschaft nun Anklage: CDU-Stadtverordneter soll die Geschäftsführerin zur schweren Untreue angestiftet haben.

Wiesbaden -–Der Wiesbadener CDU-Stadtverordnete Wolfgang Gores soll die Geschäftsführerin des Arbeiterwohlfahrt (AWO) Kreisverbandes Wiesbaden, Hannelore Richter, zur schweren Untreue angestiftet haben. Gores werde Untreue im besonders schweren Fall vorgeworfen, heißt es in einer Mitteilung der Staatsanwaltschaft. Die Tochter des 61-Jährigen sei laut der Frankfurter Staatsanwaltschaft, wegen Beihilfe, mitangeklagt. Bereits seit Juli 2019 laufen in diesem Zusammenhang Ermittlungen.

Gores hatte im vergangenen Jahr sein Mandat niedergelegt, nachdem Vorwürfe wegen der Anstellung seiner Tochter öffentlich geworden waren. Zunächst hatte sich der Politiker juristisch gegen die Anschuldigungen zur Wehr gesetzt. Nun erhob die Frankfurter Staatsanwaltschaft Anklage gegen die Verantwortlichen. Im Dezember 2016 soll der Angeklagte seine Kontakte zu der Geschäftsführerin genutzt haben, damit seine Tochter eine Schein-Anstellung bekomme und während ihres Bachelor-Studiums finanziell versorgt sei, so die Staatsanwaltschaft Frankfurt* am Main in einer Pressemitteilung. „Die seinerzeit im Raum Berlin wohnhafte Angeschuldigte soll daraufhin unter ausdrücklicher Bezugnahme auf diese Kontaktaufnahme ihre Bewerbungsunterlagen übersandt und Ende Januar 2017 mit der Geschäftsführerin einen Arbeitsvertrag abgeschlossen haben“, heißt es weiterhin. 

AWO-Skandal: 105.000 Euro Schaden für Wiesbadener Arbeitgeber

Der Vertrag sah vor, dass die Angeschuldigte ab Februar 2017 20 Stunden in der Woche als wissenschaftliche Mitarbeiterin für die Flüchtlingshilfe arbeiten solle*. Dafür sollte sie 2460 Euro brutto im Monat bekommen. Die Ermittlungen zeigten jedoch, dass beide Angeklagten nicht davon ausgingen, dass die 35-Jährige wirklich in der Flüchtlingshilfe arbeiten werde. Tatsächlich wurde sie bis zum Ende des Scheinarbeitsverhältnisses, Ende Dezember 2019, nicht für den Verband tätig.

Die Angeklagte erhielt jedoch in dem Zeitraum fast 53.000 Euro netto. Gleichzeitig entstanden für AWO Arbeitgeberkosten von insgesamt 105.000 Euro. Nun entscheidet das Amtsgericht Wiesbaden über die Eröffnung des Hauptverfahrens. Gegen Hannelore Richter, die damalige Geschäftsführerin des Kreisverbands, läuft ein getrenntes Ermittlungsverfahren. Richter soll seit mindestens 2015 zu Unrecht die Überweisung von Aufwandsentschädigungen, Bonuszahlungen, Beraterhonorare und fingierter Gehälter in großem Umfang veranlasst haben, so die Nachrichtenagentur AFP. (Ares Abasi) *fnp.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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