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Bei Festnahmeversuch auf Polizisten zugerast: Prozessstart

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Justiz
Ein Justizbeamter steht in einem Gerichtssaal. © Sebastian Gollnow/dpa/Symbolbild

Wegen versuchten Totschlags an zwei Polizeibeamten hat in Hanau ein Prozess gegen einen 25-Jährigen begonnen. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten vor dem Landgericht vor, im Mai 2021 in der Hanauer Innenstadt auf zwei Zivilfahnder zugerast zu sein. Die Beamten, die ihn festnehmen wollten, hätten sich nur durch Sprünge zur Seite in Sicherheit bringen können.

Hanau/Kassel - Er habe den Tod der beiden Polizisten dabei billigend in Kauf genommen, hieß es in der Anklage, die am Montag zum Prozessauftakt verlesen wurde.

Wenige Tage zuvor war der Mann zusammen mit einem Komplizen in Bad Emstal bei Kassel aus einer geschlossenen forensischen Psychiatrie geflüchtet. Beide verschwanden in einem bereitgestellten Fluchtauto.

Das Landgericht Hanau hatte ihn im März 2021 in die Entziehungsanstalt eingewiesen und zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von drei Jahren und neun Monaten wegen bewaffneten Drogenhandels, Körperverletzung, gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr sowie Fahrens ohne Führerscheins verurteilt.

Bei der Fahndung nach dem Flüchtigen hatten ihm die Zivilfahnder in einer Sackgasse laut Anklage den Weg abschneiden wollen. Der 25-Jährige demolierte mehrere Streifenwagen und entkam über einen Gehweg. Wenige Tage später nahmen ihn Spezialkräfte der Polizei im Maintal (Main-Kinzig-Kreis) fest. Sein Komplize wurde danach im Wetteraukreis verhaftet.

Am ersten Verhandlungstag gestand der Angeklagte, das Auto gefahren zu haben und geflüchtet zu sein. Den Hauptvorwurf der Anklage wies er zurück: Sein Mandant habe nicht die Absicht gehabt, jemanden zu verletzen oder zu töten, sagte sein Strafverteidiger.

Der Prozess ist zunächst auf vier Verhandlungstage bis Ende März terminiert. dpa

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