Pandemie

Immer mehr Corona-Impftermine in Hessen fallen aus – Wird Impfstoff weggeschmissen?

In Corona-Impfzentren in Hessen warten Ärzte und Betreuer immer häufiger vergeblich auf die Impfwilligen. (Symbolbild)
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In Corona-Impfzentren in Hessen warten Ärzte und Betreuer immer häufiger vergeblich auf die Impfwilligen. (Symbolbild)

Immer mehr Termine in den Impfzentren in Hessen werden nicht genutzt. Was passiert mit dem Impfstoff?

Frankfurt/Wiesbaden – Erst erlebten die Impfzentren in Hessen* einen Ansturm, mittlerweile sind die großen Hallen nahezu verwaist. Dabei haben noch lange nicht alle Menschen im Bundesland ihre Impfung gegen das Coronavirus* erhalten. Viele Termine in den Impfzentren bleiben jedoch ungenutzt.

Lange wird es die 28 Impfzentren in Hessen ohnehin nicht mehr geben. Ende September soll der Betrieb in den Impfzentren eingestellt werden. Darauf hat sich die hessische Landesregierung per Kabinettsbeschluss geeinigt. Zu hohe Betriebskosten sollen zu der Entscheidung geführt haben. Angesichts der zunehmend ausfallenden Impftermine offensichtliche keine falsche Entscheidung.

Corona in Hessen: Jeder fünfte Termin im Impfzentrum wird nicht wahrgenommen

Die durchschnittliche Quote lag im Land jüngst bei rund 20 % nicht wahrgenommener Termine, wie das Innenministerium auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur in Wiesbaden mitteilte. Jeder fünfte Impfwillige erscheint nicht im Impfzentrum. Konkrete Gründe für die Vielzahl an Absagen nannte das Innenministerium nicht.

Eine mögliche Erklärung ist, dass viele der nicht wahrgenommenen Termine auf bereits erhaltene Corona-Impfungen beim Hausarzt, Betriebsarzt oder im Rahmen von Impfaktionen wie in Frankfurt im Deutsche Bank Park* zurückzuführen sind. Möglich ist auch, dass Impfwillige nur einen bestimmten Corona-Impfstoff gespritzt bekommen wollen und deswegen nicht zum Impftermin erscheinen.

Corona in Hessen: Impfstoff wird trotz ungenutzter Termine nicht weggeschmissen

Dennoch habe in der Regel kein Impfstoff aufgrund des kurzfristigen Nicht-Erscheinens der Bürger ungenutzt entsorgt werden müssen. Es würden vor Ort in den Zentren nur so viele Injektionsflaschen vorbereitet, wie auch perspektivisch tatsächlich genutzt werden können, erklärte das Ministerium. Fälle von Impfstoffvernichtung aufgrund überzähliger Dosen, die nicht geimpft werden konnten, seien dem Land aktuell nicht bekannt. Bislang hätten in den Impfzentren Dosen nur in Einzelfällen nicht genutzt werden können. Hintergrund waren den Angaben zufolge hauptsächlich verunreinigte Chargen.

Um die Impfquote weiter zu erhöhen, bietet das Land Hessen seit Mitte Juli ein neues Angebot für kurzfristige Impftermine innerhalb von vier Tagen in den Impfzentren über das zentrale Terminvergabeportal des Landes an. Derzeit würden im Durchschnitt etwa 20.000 Menschen täglich in Impfzentren geimpft. Dabei überwiege aktuell der Anteil der Zweitimpfungen. (esa) *fnp.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Zuletzt kündigte Ministerpräsident Volker Bouffier an, kostenlose Corona-Tests für Ungeimpfte abschaffen zu wollen.

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