Corona-Pandemie

Schüler in Hessen können wieder sitzen bleiben – Ministerium nennt Details

In Hessen werden Schüler nicht mehr automatisch versetzt. (Symbolbild)
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In Hessen werden Schüler nicht mehr automatisch versetzt. (Symbolbild)

Auch in diesem Schuljahr gibt es besondere Regeln an den Schulen in Hessen. Automatisch wird aber niemand mehr versetzt.

Wiesbaden – Das letzte Jahr der Corona*-Pandemie traf vor allem Schülerinnen und Schüler in Hessen* hart. Teilweise mussten sie über Monate im Homeschooling verbringen. Dass manche Schülerinnen und Schüler deswegen im Unterricht nicht ganz mitkamen, ist ein offensichtliches Problem. Deshalb setzte das hessische Kultusministerium das „Sitzenbleiben“ aus, auch mit zu schlechten Noten wurde man dennoch versetzt. Diese Regelungen soll in diesem Jahr jedoch nicht mehr gelten.

Im Schuljahr 2020/2021 soll die automatische Versetzung ausgesetzt werden. Das gab das Ministerium in einem Brief bekannt. Die schwierige Situation der Schülerinnen und Schüler werde dennoch vom Land anerkannt, heißt es darin. Den Schulen werde ein größerer Spielraum als üblich bei der Versetzung gewährt.

Corona in Hessen: Keine automatische Versetzung mehr an Schulen

So können „in besonders begründeten Ausnahmefällen“ Schülerinnen und Schüler trotz nicht ausreichender Leistungen versetzt werden, heißt es weiter im Statement. Ein solcher Grund sei beispielsweise, falls Umstände vorliegen, die „nicht zu vertreten“ seien. Die Entscheidung zur Versetzung sei „in pädagogischer Verantwortung und unter Berücksichtigung des Einzelfalls zu treffen“. Schulen in Hessen haben also einen größeren Spielraum.

Außerdem ändern sich die Bedingungen zum Sitzenbleiben in Hessen – jedenfalls für die Corona-Zeit. Wer im letzten Schuljahr die Kriterien für eine Versetzung erfüllte, nun aber schlechte Noten schreibt, kann auf eine „pädagogische Versetzung“ hoffen. Falls die schlechten Noten bereits aus dem letzten Jahr stammen und sich nicht genug für eine Versetzung verbessert haben, muss mit einer Wiederholung des Schuljahres gerechnet werden. Schülerinnen und Schüler, die entweder im letzten oder in diesem Jahr ausreichende Leistungen gezeigt haben, können versetzt werden – bei gleichbleibend schlechten Leistungen jedoch nicht, stellt das Ministerium klar.

Corona in Hessen: Schulen haben größeren Spielraum bei Versetzungen

Bis zum 1. Juni kann in der Corona-Pandemie auch eine freiwillige Wiederholung beantragt werden. Wenn zu erwarten ist, dass die „Lernentwicklung besser gefördert“ werden könne, werden die Schülerinnen und Schüler dann nicht versetzt. Entschieden wird das von der Klassenkonferenz, nachdem ein solcher Antrag bei der Schule gestellt wurde. Bei der fristgerechten Beantragung wird die Wiederholung nicht angerechnet. Generell gilt, dass Schülerinnen und Schüler lediglich zweifach sitzenbleiben können.

Eine weitere gute Nachricht für viele Schülerinnen und Schüler in Hessen: Wenn die Inzidenzen niedrig genug sind und der Präsenzunterricht wieder möglich wird, müssen nicht alle Prüfungen nachgeschrieben werden, die während des Distanzunterrichts ausgefallen sind.

In den Klassen 7 bis 10 werde davon ausgegangen, dass bis Schuljahresende in den Hauptfächern nur noch eine Klassenarbeit geschrieben wird, teilt das Ministerium mit. In den Nebenfächern kann die Leistungsbewertung auch „durch alternative Formate“ zustande kommen. Bei der Leistungsbewertung müssen insbesondere die Lehrkräfte in Hessen berücksichtigen, ob eine nicht ausreichende Leistung im Jahreszeugnis vom Schüler zu vertreten sei oder ob der Leistungsabfall „den zu bewältigenden Herausforderungen der Corona-Pandemie geschuldet“ ist. Die Versetzung kann davon abhängig gemacht werden. (Sebastian Richter) *fnp.de und fuldaerzeitung.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

Unter anderem in Fulda läuft der Corona-Wechselunterricht* an den Schulen wieder an. Denn auch dort lag die Sieben-Tage-Inzidenz an fünf aufeinanderfolgenden Werktagen unter 165, berichtet fuldaerzeitung.de.

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