Hessen

Mangelnde Corona-Kontrollen in Kassel, Frankfurt und Gießen? Behörden weisen Vorwürfe zurück

In Gastronomie-Betrieben in Hessen gilt die 3G- oder 2G-Regel. Der Hotel- und Gastronomieverband DEHOGA kritisiert die fehlenden Corona-Kontrollen zur Einhaltung der Regelungen. (Symbolbild)
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In Gastronomie-Betrieben in Hessen gilt die 3G- oder 2G-Regel. Der Hotel- und Gastronomieverband DEHOGA kritisiert die fehlenden Corona-Kontrollen zur Einhaltung der Regelungen. (Symbolbild)

Der Hotel- und Gastronomieverband DEHOGA erhebt schwere Vorwürfe. Die Einhaltung der Corona-Regeln in Hessen würde kaum kontrolliert werden.

Kassel – Die Corona*-Lage in Hessen spitzt sich weiter zu. Die hessischen Gesundheitsämter meldeten dem Robert Koch-Institut (RKI) am Donnerstag (04.11.2021) 1824 Neuinfektionen und sechs Todesfälle. Die landesweite Inzidenz stieg auf 130,0 an.

Anlässlich der steigenden Fallzahlen befürchtet der Hotel- und Gastronomieverband DEHOGA die Verschärfung von Einschränkungen – insbesondere in Gastronomie-Betrieben. „Überlegungen zu möglichen Verschärfungen der Corona-Regeln im Gastgewerbe angesichts steigender Infektionszahlen sind vollkommen kontraproduktiv“, äußerte sich der Verband am Mittwoch (03.11.2021).

Corona-Regeln in Hessen: DEHOGA-Chef setzt auf konsequentes 3G-Modell

Vielmehr nehmen der Landesverband und seine Mitglieder wahr, dass einige Behörden in Hessen über die genauen Regeln überhaupt nicht Bescheid wissen. Das kritisierte der Hauptgeschäftsführer des Verbandes, Julias Wagner. „Da wird Gastronomiebetrieben ernsthaft mitgeteilt, dass geimpfte Mitarbeiter sich dreimal in der Woche testen lassen müssten, die längst abgeschaffte Kontaktdatenerfassung wird angemahnt oder Gesundheitsämter fordern Kontaktlisten an“, so Wagner weiter. In der aktuellen hessischen Corona-Verordnung heißt es, dass sich das Personal mindestens zweimal pro Woche testen lassen muss – sofern es nicht geimpft oder genesen ist. Kontaktdaten müssen nicht mehr erfasst werden.

Statt die Maßnahmen zu verschärfen, plädierte der DEHOGA-Chef für eine konsequentere Umsetzung der 3G-Regel. Wichtiger sei es Wagner zufolge, die Einhaltung der Regeln zu kontrollieren. Wer in der Innengastronomie in Hessen etwas essen oder trinken möchte, muss ohnehin einen Nachweis erbringen, also geimpft, genesen oder negativ getestet sein. Dabei ist es den Betreiberinnen und Betreibern selbst überlassen, ob sie sich für das 3G- oder 2G-Modell entscheiden.

Mangelnde Corona-Kontrollen in Hessen? Das sagt die Stadt Offenbach

Laut einer Branchen-Umfrage des DEHOGA seien 82 Prozent der Gastronomie-Betriebe im vergangenen Jahr kein einiges Mal diesbezüglich kontrolliert worden. 18 Prozent der 520 befragten Betriebe mussten sich mindestens einmal einer Kontrolle des zuständigen Ordnungsamtes unterziehen.

Recherchen des Hessischen Rundfunks (hr) zufolge weisen viele Großstädte die Vorwürfe zurück. Beschwerden würden die Behörden konsequent verfolgen. Dennoch seien Kontrollen in Restaurants, Bars und Clubs nur stichprobenartig möglich, wie die Stadt Offenbach dem hr mitteilte. Ein Stadtsprecher rät, Einrichtungen zu vermeiden, die sich nicht an gesetzliche Vorgaben halten.

Fehlende Corona-Kontrollen? Kassel und Wiesbaden weisen Kritik zurück

Auch in Kassel stiegen zuletzt die Corona-Fallzahlen* deutlich an. Die Stadt wies die Kritik bezüglich mangelnder Kontrollen zurück. „Wie immer gibt es vereinzelte schwarze Schafe, bei denen erhöhter Kontrolldruck und mitunter auch Sanktionen erforderlich sind, um diese zur Einhaltung der Regeln zu bewegen“, räumte ein Sprecher der Stadt Kassel* auf Nachfrage des Hessischen Rundfunks ein.

Den Recherchen des Hessischen Rundfunks zufolge seien in Frankfurt derzeit alle Beschäftigten der Stadtpolizei im Einsatz, um regelmäßige Kontrollen zu gewährleisten. Etwa zehn Prozent der Betriebe wurden im Oktober kontrolliert, hieß es seitens der Stadt. In 23 Fällen wurden Verstöße wegen der Nicht-Einhaltung der Corona-Regeln festgestellt.

Corona-Pandemie in Hessen: Stadt Gießen setzt auf Eigenverantwortung

„Wenn ein Ausbruchsgeschehen stattfindet, das auf mangelnde Kontrollen zurückzuführen wäre, würde das dem Ruf der Gastronomie mit Sicherheit nicht zuträglich sein“, wies die Stadt Gießen auf die Eigenverantwortung der Betriebe hin. „Volle Kneipen werden nicht durch Kontrollen des Staates erzeugt, sondern durch Vertrauensarbeit der Gastronomie selbst.“

In Kassel klagen viele Gastronomen über Personalmangel*. „Im Moment sucht irgendwie komplett jeder“, sagte Salvatore Strumbo. Seit August sucht er nach neuen Beschäftigen für sein Lokal. (kas) *hna.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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