Glühwein und Corona

Wegen steigender Corona-Zahlen: Viele Großstädte verkünden Absage von Weihnachtsmarkt

Viele Städte in Hessen haben ihre Weihnachtsmärkte aufgrund der angespannten Corona-Lage bereits abgesagt. Nun traf auch Darmstadt eine Entscheidung.

  • Das Coronavirus grassiert weiter in Hessen.
  • Aufgrund der verschärften Maßnahmen können viele Weihnachtsmärkte dieses Jahr nicht stattfinden.
  • Neben Frankfurt und Hanau haben nun auch Gießen, Kassel und Wiesbaden und Darmstadt über ihren Weihnachtsmarkt entschieden.

Update vom Dienstag, 03.11.2020, 15.51 Uhr: Nach Frankfurt, Kassel und Wiesbaden wird nun auch der Weihnachtsmarkt in Darmstadt für dieses Jahr wegen der Corona-Pandemie abgesagt. „Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht und bis zuletzt geprüft, ob es Möglichkeiten zur Durchführung gibt“, sagte der Oberbürgermeister Jochen Partsch (Grüne).

Dies sei jedoch nicht realistisch und verantwortbar. Für eine Adventsstimmung in Darmstadt sollen unter anderem Weihnachtsbeleuchtung und Weihnachtsbäume sorgen.

Kassel und Wiesbaden sagen Weihnachtsmärkte ab

Update vom Freitag, 30.10.2020, 13.30 Uhr: Nun haben zwei weitere hessische Großstädte wegen Corona ihre Weihnachtsmärkte abgesagt. Den Märchenweihnachtsmarkt in Kassel wird es in diesem Jahr nicht geben. „Wir haben lange abgewogen, ob der Weihnachtsmarkt in einem anderen Format möglich wäre. Aber angesichts der momentanen Situation müssen zusätzliche soziale Kontakte und Begegnungen möglichst gering gehalten werden“, sagte Kassels Oberbürgermeister Christian Geselle laut hna.de.

Und auch in Wiesbaden wird der Sternschnuppenmarkt nun doch nicht stattfinden, wie der „Wiesbadener Kurier“ berichtet. Das Infektionsrisiko sei einfach zu hoch. Die Stadt Wiesbaden hat die Absage bisher noch nicht bestätigt. Eine entsprechende Pressemitteilung wird im Laufe des Tages erwartet.

Viele Städte in Hessen sagen wegen Corona ihren Weihnachtsmarkt ab. (Archivbild)

Weihnachtsmarkt in Hessen: Große Städte treffen Corona-Entscheidung

Update von Mittwoch, 28.10.2020, 15.57 Uhr: Nach langem Zögern sagt nun auch die Stadt Gießen den Weihnachtsmarkt wegen Corona ab*. „Bei allen Überlegungen zur Durchführung eines Weihnachtsmarktes hat der Gesundheitsschutz immer an erster Stelle gestanden und steht auch bei allen Entscheidungen an erster Stelle“, erklärte Gießens Bürgermeister Peter Neidel (CDU) in einer Mitteilung.

Für etwas weihnachtliche Stimmung während der Corona-Pandemie soll zumindest die Fest-Beleuchtung in der Gießener Innenstadt sorgen. Auch ist nach Auskunft Neidels angedacht, dass Schausteller im Zwei-Wochen-Rhythmus einzelne Buden in der Gießener Innenstadt errichten dürften. Der Verkauf von Glühwein oder anderen alkoholischen Warmgetränken sei jedoch ausgeschlossen.

In Gießen soll es nur einzelne Buden statt eines Weihnachtsmarktes geben. (Symbolbild)

Corona-Krise in Hessen: Weitere Großstadt sagt Weihnachtsmarkt ab

Update von Dienstag, 27.10.2020, 10.47 Uhr: Neben Frankfurt hat am Montag (26.10.2020) auch die Stadt Hanau ihren Weihnachtsmarkt wegen Corona abgesagt. „Uns ist bewusst, dass die Absage für Schausteller, Beschicker und auch für den Einzelhandel eine sehr schlechte Nachricht ist, aber die Gesundheit der Menschen geht vor“, begründete Oberbürgermeister Klaus Kaminsky (SPD) die Absage.

Die Absagen und Einschränkungen der Weihnachtsmärkte aufgrund der steigenden Corona-Zahlen in Hessen bringen die Marktbeschicker und Schausteller zunehmend in Existenznot. Die Lage vieler Unternehmen sei „wirtschaftlich äußerst prekär“, teilte der Geschäftsführer des Landesverbandes für Markthandel und Schausteller Hessen, Roger Simak, der Deutschen Presse-Agentur mit. Angesichts großer Einnahmeeinbußen infolge der abgesagten Weihnachtsmärkte in Hessen forderte Simak Hilfen für die Unternehmen. „Zu Volksfesten und Jahrmärkten gibt es nun mal keinen echten Ersatz.“  

Einen Überblick, in wie vielen hessischen Kommunen insgesamt die Weihnachtsmärkte ausfallen, gebe es nicht, weil dies nicht zentral erfasst werde, erklärte Simak. Vor allem kleinere, meist durch Vereine veranstaltete Weihnachtsmärkte, fänden aber nicht statt, weil die Hygienekonzepte nur professionell und mit viel monetärem Aufwand gestemmt werden könnten.

Die Absagen der Weihnachtsmärkte wegen Corona in Hessen bringen die Marktbeschicker und Schausteller in Existenznot. Ihre Requisiten, wie hier auf dem Symbolbild, müssen im Lager bleiben.

Was passiert mit dem Weihnachtsmarkt? Frankfurt hat entschieden

Update von Sonntag, 25.10.2020, 10.30 Uhr: Noch immer ist nicht klar, wie es um die Weihnachtsmärkte in Hessen angesichts der Corona-Pandemie bestellt ist. Nur eine Stadt hat sich jetzt schon entschieden. In Frankfurt wird es in diesem Jahr keinen Weihnachtsmarkt geben. Am Samstag (24.10.2020) war der Krisenstab der Stadt wegen der steigenden Corona-Fallzahlen früher als erwartet zusammengekommen.

Frankfurts Oberbürgermeister Feldmann hofft auf das Verständnis der Bürgerinnen und Bürger. Angesichts der steigenden Neuinfektionen mit dem Coronavirus appelliert an die Menschen in Frankfurt: „Der Virus ist ein unsichtbarer Feind. Er nervt uns alle. Nur wenn wir zusammenhalten, schaffen wir es, ein Stück Normalität zu sichern, die wir uns alle wünschen.“ Der Weihnachtsmarkt in Frankfurt gilt als der größte in Hessen. Was die Entscheidung der Stadt für die anderen Weihnachtsmärkte in Hessen bedeutet, bleibt abzuwarten.

Weihnachtsmarkt trotz Corona? Die Stadt Frankfurt hat jetzt entschieden, solche Bilder wird es in diesem Jahr nicht geben, denn der Weihnachtsmarkt fällt aus.

Corona in Hessen: Was passiert dieses Jahr mit den Weihnachtsmärkten?

Erstmeldung von Samstag, 24.10.2020: Frankfurt - Die kalte Jahreszeit rückt näher und damit auch die Vorfreude auf einen Bummel über den Weihnachtsmarkt samt Glühwein und gebrannten Mandeln. Doch die Corona-Pandemie* hat durch die zahlreichen Neuinfektionen einen Höhepunkt erreicht, der strenge Maßnahmen erforderlich macht – und damit um die Weihnachtsmärkte bangen lässt.

Die meisten Weihnachtsmärkte in hessischen Städten beginnen bereits Ende Oktober mit den Vorbereitungen, sodass sie Mitte bis Ende November eröffnen können. So auch Hessens größter Weihnachtsmarkt in Frankfurt, dessen Start für den 23. November angesetzt war. „Ich hoffe auf eine politische Entscheidung in der nächsten Woche: Machen wir weiter oder nicht?“, sagte der Geschäftsführer der städtischen Tourismus und Congress GmbH, Thomas Feda der Deutschen Presse-Agentur über die derzeitige Situation.

Weihnachtsmärkte in Hessen trotz Corona: Einsatz von Sicherheitspersonal nötig

Bisher hat die Politik noch keine endgültige Entscheidung über die Weihnachtsmärkte in Hessen getroffen, sodass die Planer langsam unter Zeitdruck geraten. Feda kritisiert das lange Hinauszögern seitens der Politiker, da so unnötig viele Kosten entstehen. Zudem müsse man den Markthändlern frühzeitig mitteilen, ob sie ihren Stand in diesem Jahr betreiben können oder nicht. Mehr als die Hälfte der Anbieter würden in diesem Jahr laut Feda ohnehin nicht kommen: 2019 gab es 220 Stände, dieses Jahr rund 100.

Und auch sonst würden die Weihnachtsmärkte in Hessen – wenn überhaupt – nur in abgespeckter Form stattfinden. Um die Abstands- und Hygieneregeln einhalten zu können, dürfte beispielsweise nur in bestimmten Bereichen gegessen werden, es würde auf dem ganzen Gelände der Märkte eine Maskenpflicht* gelten und auch ein Alkoholverbot steht momentan zur Debatte. Damit die Regeln von allen Besuchern eingehalten werden, müsste voraussichtlich Sicherheitspersonal eingesetzt werden – was wiederum mit höheren Kosten verbunden wäre und die adventliche Atmosphäre trüben könnte.

Dennoch hoffen die Planer der hessischen Weihnachtsmärkte auf eine positive Entscheidung seitens der Politik und stellten bereits verschiedene Sicherheitskonzepte vor, um den Besuchern zumindest ein wenig weihnachtliche Stimmung währen der Krise bescheren zu können. So soll es etwa beim „Adventszauber“ in Fulda Tickets für bestimmte Zeitfenster gehen, in denen die Gäste Zutritt zum Weihnachtsmarkt bekommen. Das Gelände würde zudem in verschiedene Bereiche eingeteilt werden, vor denen jeweils Ampeln anzeigen, ob die erlaubte Personenhöchstzahl erreicht ist.

Weihnachtsmärkte in Hessen trotz Corona: Verlängerung bis Januar möglich

Insgesamt soll die Besucherzahl damit von normalerweise bis zu 70.000 auf 3.000 bis 6.000 reduziert werden – das könnten vor dem Hintergrund der rasant steigenden Infektionszahlen allerdings immer noch zu viele sein. Auch Wiesbaden hat für den diesjährigen Weihnachtsmarkt „Sternschnuppenmarkt“ ein Konzept ausgeklügelt, das eine großflächige Verteilung der Stände in der gesamten Stadt vorsieht, statt nur auf dem Schlossplatz. Damit könnten alle Markthändel ihren Stand betreiben. In Kassel und Darmstadt wird ebenfalls an möglichen Konzepten gefeilt, die den Weihnachtsmarktbesuch ermöglichen sollen.

So sollen auch die Buden in Darmstadt weitflächig verteilt werden, sodass ein Gedränge vermieden wird. Außerdem diskutiert die Stadt laut Radio FFH darüber, den Weihnachtsmarkt von Mitte November bis Januar 2021 zu verlängern, um großen finanziellen Einbüßen entgegenzuwirken. Bisher steht die die endgültige Entscheidung über die Weihnachtsmärkte in Hessen von Seiten der Politik jedoch noch in den Sternen. Über das Stattfinden des Frankfurter Weihnachtsmarkts will der Magistrat am Dienstag (27.10.2020) entscheiden. *fnp.de und giessener-allgemeine.de sind Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks. (tt mit dpa)

Rubriklistenbild: © Alexander Heinl/dpa

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