Virus-Pandemie

Corona-Krise in Hessen: Ansturm auf Testzentren sorgt für chaotische Verhältnisse

Hessen: In einem Corona-Testzentrum können sich Kontaktpersonen von Infizierten und Menschen mit Symptomen Gewissheit verschaffen, ob sie sich mit dem Coronavirus infiziert haben.
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Hessen: In einem Corona-Testzentrum können sich Kontaktpersonen von Infizierten und Menschen mit Symptomen Gewissheit verschaffen, ob sie sich mit dem Coronavirus infiziert haben.

Hessen leidet unter der zweiten Welle der Corona-Pandemie. Es gibt Testzentren, doch die stoßen an ihre Grenzen. Wer einen Corona-Test benötigt, sollte nicht einfach dort aufkreuzen.

  • Corona-Krise in Hessen: Die Anzahl der Fälle steigt rasant.
  • Corona-Testzentren sind häufig überlaufen.
  • Die Kassenärztliche Vereinigung hat Empfehlungen dafür, wie bei einem Verdacht auf Corona vorzugehen ist.

Frankfurt – Der rasante Anstieg der Corona-Fallzahlen bringt auch die Testzentren in Hessen in die Bredouille. Wie Karl Roth, Sprecher der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Hessen, die 15 Corona-Testzentren betreibt, berichtet, ist die Situation im Moment sehr schwierig.

Dies sei einfach der Dynamik der Corona-Infektionen geschuldet: „So, wie die Gesundheitsämter derzeit die Kontaktverfolgung nicht mehr sicherstellen können, geraten wir als KV mit den Testcentern derzeit natürlich auch an unsere Grenzen. Und selbst mehr Testcenter, weitere Linien in den Testcentern und all die Anstrengungen, die wir gerade unternehmen, stehen unter dem Vorzeichen, dass wir über eine Pandemie mit exponentiellem Wachstum sprechen.“ Personal sei begrenzt, Testkapazitäten in den Laboren auch.

Corona-Krise in Hessen: Zahlreiche Testwünsche sorgen für „chaotische Verhältnisse“

Mittlerweile ist die Situation in den Testzentren in Hessen laut Roth vielerorts so, dass dorthin viele Menschen – aus subjektiv nachvollziehbaren Gründen – kommen und damit für teilweise chaotische Verhältnisse sorgen. Dies führe sogar zu Einsätzen von Polizei und Sicherheitsdiensten, „die natürlich auch niemand will“ 

Die beste Anlaufstelle für Menschen, die den Verdacht haben, sich mit dem Coronavirus infiziert zu haben, sind laut der Kassenärztlichen Vereinigung die Covid-19-Schwerpunktpraxen, von denen es rund 60 in Hessen gibt. Patienten gelangen dorthin in der Regel über den Hausarzt oder den Ärztlichen Bereitschaftsdienst unter der Nummer 116117. Außerdem ist es möglich, eigeninitiativ ins Testzentrum am Frankfurter Flughafen zu gehen, wobei sich auch hier eine Anmeldung dringend empfiehlt.

Corona in Hessen: Tests „reservieren“ für die, die sie wirklich brauchen

Aufgabe der KV, der niedergelassenen Ärzte sowie der Testzentren ist die Testung von Personen mit Symptomen und konkretem Krankheitsverdacht. Auch Verdachtsfälle durch die Corona-App werden dort überprüft. In Ausnahmefällen erfolgt eine Zuweisung in ein Corona-Testzentrum auch über die Gesundheitsämter. Das ist der Fall, wenn es sich um Kontaktpersonen von Infizierten handelt, die vom Gesundheitsamt oder einem Arzt als solche klassifiziert werden. Roth appelliert im Namen der KV an die Bürgerinnen und Bürger, die knappen Ressourcen für diejenigen zu „reservieren“, für die sie wichtiger sind.

Eine wichtige Entlastung für die überlaufenen Testzentren könnten künftig Corona-Schnelltests sein. Es fehlten aber diesbezüglich noch Erfahrungen, erklärte Roth. Schnelltests gelten als weniger aufwendig als die bislang üblichen PCR-Tests. Bei diesen Antigen-Tests werden in Abstrichproben charakteristische Viren-Proteine erkannt.

Corona-Krise: 15 Testzentren über das ganze Land verteilt

Die Corona-Testzentren in Hessen waren im März 2020 eingerichtet worden. Das Konzept ist, dass jede Bürgerin und jeder Bürger in einem Radius von 25 bis 30 Kilometern ein solches Zentrum erreichen kann. Den Ansturm der zweiten Corona-Welle in Hessen bekommen auch die Mitarbeiter des Testcenters in der Rivers-Sporthalle in Gießen* zu spüren. Am Montag wurden dort fast 400 Abstriche genommen - das ist ein neuer Rekord. Unterdessen gibt es am Klinikum Kassel zwei neue Corona-Testgeräte. Sie sollen dort für schnellere Ergebnisse sorgen.

  • Standorte der KVH in Hessen
  • Bad Vilbel
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  • Fulda
  • Gelnhausen
  • Gießen
  • Heppenheim
  • Homberg-Efze
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  • Korbach
  • Limburg
  • Marburg
  • Reichelsheim (Wetterau)
  • Wetzlar
  • Wiesbaden

Die Zahl der täglich durchgeführten Tests in Hessen hat sich massiv erhöht. Im Mai waren es noch 400 bis 500, zuletzt über 2500. Das liegt über dem Höchstwert von Mitte August, wo rund 1950 Tests vorgenommen wurden. (Tobias Möllers) *fnp.de, giessener-allgemeine.de und hna.de sind Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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