Folgen der Pandemie

Corona-Lockdown: Modebranche in der Krise - Experten rechnen mit Mega-Rabatten

Die Modebranche ist aufgrund der Corona-Pandemie derzeit in der Krise. Kunden können nach dem Lockdown mit satten Rabatten rechnen.

  • Wegen der Corona*-Pandemie stecken viele Branchen in der Krise.
  • Auch die Modebranche ist von den Einschränkungen betroffen.
  • Experten rechnen jetzt mit satten Rabatten und Aktionen.

Kassel - Aufgrund der Ladenschließungen im Zuge der Corona-Pandemie stapeln sich in den Lagern der Modegeschäfte die Artikel. Sie verlieren Tag für Tag an Wert. Nun rechnen Experten mit regelrechten „Rabattschlachten“ - schließlich müssen die Händler ihre Waren nach dem Lockdown loswerden.

Am 13. Dezember letzten Jahres hatten Bund und Länder eine weitere Verschärfung der Corona-Maßnahmen beschlossen, um die weitere Ausbreitung des Coronavirus zu bremsen. Aus dem „Lockdown Light“ wurde damit am 16. Dezember 2020 ein „harter Lockdown“. Zahlreiche weitere Einschränkungen traten in Kraft und alle nicht lebenswichtigen Geschäfte wurden geschlossen.

Modebranche in der Corona-Pandemie: Winter-Waren wurden nicht verkauft

Die Modeindustrie wurde von diesen Corona-Einschränkungen besonders getroffen. Viele Waren für die Winter-Saison konnten in den Monaten Dezember, Januar und Februar nicht verkauft werden - die Lager sind nach wie vor voll. Nach Angaben von Experten können sich Kunden daher auf starke Preisnachlässe einstellen.

„Bei vielen Waren wird es 80 bis 90 Prozent Rabatt geben, damit die aufgestaute Ware noch verkauft werden kann“, sagte Rolf Pangels, Hauptgeschäftsführer beim Bundesverband des Textileinzelhandels (BTE), der Rheinischen Post. Zudem werde wahrscheinlich auch der Verkauf der Frühjahrsware mit hohen Nachlässen verbunden sein.

Modebranche in der Corona-Krise: Die Winter-Waren wurden nicht verkauft - jetzt winken Rabatte. (Symbolbild)

Corona-Pandemie: Modebranche in der Krise - „Das belastet uns“

„Das belastet uns das ganze Jahr“, sagte Pangels mit Blick auf die Beschränkungen und Ladenschließungen im Zuge der Corona-Pandemie. Falls der Lockdown weiter verlängert werde, seien noch mehr Unternehmen am Ende. Zuvor hatten Branchenkenner bereits darauf verwiesen, dass nach der Wiedereröffnung der Läden mit regelrechten „Rabattschlachten“ zu rechnen sei. Nach früheren Schätzungen des BTE dürfte sich bis Ende Januar schon eine halbe Milliarde unverkaufter Modeartikel in den Geschäften aufgetürmt haben.

Die Modebranche stand offenbar schon vor der Pandemie unter Druck. Die Umsätze waren nach Angaben von Experten seit Jahren rückläufig. Nur Online-Händler und Fast-Fashion-Anbieter wie Primark waren noch konstant erfolgreich. Die Anzahl der Betriebe in der Modebranche sank nach einer aktuellen Studie der Unternehmensberatung PwC zwischen 2010 und 2019 um fast ein Drittel. Von dieser Verkleinerung waren vor allem kleinere Betriebe mit weniger als 100 Beschäftigten betroffen.

Insolvenzverfahren für Mode-Unternehmen wegen Corona-Krise

Seit Beginn der Corona-Krise hat es nun auch größere Unternehmen getroffen: Esprit, Galeria Karstadt Kaufhof, Sinn, Appelrath Cüppers, Hallhuber und seit Januar Adler. Diese Unternehmen suchen nun Rettung in Insolvenzverfahren. Und weitere dürften bald folgen, wenn der Corona-Lockdown nicht bald gelockert wird.

Die Corona-Krise hat schon so manchen kreativ gemacht. Auch Lidl und Hallhuber bieten jetzt einen Lockdown*-Trend an. Auf Twitter gab es dafür viel Spott. (ebb) *hna.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

Rubriklistenbild: © Roland Schlager/dpa

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