Kitas und Schulen

Corona-Lockdown: Das planen die Bundesländer für Schulen und Kitas

Kitas und Schulen sollen wegen hoher Corona-Zahlen zum Großteil geschlossen bleiben. Etliche Bundesländer haben schon konkrete Pläne aufgestellt.

  • Die Kultusminister:innen der Länder haben einen Stufenplan für die Öffnung von Schulen beschlossen.
  • Doch in einem verlängerten Lockdown zur Eindämmung der Corona*-Pandemie bleiben sie zumindest teilweise geschlossen.
  • Die Bundesländer handhaben den Umgang mit Schulen und Kitas im Corona-Lockdown unterschiedlich.

Update vom Donnerstag, 07.01.2021, 11.20 Uhr: Die neuen Corona-Regeln für Schulen in Hessen* haben heftige Kritik ausgelöst. Dort sollen Schülerinnen und Schüler bis Klasse 6 möglichst dem Präsenzunterricht fernbleiben. Ab Jahrgangsstufe 7 gibt es mit Ausnahme der Abschlussklassen Distanzunterricht. Klassenarbeiten fallen in der Regel aus. „Bei einem positiven Verlauf der Infektionszahlen streben wir für die Klassen 1 bis 6 wieder den Präsenzunterricht an“, sagte Kultusminister Alexander Lorz.

Doch das sorgt nach Ansicht vieler Betroffener für Chaos: Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Hessen spricht sich gegen das Aufheben der Anwesenheitspflicht* aus. Lehrkräfte, Eltern und Schulleitungen benötigten stattdessen „Verlässlichkeit, Planungssicherheit und eine echte Konzeption, wie es mit dem Unterricht unter den Bedingungen der Corona-Pandemie weitergeht“.

Lernen zu Hause statt in der Schule: Für viele Kinder und Jugendliche in Deutschland wird das in der Corona-Pandemie wieder zum Alltag.

Für die Kitas in Hessen gilt nach der Lockdown-Verlängerung weiter, was bereits bis zum 10. Januar galt: Die Kitas bleiben zwar geöffnet, Eltern sollen ihre Kinder jedoch nur dann in die Kita schicken, wenn sie keine andere Betreuungsmöglichkeit haben.

Corona-Lockdown: Das haben die Bundesländer für Schulen und Kitas geplant

Update vom Mittwoch, 06.01.2021, 14.31 Uhr: Die Schulen und Kitas sollen wie im Dezember beschlossen auch im verlängerten Lockdown geschlossen bleiben oder die Präsenzpflicht in Schulen ausgesetzt werden. Darauf haben sich die Ministerpräsident:innen am Dienstag (05.01.2021) geeinigt. Doch Schule ist Ländersache - deshalb entscheidet jedes Bundesland für sich, wie es mit Schulen und Kitas im verlängerten Lockdown umgeht. Und die Ansätze sind sehr unterschiedlich in ihrer Strenge.

Während Bundesländer wie Hessen, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg noch darüber beraten, wie es in Sachen Schulen und Kitas im Lockdown weitergeht, steht es etwa in Sachsen und Thüringen schon fest. Dort setzt man auf Vorsicht: Sachsen lässt Schulen und Kitas bis zum 31. Januar geschlossen, dann folgen einwöchige Winterferien. Für Grundschul- und Kindergartenkinder soll es eine Notbetreuung geben. Ab dem 9. Februar soll mit Wechselunterricht gestartet werden. Thüringen schließt Schulen bis zum 31. Januar, startet dann eine Woche Distanzunterricht, um danach in einen eingeschränkten Regelbetrieb zu wechseln.

Auch Bayern sieht keine Lockerungen bei Schulen und Kitas im Januar vor. Es soll Distanzunterricht und eine Notbetreuung für jüngere Kinder geben. Die Winterferien, die vom 15. bis 19. Februar hätten stattfinden sollen, hat Bayern abgesagt mit der Begründung, in der Zeit könne Stoff nachgeholt werden.

Schulen und Kitas: Mecklenburg-Vorpommern will wie geplant öffnen

In Niedersachsen sieht es etwas lockerer aus: Zwar bleiben die weiterführenden Schulen geschlossen, aber in Grundschulen soll nach Ende der Weihnachtsferien eine Woche Distanzunterricht und dann ab dem 18. Januar Unterricht im Wechselmodell stattfinden.

Mecklenburg-Vorpommern plant den lockersten Umgang mit Schulen und Kitas: Sie sollen nach den Weihnachtsferien am 11. Januar wie geplant öffnen. Es wird zwar ausdrücklich an Eltern appelliert, ihre Kinder zu Hause zu behalten. Für die Klassen eins bis sechs bleiben Schulen aber geöffnet. Laut Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) will das Land auch prüfen, ob in Regionen mit einem Inzidenzwert von unter 50 schon ab 18. Januar eventuell eine frühere Rückkehr zu Präsenzmodellen in weiteren Klassenstufen in Frage kommen könnte. Das kündigte die Regierungschefin im Norddeutschen Rundfunk an.

Volle Klassenzimmer wird es in weiten Teilen Deutschlands im Januar nicht geben: Viele Bundesländer lassen im Lockdown die Schulen zu.

Giffey zu Corona-Lockdown: „Homeoffice und Homeschooling gehen nicht zusammen“

Update vom Mittwoch, 06.01.2021, 10.00 Uhr: Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) will eine möglichst schnelle Rückkehr zum Schul- und Kitabetrieb, um die Familien trotz Corona-Lockdown nicht zu lange zu belasten. „Homeoffice und Homeschooling geht nicht zusammen“, sagte sie am Mittwoch im Deutschlandfunk. Deshalb sei nun eine klare Beschränkung auf den Januar beschlossen worden.

„Und ich finde, dabei muss es auch bleiben.“ Bei solchen Belastungen für Kinder und Familien dürfen nicht über einen längeren Zeitraum gemacht werden. Wie es im Februar weitergehe, liege neben der Infektionslage auch an den einzelnen Bundesländern. Es gebe schon jetzt ein unterschiedliches Vorgehen in den Ländern. Wenn es dann zu Lockerungen komme, müssten die sich zuallererst auf die Kinder in den Kitas und in den Schulen beziehen, so Giffey.

Familienministerin Franziska Giffey (SPD) will eine schnelle Öffnung der Schulen und Kitas.

Giffey verteidigte gleichzeitig aber auch die Verlängerung des Corona-Lockdowns. Damit sich die Situation bessern könne, „dann müssen wir überall zu deutlichen Kontaktreduzierungen kommen, auch im privaten Bereich.“

Auch Homeoffice nimmt einen deutlich größeren Stellenwert im Alltag ein. Das spielt auch bei der Steuererklärung eine Rolle.

Lockdown-Verlängerung: Bekommen Eltern Corona-Sonderurlaub?

Erstmeldung vom Dienstag, 05.01.2021, 11.22 Uhr: Berlin - In Sachen Lockdown stehen die Zeichen in Deutschland auf Verlängerung. Da die Corona-Infektionszahlen* nicht wie erhofft bedingt durch den Mitte Dezember eingeführten harten Lockdown gesunken sind, werden die Ministerpräsidentinnen und -präsidenten der Länder sich wahrscheinlich heute zusammen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel auf eine Verlängerung einigen. Das würde möglicherweise auch eine weitgehende Schließung von Schulen und Kitas bedeuten. Was heißt das für berufstätige Eltern?

Bezahlter Urlaub für Eltern von Kita- oder Schulkindern wird nicht die Lösung sein: Die Union hat eine entsprechende SPD-Forderung nämlich zurückgewiesen. Der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion, Carsten Schneider, forderte angesichts der sich abzeichnenden weiteren Schulschließungen einen Corona-Sonderurlaub zur Kinderbetreuung. „Es ist Eltern nicht zuzumuten, jetzt schon ihren Jahresurlaub zur Betreuung der Kinder zu nehmen, der dann in den Ferien fehlt“, sagte Schneider dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/05.01.2021). Bereits im Dezember habe die Ministerpräsidentenkonferenz neue Möglichkeiten versprochen, für die Betreuung von Kindern bezahlten Urlaub zu nehmen. Eine neue gesetzliche Regelung hätten CDU und CSU dann aber verhindert.

Wenn Schulen und Kitas geschlossen bleiben: Kein bezahlter Sonderurlaub für Eltern

Und dabei soll es bleiben: „Wir haben im Infektionsschutzgesetz geregelt, dass bei einer Schließung von Schulen und Kitas Eltern zu Hause bleiben können, wenn es keine Notbetreuung für ihre Kinder gibt. Der Arbeitgeber kann den Lohn dann über den Staat refinanziert erhalten“, sagte Peter Weiß, der arbeitsmarkt- und sozialpolitische Sprecher von CDU/CSU, der Zeitung Welt (05.01.2021). Diese Regelung sei ausreichend. Er wisse nicht, was da ergänzt werden solle, so Weiß. Den Vorwurf der SPD, die Union nehme eine Blockadehaltung ein, wies er zurück. „Die gab es nie“, sagte Weiß.

Zuvor hatte SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil bezahlten Urlaub zur Betreuung des Nachwuchses gefordert. „Wenn man Schulen und Kitas zulässt, muss man mitdenken, was mit den Eltern ist. Die brauchen dann bezahlten Urlaub“, sagte Klingbeil bei Bild live. „Dann müssen Unternehmen den Eltern freigeben, zehn Tage, 14 Tage, eine Woche.“

Schulen und Kitas sollen mit Stufenplan den Betrieb langsam wieder aufnehmen

Unterstützung bekommt die SPD bei dem Thema vom Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB). „Eltern brauchen einen klaren gesetzlichen Freistellungsanspruch gegenüber dem Arbeitgeber, eine Aufstockung der Entschädigung und die unbürokratische Auszahlung der Leistung“, sagte die stellvertretende DGB-Vorsitzende Elke Hannack der Welt. Das müsse der Gesetzgeber jetzt zügig auf den Weg bringen, um die betroffenen Familien zu entlasten.

Noch vor den Beratungen der Länderchefinnen und -chefs über das weitere Lockdown-Vorgehen hatten die Kultusminister:innen der Länder hatten am Montag (04.01.2021) beschlossen, dass eine Wiederaufnahme des Schulbetriebs in Stufen möglich ist - „sollte es die Situation in den einzelnen Ländern zulassen“. Zuerst sollten dann die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 1 bis 6 wieder Präsenzunterricht haben und die weiteren Jahrgänge im Distanzunterricht bleiben. Durch eine Halbierung der Klassen solle in einer zweiten Stufe dann ergänzend Wechselunterricht für Schülerinnen und Schüler höherer Klassen ermöglicht werden. Präsenzunterricht für alle soll es erst in einer Stufe drei geben.

Schulen: Deutscher Lehrerverband gegen Präsenzunterricht

Der Stufenplan für Schulen erntete Kritik: Der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Heinz-Peter Meidinger forderte die Ministerpräsidenten auf, den Plan nachzubessern. „Die Kultusminister haben zwar einen Stufenplan vorgelegt - aber sie haben es versäumt, ihn mit Angaben zu versehen, ab welchem Inzidenzwert welche Stufe greift“, sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND, 05.01.2021). „Ich fordere die Ministerpräsidenten und die Kanzlerin auf, das nachzuholen. Nur mit einem geregelten Plan lässt sich auch Sicherheit für die Schulen vor Ort schaffen.“ Sonst gebe es alle paar Wochen eine neue Entscheidung für die Schulen in der Corona-Pandemie.

Meidinger sprach sich außerdem gegen Präsenzunterricht angesichts der aktuellen Corona-Situation aus: „Sicherheit muss zu diesem Zeitpunkt der Pandemie vor vollständigem Präsenzunterricht gehen“, sagte Meidinger dem RND. „Danach müssen die Ministerpräsidenten sich richten. Sonst droht eine verhängnisvolle Spirale mit immer höheren Infektionszahlen. Das kann niemand wollen“, fügte er hinzu. (ial mit KNA und dpa) *fr.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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