Neue Regeln

Corona-Lockerungen: Landkreise in Hessen fordern einheitliche Linie

Bund und Länder haben eine Lockerung der Corona-Regeln beschlossen. Eine zweite Corona-Welle könnte Landkreise in Hessen vor Probleme stellen. 

  • In Hessen wurden die Regeln zur Eindämmung des Coronavirus gelockert
  • Ministerpräsident Volker Bouffier äußert sich am Donnerstag zu den Lockerungen
  • Landkreise in Hessen sollen mehr Verantwortung übernehmen

Großer Jubel ist in den 21 hessischen Landkreisen sicherlich nicht ausgebrochen, als bekannt wurde, dass sie in der Corona-Krise künftig noch mehr Verantwortung übernehmen sollen. Die Landkreise sind auch Schulträger und müssen derzeit entscheiden und kommunizieren, wann welche Schulen wieder öffnen soll und haben damit alle Hände voll zu tun. 

Corona-Lockerungen: Landkreise in Hessen wollen einheitliche Linie

Die Ankündigung, nach der schrittweisen Öffnung im Notfall auch ein eigenes Beschränkungskonzept auf die Beine zu stellen, wurde daher am Mittwoch sehr zurückhaltend aufgenommen. „Der Hochtaunuskreis wartet ab, was die Überlegungen des Bundes und der Länder ergeben. Er will in Kooperation mit den anderen Kreisen, den Kommunen und dem Land eine möglichst einheitliche Linie finden“, hieß es etwa aus der Kreisstadt Bad Homburg.

Ähnlich antwortet auf Anfrage der FR auch der Main-Kinzig-Kreis: „ Wir bitten um Verständnis, dass es zu der Entscheidung des Bundes und der Länder zunächst weiterer Absprachen auf kommunaler Ebene und mit dem Land geben muss und wir in den vergangenen Wochen gut damit gefahren sind, in Hessen auf eine einheitliche und nachvollziehbare Linie zu setzen.“ 

Schon am Donnerstag dürften die Landkreise mehr erfahren, so ist zumindest der Stand des Hessischen Landkreistages, dem kommunalen Spitzenverband, der die Vorgehensweise der Landkreise koordiniert. 

Corona in Hessen: Lockerungen müssen vor Ort entschieden werden

Das Land gebe den Rahmen vor, entschieden werde müsse vor Ort, hieß es beim Landkreistag. Probleme einer Überforderung seitens der Landkreise seien bislang noch nicht an den Verband herangetragen worden. Aus dem Main-Kinzig-Kreis heißt es dazu: „Wir wären selbstverständlich in der Lage, kurzfristige Entscheidungen herbeizuführen, da im Verwaltungsstab des Main-Kinzig-Kreises alle für eine Entscheidung notwendigen Personen zusammensitzen.“

Angesichts der Vorgabe, konsequente Beschränkungen müsse es erst ab 50 Corona-Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen geben, können die hessischen Landkreise auch ein Stück weit gelassen sein. Das Hessische Sozialministerium veröffentlicht auf seiner Homepage regelmäßig diese sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz für die einzelnen Landkreise. 

Lockerung der Corona-Regeln: Zweite Welle könnte Landkreise vor Probleme stellen

Am Mittwoch lag selbst der aktuell noch besonders betroffene Odenwaldkreis mit 22 deutlich unter der 50, bei den meisten Landkreisen ist die Zahl derzeit einstellig. Der Main-Kinzig-Kreis gab an, selbst zu Hochzeiten deutlich unter der jetzt ausgegebenen kritischen Grenze gelegen zu haben.

Sollte die viel bemühte zweite Welle tatsächlich heftig werden, dürfte es in einigen Landkreisen womöglich aber auch nochmal Grummeln über die Diskrepanz zwischen Verantwortung und Ausstattung geben. Denn viele Landkreise, darunter auch der Hochtaunuskreis, haben gar kein eigenes Testzentrum, in dem eine neue Corona-Welle erfasst werden könnte. Über das Coronavirus kursieren viele Mythen und Verschwörungstheorien

In Hessen öffnen die Kitas in der Corona-Krise wieder. Die Opposition kritisiert den Plan der Regierung jedoch scharf.

Rubriklistenbild: © Rolf Leser

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