Lage im Hospiz in Fulda

Corona-Kontaktbeschränkungen kurz vor dem Tod: „Es ist tragisch und eine ethische Misere“

Ein Pfleger hält in einem Alten-und Pflegeheim die Hand einer Bewohnerin.
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Wegen Corona gelten auch im Hospiz Kontaktbeschränkungen.

Ein tröstender Händedruck, eine Umarmung oder ein Lächeln, das nicht von einer Maske verdeckt wird: Gerade in der letzten Lebensphase kann Nähe für Sterbende, aber auch für die Angehörigen ein Trost sein. Doch in der Pandemie ist das schwierig.

Fulda - „Es ist stets ein Abwägen zwischen Menschlichkeit und Infektionsschutz*“, sagt Dr. Sebastian Schiel. Der 45-Jährige ist Direktor des Zentrums für Palliativmedizin am Klinikum Fulda*. Er erinnert sich an eine Situation, wo genau dieser Konflikt auf die Spitze getrieben wurde: „Wir hatten eine schwerstkranke Patientin, deren Ehemann positiv auf Corona* getestet worden war. Auch die Kinder waren in Quarantäne. Wir mussten der Familie dann sagen, dass sie die Frau vorerst nicht besuchen können“, sagt Schiel.

Letztlich seien in der Zeit andere Kontaktpersonen gekommen, die Frau sei in diesen Wochen glücklicherweise auch nicht in die Sterbephase gekommen. „Aber das ist schon schwierig. Einerseits müssen wir der Ethik gerecht werden, auf der anderen Seite gilt es, das Klinikum und das Team vor Infektionen zu schützen.“ *fuldaerzeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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