Blut spenden

Corona: Trotz zahlreicher Aufrufe - Blutspende in der Wetterau abgesagt

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Der Blutspendetermin in Bad Nauheim ist abgesagt. Doch es gibt Ausweichmöglichkeiten.

Zahlreichen Aufrufe zur Blutspende gab es in den vergangenen Wochen. Diese scheinen Wirkung zu zeigen. Doch nun wurde ein Blutspendetermin in der Wetterau abgesagt. Das sind die Hintergründe.

Trotz weiteren Aufrufen zur Blutspende wurde eine Blutspende in der Wetterau abgesagt. Auch der DRK-Kreisverband hatte am 18. März noch zu Blutspenden aufgerufen*. Doch die Blutspende in Bad Nauheim am 8. April ist nun von Seiten des Blutspendedienstes (BSD) Baden-Württemberg Hessen aus der Planung genommen worden. Die Situation rund um das Coronavirus und dessen rasche Verbreitung zwingt die Verantwortlichen des BSD, die Blutspendeplanung von Woche zu Woche neu anzupassen, heißt es in einer Mitteilung. 

"Die Rahmenbedingungen wie die Abstände zu den Spendern sind in Bad Nauheim nicht optimal und daher mussten wir die Spende absagen", sagt Eberhard Weck, Pressesprecher vom BSD. Natürlich fallen nicht alle Blutspenden aus. "Das können wir uns gar nicht leisten", sagt Blutspendebeauftragter Manfred Mertens. Aber vereinzelt müssten lokale Regeltermine aus der Planung genommen werden. Vor diesem Hintergrund wurde auch der für den 8. April in Bad Nauheim geplante Termin storniert.

"Im Moment haben wir eine gute Blutversorgung", erklärt Pressesprecher Weck. Das liege zum einen an der hohen Spendebereitschaft in der Bevölkerung. Zum anderen aber auch daran, weil nicht lebensnotwendige Operationen im Krankenhaus derzeit nicht durchgeführt werden. "Es ist eine ganz tolle Sache, dass nach den Aufrufen der letzten Tage so viele Menschen aus der Bevölkerung Blut gespendet haben", sagt Weck.

Corona Blutspende: Bis zu 800 Blutkonserven täglich in Hessen nötig

Im Gebiet des Blutspendedienstes Baden-Württemberg Hessen werden zur Zeit 2000 Blutkonserven am Tag benötigt. In Hessen sind das zwischen 700 und 800 Blutkonserven. Der Bedarf sei durch die Corona-Krise etwas gesunken. Vor der Krise habe man 2600 Blutkonserven beziehungsweise 900 am Tag in Hessen benötigt.

Weck bereitet jedoch ein Thema Sorgen: Die Spendebereitschaft sei zur Zeit hoch. Doch niemand könne sagen, wie lange diese Situation noch andauere. "Fraglich ist, ob die Blutspendebereitschaft noch da ist, wenn der Alltag wieder einsetzt", sagt Weck. Er befürchtet, dass viele nicht mehr an eine Blutspende denken werden, weil sie lieber wieder Freunde treffen wollen oder in Restaurants gehen möchten.

Das DRK ruft weiterhin zu Blutspenden auf. Seit dieser Woche hat der BSD verschiedene regionale Blutspendezentren eingerichtet, an denen täglich für den Zeitraum einer Woche Blutspendetermine stattfinden. Mit dieser Maßnahme könne der BSD die Spender und den Spendebetrieb gezielter steuern und somit die Infektionsgefahr weiter reduzieren. 

Der nächste Termin im Blutspendezentrum findet kommende Woche (30. März bis 3. April) von Montag bis Freitag, 13 bis 18 Uhr, im Bürgerhaus in Frankfurt-Bockenheim statt. Es wird um eine vorherige Anmeldung gebeten, damit etwa Abstandsregelungen eingehalten werden können. Aber auch der Blutspendetermin in Bad Vilbel am 2. April von 15.45 bis 20 Uhr findet wie geplant statt. Weitere Infos zu Blutspenden in der Nähe gibt es auf der Homepage des Blutspendedienstes www.blutspende.de.

*wetterauer-zeitung.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Marion Müller

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