2G-Modell

Neue Corona-Regeln in Hessen: Die Friseure sind verunsichert

Ab sofort können Friseure in Hessen auf das 2G-Modell umstellen: Das bedeutet mehr Kunden, keine Masken, kein Einlass ohne Corona-Imfpung. Die Betriebe sind verunsichert.

Frankfurt ‒ Ohne Maske zum Friseur - an diese Vorstellung muss man sich nach bald zwei Jahren Corona*-Pandemie erstmal wieder gewöhnen. Doch was zunächst nur nach einer Wunschvorstellung klingt, kann durch das 2G-Optionsmodell in Hessen jetzt schnell Wirklichkeit werden. Denn seit dem 16. September gelten in Hessen neue Corona-Regeln. Das Corona-Kabinett um Ministerpräsident Volker Bouffier hat beschlossen, dass unter anderem die Anbieter „körpernaher Dienstleistungen“ - also auch Friseure - künftig selbst entscheiden können, nur noch geimpfte und genesene Kunden zu bedienen.

Weil in Hessen mittlerweile knapp zwei Drittel der Bevölkerung vollständig geimpft ist und die Infektionszahlen unter Geimpften trotz vierter Welle vergleichsweise niedrig sind, sah sich die Landesregierung unter Druck, den Menschen in der Corona-Pandemie einige Freiheiten zurückzugeben. Mitte September (Stand 14.09.2021) lag die Sieben-Tage-Inzidenz, die das Land Hessen zur besseren Einschätzung der Infektionslage extra getrennt ausweist, unter Ungeimpften bei 274 - unter Geimpften lediglich bei 15.

Ab sofort gelten neue Corona-Regeln in Hessen. Unter anderem soll das 2G-Modell Friseuren mehr Freiheit ermöglichen - doch die sind skeptisch.

Corona-2G-Modell in Hessen: Friseure skeptisch - Betriebe sollten nicht entscheiden müssen

Nach Hamburger Vorbild soll es Gastronomen, Veranstaltern und eben auch Friseuren daher in Hessen künftig erlaubt werden, nur noch Geimpfte und Genesene einzulassen. Im Gegenzug können dann wesentliche Corona-Beschränkungen in den Betrieben entfallen, wie beispielsweise die Abstandsregeln und die Maskenpflicht. Und obwohl viele Kunden und Mitarbeiter sicherlich gerne auf die Maske verzichten würden, war die Resonanz auf das 2G-Modell aus Gastronomie und Friseurhandwerk schon vor seiner offiziellen Einführung in Hessen eher kritisch.

René Hain, Geschäftsführer des Landesinnungsverbandes des Friseurhandwerks Hessen, kritisierte, dass die Landesregierung durch das Optionsmodell diese Debatte um Impfbereitschaft auf die Betriebe abwälze. Es hänge stark von der individuellen Kundensituation ab, ob die Friseure in Hessen* von der Möglichkeit profitieren können oder nicht. Sind die Kunden eines Salons sowieso zu 90 Prozent durchgeimpft, kann der Wegfall der Corona-Einschränkungen sicherlich Erleichterung bringen. Denn neben der Maskenpflicht mache den Friseuren in Hessen vor allem die Abstandsregel zu schaffen, weil dadurch derzeit deutlich weniger Kunden als sonst bedient werden könnten, so Hain.

Bei einem geringeren Anteil gegen Corona geimpfter Stammkunden bestehe für Friseursalons hingegen das Risiko, dass zu viele Kunden zur Konkurrenz abwandern und sich die Salons so durch 2G selbst das Geschäft verderben. Zudem bringe es für die Corona-Impfkampagne in Hessen keine Vorteile. Hain erwartet nicht, dass die Menschen ihre Impfentscheidung davon abhängig machen werden, ob sie einen Friseurtermin wahrnehmen können, oder nicht.

Corona-Regeln: 2G-Modell in Hessen eingeführt - Friseure sind verunsichert

Doch nun ist das 2G-Modell beschlossene Sache und die Betriebe stehen vor der Wahl - und was machen die Friseure? Sie sind verunsichert, erklärt die Obermeisterin der Friseur- und Kosmetikinnung in Frankfurt*, Gerda Pescht der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Viele Kollegen wüssten nicht, was sie machen sollen.

Die meisten wünschten sich zwar auf die Masken- und Abstandsregelungen verzichten zu können, umso mehr fürchteten sie aber, zahlreiche Kunden mit einer Entscheidung für 2G zu verärgern. „Viele wollen daher 3G weitermachen und lieber mit Maske arbeiten“, sagt Pescht. Einige Betriebe würden auch bereits mit dem Gedanken spielen, abwechselnd 2G- und 3G-Tage anzubieten. So könne man es auf eine Weise allen recht machen - doch dafür ist dann auch wieder viel Organisation notwendig. (iwe)

Rubriklistenbild: © Arne Dedert/dpa

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