Software-Innovation aus Dreieich

Kein Schlangestehen in der Corona-Zeit: Firma aus Kreis Offenbach erfindet hilfreiche Software

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Nicht mehr beim Einkauf Schlangestehen trotz Corona? Per Smartphone, Tablet oder Computer kann sich der Kunde mithilfe von „Skipline“ bequem von zu Hause einen Einkaufs-Slot buchen.

Eine Software-Firma aus Dreieich will lokalem Handel helfen, Corona-Restriktionen einzuhalten und Schlangen zu vermeiden.

  • Das Coronavirus* beeinflusst unser Einkaufserlebnis noch allzu oft
  • Eine Software-Firma aus dem Kreis Offenbach hat sich ein kreatives Tool überlegt
  • Schlangestehen in Corona-Zeiten soll damit der Vergangenheit angehören

Dreieich (Kreis Offenbach) – Es ist eine besonders ärgerliche Vorstellung: Da hat man sich – Corona im Hinterkopf – schon zweimal überlegt, ob man den Gang zur Drogerie, zum Gartencenter oder in den Baumarkt wirklich antreten soll. Und dann steht man vor der Tür und darf nicht rein, weil die maximale Kundenzahl schon erreicht ist. Im blödesten Fall muss man sich noch mit vielen anderen in eine Schlange einreihen.

Dreieich (Kreis Offenbach): Software-Firma sagt Schlangestehen wegen Corona den Kampf an

Ein Unternehmen aus der Region will nun Abhilfe schaffen: Die Firma S|R Software aus Dreieich (Kreis Offenbach) hat entschieden, dem lokalen Einzelhandel ihre aus dem Sportartikelverleih erprobte Software „Skipline“ zur Verfügung zu stellen. Mit der können sich Kunden bequem von zu Hause aus einen Termin für ihren nächsten Einkauf sichern – und die Betriebe können überwachen, dass die Höchstzahl der zulässigen Besucher nicht überschritten wird. 

„Wir würden uns freuen, wenn wir die lokale Wirtschaft unterstützen können, vor allem die kleinen Händler“, sagt Andreas Rauh, Geschäftsführer von S|R Software. Die Selbstlosigkeit ist durchaus glaubhaft, denn für Geschäfte mit einer Verkaufsfläche von bis zu 100 Quadratmetern ist „Skipline“ die ersten drei Monate kostenlos. „Das ist für uns kein Riesen-Business-Case“, betont Rauh, der damit rechnet, dass sich die Corona-Restriktionen für den Handel – aktuell ist in Hessen ein Kunde pro 20 Quadratmeter Verkaufsfläche erlaubt – in sechs bis zwölf Monaten erledigt haben dürften. 

Software-Firma aus dem Kreis Offenbach: Kunde kann seinen Einkaufs-Slot im Voraus buchen

„Wir verdienen unser Geld an anderer Stelle“, sagt Rauh. S|R Software bezeichnet sich selbst als Marktführer für Reservierungs- und Leihsoftware, nach Unternehmens-Angaben nutzen weltweit mehr als 2000 Händler die Software aus Dreieich (Kreis Offenbach). Die Kunden sind unter anderem in Österreich, der Schweiz, Italien, Frankreich, Spanien, Neuseeland, den USA oder Australien ansässig. Die meisten verwenden „Skipline“ zum koordinierten Leihgeschäft von Wintersportmaterial oder Fahrrädern. Ein Skiverleih im kanadischen Lake Louise habe seine Wartezeit so von rund zwei Stunden auf 20 Minuten drücken können, so Rauh. 

Und so funktioniert „Skipline“: Der Kunde bucht sich über den Browser seines Smartphones, Computers oder Tablets seinen Einkaufs-Slot – bis zu zwei Wochen im Voraus. Dafür ist lediglich eine Mailadresse erforderlich, sonst nichts. Die Daten, versichert Rauh, würden nach dem Einkauf wieder aus dem System gelöscht.

In Dreieich zeigt eine Software-Firma wie entspanntes Einkaufen trotz Corona funktionieren kann. Eine Übersicht zeigt dem Unternehmen in Echtzeit die Auslastung des Geschäfts.

Dreieich: Software-Firma kreiert Tool, um Kundenbesuch in Geschäften überschaubar zu machen 

Der Händler bekommt von S|R Software Zugang zu einem „Dashboard“, auf dem er die Auslastung seines Geschäfts überwachen kann. „Skipline“-Nutzer kriegen einen Barcode aufs Handy geschickt, der sich am Eingang per Smartphone-Kamera scannen lässt. Laufkundschaft ohne „Skipline“ kann mit einem Mausklick ebenfalls gezählt werden. 

Außerdem haben Betriebe die Möglichkeit, einzustellen, wie viele Slots am Stück buchbar und wie lang diese sind. „Im Möbelhaus sind Sie nicht nach zehn Minuten wieder draußen. Aber in der Apotheke wären 20 Minuten viel zu viel“, verdeutlicht Rauh. Denkbar ist übrigens auch, dass eine ganze Stadt ihren kompletten Einzelhandel mithilfe der Software vernetzt. Mit Dreieich und Neu-Isenburg gibt es bereits Gespräche darüber, „Skipline“ flächendeckend einzuführen.

Software-Firma aus Dreieich: Infos zu Skipline im Internet

Wer Skipline aus Kundensicht ausprobieren möchte oder sich als Unternehmen für den Service interessiert, kann sich auf der Webseite über Skipline informieren.

Von Manuel Schubert 

Eine Software-Firma aus dem Kreis Offenbach bietet Unternehmen etwas in Corona-Zeiten* dringend nötiges an: Software-Lösungen für das Homeoffice.

Die Pandemie hat auch im Seniorenheim Aurelius-Hof in Mainhausen (Kreis Offenbach) mehrere Corona-Tote* gefordert. Inzwischen schöpft man dort neue Hoffnung.

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