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Vorsätzlicher Fehlalarm: Rettungskräfte in die Irre geführt – waren es „Umweltaktivisten“?

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Von: Frank Mahn

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In Dreieich rufen selbst ernannte Umweltaktivisten Rettungskräfte zu einem vermeintlichen Gas-Austritt. Es ist nicht der erste falsche Notruf dieser Art.

Dreieich - Ein böswilliger Fehlalarm hat am Dienstagabend einen Großeinsatz in Dreieichenhain ausgelöst. Gegen 22.40 Uhr ging über die Notruf-App Nora die Meldung ein, dass in einem Haus in der Ederstraße Gas ausgetreten sei. Die Nachricht entpuppte sich als falsch. Allem Anschein nach haben „Umweltaktivisten“ die Rettungskräfte getäuscht.

Diese Vermutung liegt nahe, da sich in Essen am Dienstagabend mehrere Vorfälle nach ähnlichem Schema ereigneten. Dort bekannte sich eine Gruppe von selbst ernannten Klimaschützern zur missbräuchlichen Nutzung der App.

Der vermeintliche Einsatz hatte Feuerwehren aus Dreieich, Neu-Isenburg und Langen auf den Plan gerufen, dazu mehrere Rettungswagen und Polizeistreifen. Im Haus fanden sich keine Spuren eines Gasaustritts. Auch von einem angeblich Verletzten war nichts zu sehen.

Ein Drehleiterwagen der Feuerwehr im Einsatz. (Symbolbild)
In letzter Zeit kam es zu mehreren falschen Notrufen. (Symbolbild) © Marcel Kusch/dpa

Fehlalarm in Dreieich: Auch in Essen wurden Einsatzkräfte getäuscht

Die Pressestelle des Polizeipräsidiums Südosthessen bestätigte Ermittlungen wegen des Verdachts des Missbrauchs einer Notrufeinrichtung. „Ob es sich um eine Protestaktion handeln könnte, ist ebenfalls Gegenstand dieser Ermittlungen“, so ein Sprecher.

In Essen wurden Einsatzkräfte von Feuerwehr und Polizei gleich mehrfach in die Irre geführt, und zwar ebenfalls über die Nora-App, die es insbesondere Menschen mit Sprach- und Hörbehinderung ermöglichen soll, Notrufe abzusetzen. Die vorgeblichen Klima-Aktivisten verwendeten die Chatfunktion, um mit den Leitstellen zu kommunizieren. In der Großstadt im Ruhrgebiet rückten die Einsatzkräfte aus, nachdem Gasaustritte in Wohnhäusern, verletzte Personen und Einbrüche mit bewaffneten Tätern gemeldet worden waren. Alles frei erfunden, wie sich herausstellte.

Später schickte ein Unbekannter über die Chatfunktion eine Nachricht an die Leitstellen mit folgendem Inhalt: „Ihr dachtet es wäre ein Notfall, doch der wahre Notfall - die drohende Klimakatastrophe - durch die Millionen von Menschen sterben werden, wird von unseren Politikern konsequent ignoriert. Wir werden diese Form des Protests fortsetzen, bis unsere Bundesregierung effektive Gesetze erlässt um die Klimakatastrophe zu verhindern.“

Dreieich: Rettungskräfte fehlen dort, wo sie gebraucht werden

Kommentar von OP-Redakteur Frank Mahn: Spiel mit Menschenleben

Ich bin kein Hardliner, aber für solche Aktionen geht mir jegliche Toleranz ab. Sie sind nicht nur irrsinnig, sie können auch fatale Folgen haben. Dann nämlich, wenn Rettungskräfte dort fehlen, wo sie gebraucht werden, aber durch eine arglistige Täuschung davon abgehalten werden. Im Ernstfall kann das Menschenleben kosten! Davon abgesehen, dass man seinen Klimawahn nicht auf dem Rücken ehrenamtlicher Helfer austragen sollte.

„In allen Fällen wurde eine Vielzahl an Rettungskräften zu den jeweiligen Einsatzorten entsandt. Diese standen für diese Zeit nicht für mögliche andere Einsatzlagen zur Verfügung“, so die Polizei Essen. Der Staatsschutz hat dort die Ermittlungen aufgenommen. Nach ersten Erkenntnissen kommt eine Gruppe von selbst ernannten Umweltaktivisten aus Süddeutschland als Täter in Betracht. (Frank Mahn)

Klimaprotestanten der „Letzten Generation“ und anderen Gruppen droht in Hessen Präventivhaft. Das bestätigte das Innenministerium in Wiesbaden.

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