Veganismus

Aufgepasst beim Einkauf! Diese Lebensmittel sind überhaupt nicht vegan

Vegan ist Trend: Doch aufgepasst beim Einkauf! Selbst beliebte, scheinbar vegane Lebensmittel können täuschen - sie sind gar nicht so vegan wie gedacht.

  • Veganer müssen beim Einkauf besonders aufpassen.
  • Scheinbar vegane Lebensmittel sind eigentlich gar nicht vegan.
  • Verstecke Zusatzstoffe und Hilfsmittel werden nicht immer gekennzeichnet.

Kassel - Bereits seit einigen Jahren ist Veganismus für viele Menschen mehr als nur eine Art der Ernährung. Oft sehen Veganer darin gar einen Lebensstil und schwören, sich dadurch gesünder und fitter zu fühlen. Abgesehen davon, spielen auch ethische Überzeugungen eine Rolle, weswegen Veganer den Verzehr tierischer Produkte gänzlich ablehnen.

Genau das macht den Einkauf für Veganer jedoch oft schwierig. Versteckte nicht-vegane Zusatzstoffe und Unsicherheiten über Lebensmittelinhalte sind da nur einige Tücken, dafür aber besonders gravierende. Wir klären auf, welche Lebensmittel oft gar nicht vegan sind.

Veganismus: Chips und Fruchtgummis nicht immer vegan

Mittlerweile dürfte vielen Menschen bekannt sein, dass in Fruchtgummiprodukten oft tierische Gelatine enthalten ist. Darüber hinaus wird bei der Produktion aber auch häufig Bienenwachs verwendet, welcher sich hinter der ominösen Zusatzstoffbezeichnung „E901“ versteckt.

Auch beim Kauf von Kartoffelchips ist Vorsicht geboten. Allerdings nicht nur für Veganer, sondern auch für Vegetarier, da einige Hersteller ihre salzigen Leckereien gerne mit tierischen Zusätzen aromatisieren, wie etwa mit Kälberlab. Ein genauer Blick auf die Zutatenliste lohnt sich für Veganismus-Anhänger also immer, insbesondere wenn die Chips nicht explizit als „vegan“ deklariert sind.

Nudeln sind oft vegan - Bei Brot sieht das anders aus

Üblicherweise bestehen Nudeln lediglich aus Hartweizengrieß und Wasser. Da aber auch Eier ab und zu ihren Weg in die beliebten Teigwaren finden, sollten Veganer hier die Augen offen halten. Gerade bei „hausgemachten“ und frischen Nudeln, wie etwa beim Italiener oder auf dem Wochenmarkt, werden häufig Eier verwendet. Daher sollten sich Menschen, die sich dem Veganismus verschrieben haben, vor dem Bestellen lieber noch einmal erkundigen.

In Sachen Lebensmitteln müssen alle, die vegan leben, auch bei Brot aufpassen. Denn tatsächlich enthalten manche Brotsorten tierische Stoffe, die die Elastizität des Teiges verbessern sollen. Bei dem Mehlbehandlungsmittel handelt es sich um L-Cystein, auch als „E920“ bekannt, welcher aus tierischen Borsten, Haaren und Federn gewonnen wird.

Veganismus ist nicht immer leicht - Avocado und Apfelsaft sind auch nicht unbedingt vegan

Wie der Name schon verrät, besteht Apfelsaft weitestgehend aus Äpfeln. Wie kann der also nicht vegan sein? Nun, in vielen klaren Apfelsäften wird während der Produktion Rinder- oder Schweinegelatine hinzugegeben, um am Ende des Herstellungsprozesses die natürlichen Trübstoffe wieder herausziehen zu können. Besonders fies: Solche Hilfsstoffe müssen nicht gekennzeichnet werden. Veganer sollten beim Kauf von Apfelsaft also unbedingt zur entsprechend gekennzeichneten Ware greifen.

Je nachdem wie streng man Veganismus definiert, könnte es auch bei Avocados schwierig werden: da es auf vielen großen Avocado-Plantagen nicht genug Bienen gibt, die die Pflanzen bestäuben, werden häufig ganze Bienenvölker per Lkw zu den Feldern transportiert. Anschließend werden die Bienchen wieder verstaut und zum nächsten Arbeitsplatz gebracht. Diese Methodik, auch Wanderimkerei genannt, wird außerdem beim Anbau von Brokkoli, Kirschen, Salat und Gurken genutzt.

Da wir in Deutschland nicht das entsprechende Klima für einen privaten Avocadobaum im Garten haben, müssen wir also zwangsläufig auf importierte Früchte, etwa aus Mexiko oder dem US-amerikanischen Kalifornien, zurückgreifen. Wem die Transportwege und die Wanderimkerei sauer aufstößt, sollte also künftig auf Avocados verzichten.

Veganismus: Ist Bier eigentlich immer vegan?

Jeder Veganer, dem jetzt der Atem stockt, kann zunächst beruhigt aufatmen. Ja, nicht jedes Bier ist vegan. Wer jedoch vorwiegend Bier aus dem eigenen Lande trinkt, braucht sich keine Sorgen zu machen. Denn da in Deutschland das Reinheitsgebot herrscht, besteht die Zutatenliste grundsätzlich nur aus Wasser, Malz, Hopfen und Hefe.

Bei importiertem Bier sieht das allerdings aus, da das Reinheitsgebot im Ausland nicht gilt. Dort werden teils tierische Stoffe, wie etwa Honig oder Fischblase zur Klärung, verwendet. Natürlich ist das nicht immer der Fall, allerdings sollten Verfechter des Veganismus beim Kauf von importiertem Bier stets wachsam sein. Doch Vorsicht, auch deutsche Biermischgetränke können mit tierischen Stoffen versetzt oder gefiltert worden sein.

Veganismus: Der Begriff „vegan“ ist gesetzlich weder geschützt noch definiert

Im Gegensatz zu „Bio“ sind die Definitionen von „vegan“ und „vegetarisch“ gesetzlich weder definiert noch geschützt. Deshalb fordert die Verbraucherschutzorganisation Foodwatch bereits seit längerem eine Kennzeichnungspflicht für tierische Bestandteile - selbst für die, die im Endprodukt nicht nachweisbar sind.

Generell empfiehlt sich, Fertigprodukte mit kryptischen Zutatenlisten zu meiden und im Zweifelsfall ein wenig zu recherchieren. Wer den Veganismus lebt und auf Nummer sichergehen möchte, kann frische Zutaten wie Obst und Gemüse im regionalen Bio-Laden kaufen oder, wenn möglich, im eigenen Garten anbauen. Dann weiß man auch ganz sicher, was im Essen steckt. (Nail Akkoyun)

Rubriklistenbild: © Arne Dedert/dpa

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