Gefahr durch Schneebruch

Lebensbedrohliche Lage am Feldberg: Sperrung bis zum Wochenende

Schneebruch am Großen Feldberg im Hochtaunus
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Für Besucher bleiben die Straßen auf den Großen Feldberg vorerst gesperrt.

Rund um den Feldberg liegt sehr viel Schnee. Die Feuerwehr warnt davor, den Wald zu betreten. Bis zum Wochenende bleiben die Zufahrtsstraßen für Besucher gesperrt.

  • Winter in Hessen: Auf dem Großen Feldberg liegt jede Menge Schnee.
  • Seit Wochen ist der hessische Hausberg ein beliebtes Ausflugsziel für Schnee-Tourismus* aus der gesamten Region – doch das sorgt immer wieder für Chaos.
  • Doch jetzt wird es richtig gefährlich: Die Feuerwehren warnen vor umstürzenden Bäumen, weswegen eine Sperrung gilt.

Update vom Montag, 11.01.2021, 20.06 Uhr: Obwohl sich die Verkehrssituation rund um den Großen Feldberg gebessert hat, sind die Straßen bis einschließlich Freitag für Besucher unbefahrbar. Aufgrund der anhaltenden lebensbedrohlichen Schneebruchgefahr müsse das Gebiet weiterhin gesperrt bleiben, erklärte der Hochtaunuskreis am Montag (11.01.2021). Bei einem Schneebruch handelt es sich um ein Baumschaden, der durch eine hohe Schnee- oder Eislast verursacht wird. Betroffen sind unter anderen die Landesstraßen zwischen Oberursel, Sandplacken, Schmitten, Oberreifenberg und Niederreifenberg. Lediglich Anlieger haben Zufahrt zur Gemeinde Schmitten und ihren jeweiligen Ortsteilen.

Im Rückblick auf das vergangene Wochenende sagte Thorsten Schorr (CDU), Verkehrsdezernent des Hochtaunuskreises: „Wir konnten weitestgehend Rückstaus vermeiden und die Regelverstöße beim Parken wurden konsequent geahndet.“ Für das kommende Wochenende wollen Kreis, Städte und Gemeinden am Feldberg dennoch ihr Konzept zur Verkehrslenkung erneut überarbeiten.

Lebensgefahr: Am Feldberg im Taunus stürzen Bäume aufgrund der Schneelast um.

Lebensbedrohliche Lage am Feldberg: Jetzt wird Warnung der Feuerwehr Realität

Update vom Freitag, 08.01.2021, 11.20 Uhr: Rund um den Feldberg bleiben die Straßen erst einmal dicht. Darüber hat der Hochtaunuskreis in einer Pressemitteilung informiert. Da es seit mehreren Wochen immer wieder viel Neuschnee im Taunus gibt, sind auf dem Großen Feldberg schon einige Bäume unter der großen Schneelast umgestürzt. Die Feuerwehren der Hochtaunus-Gemeinden sind immer wieder wegen umliegender Bäume im Einsatz und es besteht eine dringende Warnung für Autofahrer und Fußgänger, den Wald im Feldberggebiet unbedingt zu meiden. Unter dem Hashtag #wirfürschmitten informieren die Feuerwehren aus der Region auf Facebook über Einsätze und Warnungen rund um die Lage auf dem Feldberg. Vorerst werden die Sperrungen bis Montag (11.01.2021) aufrechterhalten.

„Die nicht so schönen Seiten des Winters halten den Feldberg weiter fest im Griff“, erklärte der Erste Kreisbeigeordnete des Hochtaunuskreises, Thorsten Schorr, die Entscheidung. Glatteis, umstürzende Bäume und Schneebruch seien weiter eine große Gefahr auf dem Feldberg im Taunus. Der Kreis kündigte außerdem an, dass die hessische Landespolizei mit zusätzlichen Kräften bei der Kontrolle der Sperrungen unterstützen wird. Beim zuständigen Verkehrsministerium versuche man zu erreichen, dass schon auf den Hinweistafeln auf den Autobahnen A661 und A5 auf die Sperrung des Feldberggebietes hingewiesen werde. „Auch das hilft, dass auswärtige Besucher erst gar nicht in die gesperrten Gebiete hineinfahren“, sagt Schorr.

Feldberg im Taunus: Straßensperrungen bleiben aufrecht - Gefahr durch Schneebruch

Die Straßen werden mit Absperrschranken geschlossen und die Zufahrt kontrolliert. Anwohnerinnen und Anwohner sollen daher dringend einen Personalausweis mitführen, damit sie die Einfahrten in die jeweiligen Ortschaften nutzen können.
Die folgenden Sperrungen im Feldberggebiet sind am kommenden Wochenende (09./10.01.2021) zu beachten:

L3004Oberursel / Sandplacken Ausfahrt Kreisel Hohemark in Richtung Feldberg, Anlieger frei: Vollsperrung hinter dem Anlieger im Haidetränktal
L3004Schmitten / Sandplacken Ausfahrt Arnoldshain, Anlieger frei: Vollsperrung hinter der Hegewiese
L3276Oberreifenberg / Sandplacken Ende vom Parkplatz Pechberg, Anlieger frei: vor den langen Parkplätzen Vollsperrung
L3025ab Anschluss Eselsheck an der B 8
L3025Niederreifenberg / Rotes Kreuz Weilquelle Abfahrt auf die L 3276, Anlieger frei: Vollsperrung hinter den langen Parkplätzen
L3023ab Anschluss an der B 8, Richtung Oberems, Anlieger und Linienbus frei
L3023Ortsausfahrt Oberems Richtung Kittelhütte / Schmitten-Seelenberg, Anlieger und Linienbus frei
L3450ab Anschluss an der B 275 in Fahrtrichtung Wüstems, Anlieger und Linienbus frei
L3450Ortseinfahrt Oberems Richtung Ortsmitte, Anlieger und Linienbus frei

Die Polizei Westhessen informiert darüber, dass auch die Zufahrt zum Wanderparkplatz Silberküppel am Herzberg in Bad Homburg gesperrt wird. Die Ortseingänge in Königstein-Falkenstein werden außerdem nur für Anwohner geöffnet, genauso wie die Straßen Sonnenhofstraße, Adelheidstraße, Altkönigstraße und Im Fasanengarten. Der Hochtaunuskreis teilte außerdem mit, dass bei zunehmendem Verkehr, Rückstau oder bei Veränderung der Winterwetterlage zusätzlich folgende Straßen gesperrt werden können:

B8zwischen Königstein / Glashütten
B8Vollsperrung der B 8 in Königstein bis zur Einmündung L3319
B8am Knoten Königstein, Limburger Straße / Altkönigstraße, Anlieger frei: ab Ortsende Vollsperrung
B8 / L3319Ableitung des Verkehrs aus Richtung Glashütten über den Ortsteil Schloßborn

Auch der öffentliche Nahverkehr rund um den Großen Feldberg ist betroffen. Der RMV informiert auf seiner Webseite über Umleitungen und Ausfälle.

Winter-Chaos im Taunus: Konzept auf dem Feldberg muss weiterentwickelt werden

Für die Anwohner ist die aktuelle Situation eine Zumutung. Und das trifft nicht nur Schmitten oder Königstein – die Lage hat weiträumigere Auswirkungen. Menschen aus Kelkheim berichten von massenhaftem Verkehr* in kleinen Orten. Im Laufe des Jahres will der Hochtaunuskreis außerdem in Zusammenarbeit mit den beteiligten Kommunen und Gemeinden sowie der Landespolizei die Erfahrungen aus diesem Corona-Winter beraten. Dabei solle es auch um die Weiterentwicklung der bestehenden Tourismus-Konzepte rund um den Feldberg gehen, so Schorr. Weitere Parkplätze inklusive Parkleitsystem kämen dafür genauso infrage wie die Einrichtung zusätzlicher Shuttle-Busse von festen Punkten in der gesamten Region Frankfurt/Rhein-Main.

Lebensgefährliche Lage am Feldberg: Zahlreiche Einsätze für die Feuerwehren

Update vom Donnerstag, 07.01.2021, 15.23 Uhr: Die Lage auf dem Großen Feldberg und in der Region um den höchsten Berg im Taunus hat sich nur leicht entspannt. Nachdem das Winter-Paradies im Hochtaunuskreis am vergangenen Wochenende zum Besucher-Magnet und Top-Ausflugsziel geworden war, haben Straßensperrungen und Warnhinweise zu einer leicht verbesserten Situation geführt.

Zuletzt kämpften die Feldberg-Gemeinden mithilfe von Polizei und Ordnungsamt immer wieder gegen Verkehrschaos und riesige Besucher-Anstürme, nun sind die Feuerwehren immer wieder wegen umstürzender Bäume und großer Äste im Einsatz. Es herrscht weiterhin Lebensgefahr, warnt die Zentrale Leitstelle der Feuerwehren im Hochtaunuskreis.

Gefahr im Taunus - Mehrere Bäume am Feldberg umgestürzt

Am Mittwoch (06.01.2021) wurden zehn Fälle von umgestürzten Bäumen oder herabgefallenen großen Ästen gemeldet, teilte die Polizei Westhessen mit. Auf den Straßen und Parkplätzen sei die Lage aber deutlich ruhiger als in der vergangenen Tagen gewesen, hieß es. Lediglich einige Parkverstöße wurden registriert. Am Donnerstag waren acht Einsatzkräfte der Verkehrswacht rund um den Feldberg unterwegs, um die Lage zu kontrollieren. Der Hochtaunuskreis kündigte für den Donnerstagnachmittag eine Mitteilung mit weiteren Infos an.

Lebensgefahr am Feldberg: Feuerwehren sprechen dringende Warnung aus

Erstmeldung vom Mittwoch, 07.01.2021: Das Winter-Paradies im Hochtaunuskreis ist zum Besucher-Magnet und Top-Ausflugsziel geworden. In den Ferien kämpfen die Feldberg-Gemeinden mithilfe von Polizei und Ordnungsamt immer wieder gegen Verkehrschaos und riesige Besucher-Anstürme. Viele Zufahrtsstraßen zum Feldberg wurden schon im Dezember gesperrt. Doch jetzt droht Gefahr: Über die Zentrale Leitstelle der Feuerwehren im Hochtaunuskreis wurde eine Warnung herausgegeben, dass durch den vielen Neuschnee im gesamten Feldberggebiet Bäume umstürzen.

Die Warn-Apps BIWAPP und NINA haben ausgelöst und die Feuerwehren aus dem Hochtaunuskreis teilen die Warnung über Twitter. Es wird eindringlich vor dem Betreten des Waldes in den Hochlagen des Feldbergs ab dem Fuchstanz, über die Applauskurve, das Rote Kreuz und höher gewarnt.

Straßensperrungen auf dem Feldberg: Lebensgefahr durch Schneebruch

Auch der Hochtaunuskreis selbst hat bereits Maßnahmen zum Schutz der Besucher auf dem Feldberg ergriffen. Wegen der extremen Wetterbedingungen mit Schneebruch, Eisschlag und umgestürzten Bäumen hat die Straßenverkehrsbehörde des Kreises, in Absprache mit der Landespolizei, die umfangreichen Straßensperrungen rund um das Feldbergareal verlängert. Die folgenden Straßen sind mindestens bis Freitag (08.01.2021) gesperrt:

  • Landesstraße L3025 ab Anschluss Eselsheck an der B8
  • L3276 zwischen Sandplacken und Oberreifenberg
  • L3004 zwischen Oberursel-Hohemark und Sandplacken bis Schmitten, Höhe Schwimmbad

Als Grund für die große Gefahr auf dem Feldberg gibt der Hochtaunuskreis die langanhaltende Dürre während der Sommermonate der letzten drei Jahre, den Borkenkäferbefall sowie vergangene Sturmschäden im Wald an. Aufgrund dieser Vorbelastung könnten einige Bäume dem gefallenen Neuschnee nicht standhalten. „Die umstürzenden Bäume und abbrechenden Äste werden so für Besucher des Feldberggebietes zur Lebensgefahr“, heißt es in der Meldung.

Lebensgefahr durch umstürzende Bäume auf dem Feldberg: Gebiet meiden

Der Taunus-Touristik-Service und der Naturpark Taunus appellieren in der Meldung auch noch einmal eindringlich an Ausflügler: Spaziergänge, Wanderungen oder sportliche Betätigung müsse in der aktuellen Situation auf dem Feldberg unbedingt vermieden werden. Die Sicherheit der Besucher könne auch auf den ausgewiesenen Wegen nicht gewährleistet werden.

Nicht nur der Große Feldberg im Taunus wurde von Ausflüglern überrannt, jetzt droht der Rhön in Osthessen ein ähnliches Schicksal. In der letzten offiziellen Ferienwoche in Hessen zieht es auch dort wieder viele Menschen – trotz der sehr angespannten Corona-Situation – in die Natur und in die Naherholungsgebiete. Ähnlich sieht es im Corona-Lockdown im Vogelsberg* aus. (iwe) *fnp.de und giessener-allgemeine.de sind Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

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